Zur Strichzeit werden sie auch bei Zschaiten, Glaubitz, Marksiedlitz, Peritz, Streumen, Wülknitz, Koselitz und Zabeltitz geschossen. Im Jahre 1923 hielten sich mindestens fünfundzwanzig Stück zu Beginn der Brutzeit im Gelände auf.

1924 konnte ich mit Sicherheit nur elf Stück feststellen. Die große Unruhe der Tiere und ihr andauerndes Umherfliegen erschwerte die Zählung sehr. Eine andere Exkursion zählte zweiundzwanzig Vögel. Doch ist bei dem ständigen Platzwechsel eine Doppelzählung leicht möglich. Hoffentlich sind es aber doch zweiundzwanzig.

III. Die Ursachen des Aussterbens:

Sie werden von den verschiedenen Autoren ganz verschieden beurteilt. Darüber sind sich aber alle einig, daß der Mensch daran schuld ist.

Indirekt: 1. Übergang von der Dreifelderwirtschaft zu einer intensiven Feldbewirtschaftung. Da dieser Übergang aber hauptsächlich einige Jahrzehnte vor dem starken Rückgang der Trappe stattfand, dürfte dieser Grund nicht sehr stark in die Wage fallen.

2. Zunahme der Besiedlungsdichte und des Verkehrs. Dieser Grund dürfte eine wesentliche Rolle gespielt haben bei der Vernichtung der Trappen bei Leipzig. An einigen Stellen, wo früher die Trappe brütete, breiten sich heute Vorstädte aus. Auch die Anlage von Industrieanlagen (Schürfen nach Braunkohlen, Eisenbahn usw.) hat hier verheerend gewirkt.

3. Durch unbeabsichtigte Störungen der brütenden Vögel infolge landwirtschaftlicher Maßnahmen.

Hauptsächlich aber:

4. Durch Abschuß. Zur Brutzeit sind die Trappen nicht sehr leicht zu erreichen. Um so mehr aber im Herbst und Winter, wo sie umherstreichen, vor allem, wenn sie durch einen harten Winter geschwächt, ihre sonstige Scheu verlieren. So meint Präparator Große, daß der Trappenbestand zwischen Taucha und Leipzig dadurch vernichtet worden sei, daß in dem harten Nachwinter 1895 von dem sechzehn Stück starken Bestand nicht weniger als vierzehn Stück abgeschossen wurden. Auf den Abschuß dürfte auch das Verschwinden der beiden Riesaer Trappenvorkommnisse zurückzuführen sein. Es ist auch Gefahr, daß das letzte sächsische Vorkommen bei Großenhain durch den Herbstabschuß vernichtet wird. Bei den unter II, 7 genannten Orten werden fast jeden Herbst einige Exemplare geschossen.

IV. Maßnahmen zum Schutz der Trappen: