Abb. 8 Blindschleiche

Abb. 9 Wasserfrosch

Waren die bisher betrachteten Arten Tieflandsbewohner, deren genaue Verbreitungsgrenze vor allem gebirgswärts noch festzulegen ist, so besitzen wir im Feuersalamander und im Bergmolch zwei Lurche, die Bewohner des Berg- und Hügellandes sind und von denen neben ihrer genauen Verbreitung innerhalb desselben vor allem noch die unteren Verbreitungsgrenzen festzulegen sind. Der Feuersalamander erreicht in Westsachsen auf dem Rochlitzer Berge die Nordgrenze seiner Verbreitung und dehnt von hier aus sein Vorkommen nur im Muldentale noch bis in die Colditzer und Grimmaer Gegend aus, während ich ihn im Zschopautale am weitesten nördlich bei Waldheim gefunden habe. Die Grenzen des Vorkommens des Bergmolches dagegen liegen noch nördlicher, ich begegnete ihm noch bei Geithain und im Muldental ebenfalls bis in die Gegend von Grimma, von wo aus er sich dann noch bis in die Pflege von Beucha-Brandis verbreitet. Im Gebiete der Elbe scheint das Vorkommen des Feuersalamanders kurz vor Meißen auszuklingen, der Bergmolch aber auch hier noch weiter ins Tiefland vorzudringen. –

Abb. 10 Grasfrosch

Abb. 11 Laubfrosch

Von den vier Schlangen Sachsens ist die Ringelnatter die häufigste und eine über das ganze Land verbreitete Art; es dürfte bei uns kaum ein größeres Gebiet geben, dem sie fehlt. Ihre größte Häufigkeit erreicht sie in den teich- und wasserreichen Landschaften des Flachlandes, wo sie, wie z. B. an vielen Teichen der Oberlausitzer Niederung in manches Mal fast unglaublichen Mengen sich findet. – Groß (und jedenfalls bei weitem größer, als so mancher meint) ist auch das Verbreitungsgebiet der Kreuzotter, die aus den gebirgigen Teilen des Landes – Vogtland und Erzgebirge beherbergen sie in besonders großer Zahl – bis weit ins nordsächsische Flachland hinein und darüber hinaus vordringt. Als kreuzotterfrei gilt nur der äußerste von der Elsteraue eingenommene Nordwesten des Landes sowie ein Gebiet, das rechts der Vereinigten Mulde beginnt, im Süden auf die Freiberger Mulde trifft und sich bis nördlich Freiberg ausbuchtet, dann südlich Meißen die Elbe kreuzt und östlich Großenhain im Norden auf die Landesgrenze stößt. Gebildet wird es von Teilen der Amtshauptmannschaften Oschatz, Döbeln, Meißen und Großenhain. Kreuzotterfrei scheint endlich noch der äußerste Osten der Lausitz, etwa aus der Gegend von Bautzen an bis zu den Vorbergen des Zittauer Gebirges zu sein, während die nördlichen Teichgebiete – ich konnte erst im vergangenen Frühjahr wieder eine Anzahl diesbezüglicher Feststellungen machen – die Schlange überall noch beherbergen und durchaus nicht als »Storch«gebiete kreuzotterfrei sind.