Abb. 20. Häuslerstube in Neustadt. An der Tür stehen die Anfangsbuchstaben der »heiligen drei Könige« K M B
Überschattet wird der stille Beter vom Ebereschenbaum, umträumt von seinem Feldfrieden.
Manch Andachtsmal schuf dieser Glaube am Waldrande, wo die Bergfichten weit übers dürftige Haferfeld ästen, mitten im Wald, wo lebende Säule neben lebender Säule ragt und ungezählte Wipfel zum Dämmerlicht gebenden Dach sich schließen. Gesundheit und gute Wegfahrt erfleht das alte Mütterlein. Wer wollte leugnen, daß solch baumgeborgne Stätte auch den Andersgläubigen andachtsvoll stimmen könnte?
Abb. 21. Kirchgänger aus Willersdorf im Kirchdorf Fleyh
Sonntag ist’s. Im Kirchdorf wird das Hochamt eingeläutet. Da kommen die Häusler aus den eingepfarrten Orten durch ihren sommerlichen Feldsegen zum alten Holzkirchlein gezogen, im buntgeblumten Kopftuch Großmutter, Mutter und Kind.
Und wenn der eherne Betruf verklungen, dann träumt die Landschaft nach der bunten Bewegung in ihrem Feiertagsfrieden.
Abb. 22. Inneres der Johanniskirche in Fleyh. 1653 unter dem Richter Kaspar Panzer von den Einwohnern aus Holz erbaut