Eine des öfteren wiederkehrende Gestalt eines rüstig ausschreitenden Mannes mit umgehängter Tasche und einem Bergstocke (oder Spieß?) in der Hand deuten wir als einen Brief- oder Postboten, der eben, als Dilich tätig war, vorüberschritt und nun sofort mit dem Stifte festgehalten wurde. Vielleicht war damals auch der Postbote eine ebenso charakteristische Erscheinung in der Landschaft wie der Fleischer- (Kälber)wagen in Friedenszeiten auf den Landstraßen des Vogtlandes? ([Abb. 18 d] und [g].)

Wie fein aber ist der Vordergrund und die Staffage dem Bilde des Bades Wiesa bei Annaberg (siehe [Abb. 6]) angepaßt?

Auf einer der fünf sauberen Federzeichnungen von Dilichs Hand, welche Abbildungen von Leipzig[7] aus dem Jahre 1594 bringen, ist der Zeichner freigebiger mit der Darstellung von Personen gewesen, da sehen wir im Schatten eines Baumes ein paar Studenten in bemerkenswerter Tracht, von denen der eine am Boden sitzend, lebhaft aus einem Buche vorliest, der andere dem Vorlesenden zuhört, rechts ebenfalls ein paar männliche Figuren am Boden gelagert, von denen der eine mit der Bütte als Bauer, der andere mit dem abgelegten Schwert als Soldat gekennzeichnet ist.

Nachdem wir auf die Bedeutung der Städtezeichnungen Dilichs für die Kenntnis des Zustandes und der äußeren Verfassung kursächsischer Orte und Schlösser vor dreihundert Jahren hingewiesen haben, fügen wir noch einige Mitteilungen über die Geschichte der Entstehung dieser bemerkenswerten Zeichnungen bei.

Abb. 13. Muldenbrücke bei Grimma

Abb. 14. Muldenbrücke bei Grimma

Abb. 15. Elbbrücke bei Mühlberg