Abb. 9 Elbbrücke in Dresden, daneben ein Stück Festung

Abb. 10. Muldenbrücke bei Rochlitz

Abb. 11. Frankenberg

Abb. 12. Muldenbrücke

Die grausame Strafe des Räderns scheint im Jahre der Anfertigung der Städteansichten in Sachsen nicht mehr üblich gewesen zu sein, da das aufgespießte Rad nirgendwo von Dilich neben dem Gerüste des Hochgerichtes gezeichnet worden ist.

Die Federzeichnungen gewähren vielfach den Anblick von Brücken. (S. [Abb. 9][17], [20].) Diese sind sehr verschiedenartig gebaut. Steinerne Brücken mit kühnen Bogen erscheinen ganz selten. Die Brücke über die Elbe in Dresden zeichnete sich von jeher aus und galt im Zeitalter der Entstehung der Städtebilder Dilichs schon als große Sehenswürdigkeit und als Wahrzeichen der Residenzstadt. Außer dieser Steinbrücke hat die Bildersammlung kein nennenswertes Monument der Brückenbaukunst aufzuweisen[5]. Wir sehen meist Pfeilerbrücken, die auf steinernen Pfeilern ruhen und wo die Zwischenräume mit Balken überdeckt sind. Nicht selten sind Pfahl- oder Jochbrücken. Angenehm wirken die überdachten Brücken. Die Wände, die das Dach der Brücke tragen, sind mit Ausblicken, Lucken und Luftlöchern versehen. Schützende Geländer fehlen meist. Bei niedrigen Ufern, wo man das Austreten des Wassers über dieselben zu fürchten hatte, ist vielfach die Brücke noch weiter in das anliegende Acker- oder Wiesenland fortgeführt.

Den Vordergrund beleben, allerdings nur auf wenigen Bildern, Personen. Auch diese sind lebendig und treu charakterisiert. Auf dem schönen Bilde Marienberg ist es ein zur Arbeit schreitender Bergmann[6], der die Staffage belebt. Am Strande der Elbe bei Pirna deuten barfüßige und mit großer langer Badehose bekleidete Schiffer oder Fischer ihre Tätigkeit am und im Wasser an. Einige schlichte Männer sind in der Stellung mit ausgestrecktem Arme und Zeigefinger festgehalten, das sind die vom Rate der Stadt dem Städtezeichner zur Verfügung gestellten Einheimischen, die dem kurfürstlichen Oberlandbaumeister die Namen der hervorragenden Gebäulichkeiten nennen und deuten. ([Abb. 18a], [b], [e] und [f].) Gewissenhaft versieht der Zeichner an passender und die Zeichnung nicht störender Stelle die besonders sich kenntlich machenden Bauten mit einem Buchstaben und verzeichnet getreu dann am Rande des Bildes seine Bedeutung. Aber was bedeutet das im Vordergrunde des Stadtbildes Zwönitz in der spanischen Tracht eines Edelmannes einherschreitende ritterlich zierliche Männlein, dessen Gesicht von langen Vogelfedern unkenntlich gemacht ist? Verputzt wie ein Weinbergwärter oder Flurschütze in Tirol? ([Abb. 19.])