Damit will ich schließen. Ich sinniere jetzt über Dinge, die mich eigentlich gar nichts angehen. Früher lebte ich, wie mir schien, mein Leben leichter. Da dachte ich mehr an mich und weniger an die anderen. Jetzt muß ich immer mehr an die anderen denken und weniger an mich. Wenn solche Gedankengänge ein Maulwurfshirn erobern können, sollte nicht auch jedes Menschenhirn davon erfüllt sein müssen! Niemand ist für sich da. Jedes ist für alle und alle sind für jedes da. Dieses Umdenken in meinem Maulwurfshirn kann nur meine Bekanntschaft mit Ihren Bestrebungen bewirkt haben. Möchte es jedem so gehen!

Glück ab! für mich.

Glück auf! für Sie.

Erdmut Sammetwühler, Ehrenobermullrich s. c. (= senectutis causa).

Postskriptum: Ich glaube, es gehört sich für einen richtigen Briefschreiber, daß er ein Postskriptum fertig bringt. Darum füge ich auch eins an. Am 22. August 1925 hat in der Meißner Landwirtschaftlichen Zeitung gestanden: Auf dem Acker beginnt jetzt der Kampf gegen die Getreideschädiger. Die schlimmsten unter ihnen, die Erdraupen, Drahtwürmer und Engerlinge, kann man überhaupt nur fassen, wenn man ihnen einzeln ans Leben geht ... Es gibt keinen größeren Vertilger dieser »Würmer« als den Maulwurf. Ihn sollte man durchaus schonen. Schon heute gibt es eine Anzahl Praktiker, welche die Zunahme der Drahtwurmplage in Zusammenhang bringen mit der schonungslosen Jagd, die man während und nach dem Kriege gegen den Maulwurf geführt hat. (Karl Schöpke, Jessen, Bez. Halle.) So ein Bericht tut wohl. Sollte unsere Maulwurfsdämmerung in graue Fernen rücken, sollte es vielleicht anderswo in anderer Art anfangen zu dämmern?! Hoffentlich! Glück zu!

D. O.

Die Lachmöwe in Sachsen und in den angrenzenden Landschaften der preußischen Oberlausitz

Von Rud. Zimmermann, Dresden

Mit Abbildungen nach Naturaufnahmen von E. Schwarze und dem Verfasser