3. Bartholomäus über Griech.-Lat. zum Hebräischen zurückgehend > Barthel: Schmutz-, Dreck-, Sau- oder Schweinebarthel als Schelten für unsaubere Kinder. Vielleicht liegen darin eher Ableitungen von Schmutzbart oder Dreckbart vor, die dann Analogiebildungen erzeugten (auch Präsch-, Dösbarthel).

4. Beate von lat. beatus = die Glückselige, nach Albrecht, die Leipziger Mundart § 166 Gattungsname für eine steife, förmliche, auch frömmelnde Person.

5. Christian und Christine, eigentlich Ew. aus dem griech.-lat. christianus. Christian, nd. Krischan, ist in Mecklenburg der Knecht schlechthin, Christel wird in verächtlichem Sinne von liederlichen, unsauberen Mädchen und Frauen gebraucht (Vogtland, Erzgebirge).

6. Christoph < Christophorus = der Christusträger, Name aus der Heiligenlegende, kam wie Christian seit dem 17. Jahrhundert in Aufnahme, sank aber von den bürgerlichen Kreisen schnell in die bäuerliche Bevölkerung, deren frommer Sinn ihn bis zur Gegenwart gehalten hat. Stoffel und Toffel, Stöffel und Töffel waren noch zu Gellerts Zeiten Namen für den Bauern schlechthin; durch den gleichen Bedeutungswandel, der sich in Tölpel aus mnd. dörper, franz. vilain (Gegensatz courtois = hövesch = hübsch) offenbart, wurden sie, besonders aber Toffel, zum Gattungsnamen für einen ungeschickten oder dummen, einfältigen Kerl. Weiterbildungen: abtoffeln = grob abfertigen; betoffelt = verlegen, betroffen; Pflaumentoffel.

7. Daniel, biblischer Name, > mundartlich Danel, vogtländisch = ein alter, neugieriger Kerl, in Meißen ein Mensch von besonderer Länge; einen Menschen mit wunderlichen Ansichten nennt man in der Kirchberger Gegend (Wolfsgrün) Pfaardanel = Pferdedaniel.

8. David. Der biblische Bericht von der Geschicklichkeit des jugendlich-flinken David im Schleuderwurf und Harfenspiel bietet den Grund dafür, wenn die Koseform Davidchen, Davidel einen flinken, geschickten Burschen bezeichnet. Sogar die Uhr geht »wie ein Davidel«.

9. Eva wird auf Grund der mosaischen Schöpfungsgeschichte (1. Mos. 3, 20) übereinstimmend mit dem Französischen zur Bezeichnung für jede Frau, ganz besonders aber für eine neugierige (Evastochter, Fille d’Eve). Im Schwäbischen versteht man eine wollüstige Person darunter (Z. f. d. Ma. 5, 221).

10. Friedrich, echt germanisch, die weibliche Entsprechung Friederike erklärt sich aus dem mlat. Fridericus. Kurzformen sind Fritz und Fritzsch – jetzt Familienname – beziehungsweise Fritze, dieses für männliche und weibliche Personen. Die außerordentliche Beliebtheit, zu der sicherlich die volkstümliche Gestalt des »Alten Fritz« beigetragen hat, hatte zur Folge, daß Friedrich gleich Johann zum Gattungsnamen für den Diener, Hausdiener oder Kutscher wurde.

In Zusammensetzungen mit Tätigkeitsbegriffen bezeichnet die Kurzform in tadelndem Sinne Personen, die die im Bestimmungswort ausgedrückte Tätigkeit im Übermaß ausübt. Diese Bildungsweise ist im Volke außerordentlich beliebt und gestattet zahllose Abänderungen: Mäkel-, Quassel-, Trödel-, Tiftel-, Lorken- oder Schnokenfritze (einer, der voller Schnurren und Schelmereien steckt); Blinzel-, Heul-, Tran-, Märfried(e) usw. In der Soldatensprache bedeutete »Zappelfritze« im Felde den Radfahrer. In der Gaunersprache bezeichnet nach Albrecht »Tittelfritze« den Rechtsanwalt.

11. Georg, der Name des Schutzheiligen St. Georg, dessen Verehrung namentlich infolge der Kreuzzüge allgemeiner wurde, ist aus dem griechischen Gattungsbegriff georgós = Landmann, Ackersmann hervorgegangen. Der Kappadozier Georgius, der im Jahre 361 als Märtyrer gestorben war – die Erinnerung daran lebt im ahd. Georgsliede – wurde im Volksglauben zum Drachentöter. Mit Hans und Heinz, Kunz und Peter, Toffel und Michel war auch Jörg unter den Bauern als Vorname beliebt. Wie jene, so konnte auch Jörg im geringschätzigen Urteil der oberen Stände den beschränkten Dörfler bezeichnen, wie es noch bei Hauff im »Bild des Kaisers« heißt: »Er (d. h. der Sohn, von dem der napoleonisch gesinnte Vater erzählt) hat oft Stunden, wo es ihm lächerlich, ja töricht erscheint, daß er in meinem bequemen Schloß wohnt, und Nachbar Görge und Michel ... nur mit einer schlechten Hütte sich begnügen müssen.«