Auf holprigen Wald- und Feldsteiglein wandeln gebückte Gestalten unter getürmter Last dem Hochdorf zu.
Aus Fichtenholz formt der Vater Schaufel, Mulde und Rechen, Nudelholz, Klopfer, Quirl und ander Küchengerät.
Die Drechsler von Kallich, Göttersdorf, Katharinaberg, Seiffen, Olbernhau, Rothenthal drehen zierliche Dosen, Teller, Krüge, Kannen und Becher.
Künstler ihrer Art sind die Spaltringdreher. Unter feinfühliger Führung des Stahles entsteht in kreisender Scheibe Menschlein und Tierlein in Grundform.
Sie wandern von Hand zu Hand, bis des Pinsels buntende Kraft die rohen Gestalten gar unterschiedlich beseelt. Kinderhand hilft mit beim Schaffen von wundersamem Spielrat und hölzernem Nutzgerät.
Seit Jahresfrist steht der Bastwebstuhl im Hause. Mit sicherem Griff hängt die Linke den Basthalm an den Zugstab, den die Rechte in ruhiger Bewegung durch gespannte Halme zieht und Breite um Breite mit gleichmäßigem Zug zur Decke fügt. Nimmerrastende Hand fordert der Webstuhl von früh bis spät abends, ehe er neun Kronen (eine Mark) zum Taglohn gibt. Die runzeligen Hände der Alten flechten zitternd Streifen um Streifen zum »Elfhalm« und »Siebenhalm«, das Meter um Bruchteile eines Pfennigs.
Hart ergreift die Kinder das Ringen ums Brot, deren Drang nach Bewegung durch vielstündig Sitzen arg gefesselt wird. Oh, heute bleiben wir noch ein Weilchen auf der Wiese hinterm Schulhause und spielen! Kommen wir später zum Basthalm, dann kann die Mutter nicht böse sein: Der Lehrer war ja mit dabei, heute dauerte die Schule »halt« länger.
Bei spärlichem Ölflammenschein gleiten die weißen Halme durch Kinderfinger. Die Stadtkinder im Lande drinnen schlafen schon.
Aber wir habens auch so fein. Um unser Häusel ist alles so frei und der Wald gleich dabei. Schickt uns die Mutter nach Schwämmen, da dauerts nicht lange, ist’s Mittagessen gesucht. Wie gut es immer in der Stube nach Pilzen riecht, wenn die Schwammdörre anfängt. Dann fädeln wir um die Wette die Pilzscheiben auf und hängen die Schnure an die Sonne oder übern Herd. Und das Schwarzbeerholen ist auch so fein.
Im Winter knallts Stockholz so tüchtig, das der Vater im Sommer gezerrt hat. Unsere Heutür am Giebel ist dann die Haustür. Vom Dache fährt der Schlitten fein hinab. Und in die Schule brauchen wir auch nicht jeden Tag. Der viele Schnee und tüchtiger Sturm sagts schon früh dem Lehrer, daß wir nicht kommen. Die Stadtkinder bekommen den Schnee gleich weggenommen, sagt der Vater. Da haben wirs besser.