Leichter Rauch über den Wipfeln kündet den Holzschlag. Ein Feuer kocht das einfache Mahl für die Holzer, das sie verzehren, wenn die Sonne über den Hochpunkt geht. In mittäglicher Stille zittert die Luft über dem Baumkirchhofe.
Abb. 3. Herstellung von Köpfen auf Lauffiguren. Die weiche Papiermasse wird in gut ausgeölte Formen gepreßt. (Katharinaberg)
Dann nagt wieder die Säge, kerbt die Axt, drängt der Keil zu rauschendem Fall und dumpfem Aufschlag. Mit Ernst und Liebe sind die Waldmänner bei ihrer Baumarbeit. Wenn die Sonne hinter den schwarzgezackten Waldrand hinabrollt, dann schreiten sie heimwärts, erst stückweise gemeinsam, dann jeder einzeln den verstreutliegenden Hütten zu. Im Abenddämmern sitzt die Holzerfamilie um das dampfende Erdäpfelmahl oder löffelt die Milchbrotsuppe.
Abb. 4. Abputzen des Preßrandes von Figuren. Auf dem Gestell an der Decke Wackelfiguren. (Katharinaberg)
Im Frühtau geht es wieder in den Wald, um mit dem »Baumhackel« (Specht) um die Wette zu spalten. Die Waldlaute sind ein Stück Holzerglück.
Ist es um die Mittsommerzeit, ehe das Heuen auf den Hochwiesen anhebt, dann schreitet auch sein Weib mit zum Walde, um auf dorfferner Lichtung das borstige Buschgras für die Ziege zu holen. Es ist ein mühsam Sicheln um die alten sich abschälenden Stöcke. Gar behutsam gilt es, jeden Schritt zu tun, denn versteckt im hohen Grase sproßt in zartesten Anfängen der junge Tann.
Abb. 5. Bastflechterin und Bastweberin in Zinnwald