Prometheus spricht aus ihrem Tun: hier sitz ich und forme …

Prometheus formte Menschen. Formend und gestaltend formte der Mensch sich selbst. Sein Schöpfertrieb bewegte ihn und trieb ihn aus der tierischen Wiege in göttliche Machtbereiche – nirgends liegt die Erinnerung an das prometheische Bild näher als hier in der Werkstatt des Töpfers, der urzeitliches Tun in unserer maschinellen Gegenwart forttreibt.

Sinnend nimmt man ein Klümpchen des bildsamen Tons zwischen die Finger und knetet es spielend, ohne Vorstellung einer Form, nur des Gefühles wegen, zu bilden. Und angesichts der kreisrund fließenden Drehung der Töpferscheibe erweitert Egidys Wort vom beständigen Schwung seinen philosophischen Sinn über das Moralische hinaus ins Menschlich-Kosmische.

Die Letzte im Vogtland!

Von Norbert Götz, Ingenieur und Studienrat, Plauen i. V.

Gegen die Windmühlen ist in den letzten Jahrzehnten im Vogtlande wie auch anderwärts ein wahrer Vernichtungskrieg geführt worden. Die Müllerei lohnte schlecht, und eine andere Verwertung der Windkraft wußte man sich nicht, also: Weg mit dem alten Plunder! – Eine deutsche Bockwindmühle haben wir im Vogtland überhaupt nicht mehr. Soweit wären wir glücklich. Die letzte stand in Oberpirk bei Mehltheuer. Sie war landschaftlich ein Juwel. Als ich ihrer zum ersten Male ansichtig wurde, ging ich rund um das ehrwürdige Kunstgebilde herum, suchte mir die günstigsten Beobachtungspunkte, weidete mich an der prächtigen Schau und schied mit dem festen Vorsatze, bei passender Gelegenheit mit Skizzenbuch und Meßwerkzeug ins Innere der Mühle zu dringen. Richtig, am nächsten zweiten Feiertag tippelte ich wohlgerüstet nach Oberpirk und schwelgte unterwegs im Vorgefühle kommender Genüsse.

Ach, es kam anders als gedacht, aber sehr: Die Mühle war weg, mauseweg! – Ich hätte Zornestränen weinen mögen. Die kräftigsten aus dem Tierreich entlehnten Kosenamen warf ich diesen Vandalen, welche gewinnsüchtig die Mühle abgebrochen hatten, im Geiste an den Grind, aber, was halfs? Die Mühle war weg, war und blieb verschwunden, und ich konnte mit Skizzenbuch und Meßwerkzeug wieder heimgehen. Um diese Mühle trauere ich noch heute. –

Auch auf der Syrauer Höhe drehte bis in die achtziger Jahre eine deutsche Bockwindmühle ihre Flügel, betreut von einem Müller aus der »Torjauer Jechend«. Ein Blitzschlag setzte die Mühle in Brand. »Was haben Sie denn gemacht, wie da drüben das Knistern und Prasseln losging?« – »Wat? Ick? Ick habe mir mit meiner Jattin uff der Bank vors Häuschen hinjesetzt, und wir haben zujesehen, wie die Mühle wegbrannte.« – Das war auch das Klügste, was der Mann machen konnte. Zum Löschen fehlte es an Wasser, und zu retten war nichts.

Nach dem Brande wurde die Mühle wieder aufgebaut, nicht als Bockwindmühle, sondern als »Holländer«. Sie ist die letzte Windmühle des Vogtlands! – Einer meiner ehemaligen Volontäre, Herr Spörl, hat auf meine Veranlassung hin monatelang seine knappe Freizeit darangesetzt, in allen Winkeln der Mühle herumzukriechen, zu messen und zu skizzieren, und dann nach seinen Aufnahmen eine gute und wertvolle Zeichnung von der Inneneinrichtung der Mühle anzufertigen. Hier ist eine Teilansicht davon, an Hand deren sich auch der Laie ein Bild vom Innenwerk einer Holländer Windmühle machen kann.