Jeder Mensch macht wos andersch,
’s hot halt jeder sei Freid.«
Und der Gottesgaber Sänger ist der letzte, der gegen diese echte – Gottesgabe predigen will. Wie die Sonne durch dunkles Gewölk lächelt, so blitzt hier und da ein Strahl echten, goldenen Humors in seinen Liedern auf, bricht der Schalk durch, lacht das lustige oesterreichische Gemüt, das ein unvergängliches Erbteil dieses schwergeprüften deutschen Volksstammes ist. Nimm und sing nur seine heiteren Lieder: Da Ufnbank, ’s fallische Nannel, Da Pfeif, Da zwaa Finken, ’s Annl mit’n Kannl, Dr Grenzschutz, Allerhand ve dr Gutsgoh!
Aber diese Stunden der Freude und des Lachens sind nur Ruhepausen im Kampfe des Lebens. Denn nicht nur die Not des eigenen Daseins, auch die Not seines ganzen Volksstammes hat bei seinen Liedern Pate gestanden. So wie sich der Geleitsspruch: »War sei Hamit liebt, liebt a sei Volk« durch alle Lieder hindurchzieht, so gewiß ist auch, daß diese Liebe nur durch harten Kampf erworben ward. »Deitsch on frei wolln mr sei!« ist Notruf und ewige Losung des deutschböhmischen Bruderstammes hier oben. Gerade das ist es, was dem Heimatvolk des Sängers so furchtbar schwer gemacht wird durch Jahrhunderte hindurch, so lange hier deutsche Herzen schlagen. Notzeiten hat es im Gebirge immer gegeben, als der Bergsegen erstarb, wenn die Ernte verdarb, wenn der Verdienst im Wechsel der Zeiten karg ward, aber nie waren die Wasser der Not so hoch gestiegen als in den letzten Kriegsjahren, da das Hungergespenst diesseits und jenseits der abgebrochenen schwarz-gelben Grenzpfähle umging und in den kleinen Hütten auf den Bergen das Licht erlosch. Ergreifend klingt dies in dem Gedicht »Kaa Licht« wieder, für das der Sänger weder Bild noch Weise fand. In stillem, zähem Behaupten und unwandelbarem Vertrauen ward der Grenzstamm zum Duldervolk, aber daß es nicht mit Seufzen und Bangen unterlag, hat es nicht zum geringsten Teile seinen treudeutschen Führern zu verdanken, zu denen auch Anton Günther zu zählen ist. Auf den Flügeln seiner Lieder geht die Klage der Väter und der Weckruf der Brüder zu uns ins Reichsland. Nichts Undeutsches ist in seinem Wesen und seinen Weisen.
»Deitsch is mei’ denk’n
On deitsch mei’ Gemüt,
Deitsch is mei Hamit,
Mei Vater sei’ Hütt’ …
Deitsch is mei’ Tracht’n,
Mei Tu on mei’ Treib’n,