Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst. 1870 S. 41. (Jul. Döring.)

Wagner, Johann Friedrich. Zeichner. Geb. um 1753 in Freiberg i. S., wird 1798/99 in einer Exemtenliste für Kurland als „Zeichenmeister“ aufgeführt. Seine Töchter Maria Agathe, geb. 1783, und Karoline Elisabeth, geb. um 1790, empfehlen sich um 1805 dem Publikum zum „Unterrichte im Zeichnen, sowohl en miniature, wie auch in Pastellfarben usw.“

Mitausche Anzeigen 1805. 31 Stk. S. 292. (Jul. Döring.)

Wahl, Alexander Amandus v. Bildhauer und Maler, geb. 10. Dezember 1839 in der Nähe von Dorpat; gest. 19. November (2. Dezember) 1903 in München. Von 1858–61 Schüler der Petersburger Kunstakademie und des [P. Clodt v. Jürgensburg], ging dann nach München, wo er 1866 seine Ausbildung vollendete. Nach Reisen durch Deutschland, Italien und Griechenland während der Jahre 1866–68 liess er sich in München nieder. Von der hohen Kunst wandte er sich bald den Darstellungen aus der Tierwelt zu, auch stellte er mit grosser Geschicklichkeit kleine Genreszenen aus dem Leben der Tscherkessen dar, die zum Teil in Bronze gegossen sind. Ein körperliches Leiden zwang ihn zum Aufgeben der Bildhauerei und liess ihn zur Malerei greifen und auch auf diesem Gebiet ist er nicht ohne Anerkennung geblieben. Von seinen Gemälden hat besonders das Bild „Zu spät“, das einen alten Geizhals an der Leiche seiner Tochter darstellt, Aufsehen erregt. Abbild. in der „Kunst für Alle“ II S. 232, in der Illustr. Leipziger Ztg. 1886, in Meisterwerke der Holzschneidekunst Bd. IX. — Ausserdem von ihm: Brotneid, das Geheimnis u. a.

Rigasche Ztg. 1868 Nº 268; 1881 Nº 181; 1887 Nº 258. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildhauer des 19. Jahrh. S. 90–91.

Wahl, Anna v. Malerin. Geb. 14. Februar 1861 in Petersburg, Tochter des Dorpater Professors der Chirurgie, besuchte anfänglich die Petersburger Akademie und setzte ihre Studien in Paris unter Courtois und Collin fort, arbeitete dann unter dem Hofmaler Grafen Zichy in Petersburg und 1888 in Berlin in den Aktklassen unter Skarbina und Klein. Sie lebt in Berlin und abwechselnd in Dorpat. Besonders durch ihre frisch aufgefassten Szenen aus dem Kinderleben und durch wirkungsvoll entworfene Plakate hat A. v. W. sich bekannt gemacht. Von ihren illustrierten Kinderbüchern nennen wir: Im Morgenschein, 1887 im Verlag von Karow, Dorpat. — Stimmungsbilder 1893, Verlag v. Grote, Berlin. — Zeichnungen von Gnomen und Elfen in dem Werke: „Aus vereinten Kräften“, 1895. — Illustrationen zu einem Märchen im Besitz der deutschen Kaiserin.

Das geistige Deutschland I S. 724/25. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 147–148.

Walter, Johann. Maler. Geb. 22. Januar 1869 in Mitau als Sohn des dim. Ratsherrn Theodor W., Schüler der Petersburger Akademie und der Professoren A. D. Kiwschenko und W. E. Makowsky. Von ihm eine Anzahl Porträts und mehrere Landschaften in balt. Privatbesitz. Zurzeit in Deutschland tätig.

Walter, Susanna. Malerin. Geb. 1874 in Dorpat; erhielt von 1891–95 den ersten Kunstunterricht in ihrer Heimat und legte darauf ihr Examen als Zeichenlehrerin an der Kgl. Kunstschule in Berlin ab. Sie genoss dann noch den Unterricht der Frau C. Krüger und Sivers, sowie der Maler W. Leistikow und Fr. Stahl und lebt seit 1897 als Zeichen- und Mallehrerin in Riga.

Walther, Johann Heinrich Bartholomäus. Baumeister in Dorpat im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts. Er entwarf die Pläne zum Bau des Rathauses daselbst, dessen Grundstein am 2. Juni 1782 gelegt wurde. Vollendet wurde der Bau 1789.