Inland 1862 S. 792.
Walther, Karl Siegmund. Maler. Geb. 25. Juli 1783 in Dresden; gest. auf dem Gute Kay in Estland 1867, Schüler der Dresdner Akademie, anfangs unter Toskani, seit 1802 unter Prof. Schubert. Infolge einer Aufforderung des Dichters Aug. v. Kotzebue kam er 1809 nach Estland auf dessen Gut Schwarzen als Zeichenlehrer der Kinder Kotzebues, war später in dem von dem Pastor Ignatius in Haggers eingerichteten Pensionat als Zeichenlehrer tätig und übernahm 1815 das Amt eines Zeichenlehrers an der Ritter- und Domschule in Reval. 1850 wurde er pensioniert und lebte seit jener Zeit auf dem seiner verheirateten Tochter gehörenden Gute Kay. Die Mehrzahl seiner Arbeiten gehört in das Gebiet der religiösen Malerei (Altargemälde in Reval, in Arensburg auf Oesel und in Ampel). Doch hat er auch einige Porträts gemalt und einige Zeichnungen zur lithographischen Vervielfältigung geliefert, wie die Ruinen der Olaikirche zu Reval nach dem Brande von 1820, ein Porträt Ifflands 1821. Ein Porträt Luthers (fälschlich angegeben nach Dürer statt nach Cranach) u. a.
Inland 1836 S. 465; 1837 S. 12 u. 14; 1838 S. 630; 1847 S. 354, 1850 S. 459 u. 521; 1857 S. 315. — Rigasche Stadtbl. 1820 S. 291; 1836 S. 261; 1859 S. 159. — Dörptische Beiträge I S. 206/7.
Weckler, Georg. Mosaikmaler. Geb. 1800 in Riga (in den Akten der Petersburger Akademie wird er als Kurländer bezeichnet). Gest. nach 1842, erregte durch sein in Mosaik ausgeführtes Bild „der verlorene Sohn“ (1821) die Aufmerksamkeit der Kaiserin Elisabeth und wurde auf Befehl des Kaisers Nikolaus für andere von ihm ausgeführte Arbeiten der Akademie als „Mosaikmeister“ zugezählt. 1834 erhielt er ein Reisestipendium, um sich in Italien weiterzubilden. Für die von ihm in Mosaik ausgeführte Transfiguration Raffaels verlieh ihm der Papst eine goldene Medaille und der Kaiser ein Geschenk von 25.000 Rbl. sowie eine Pension. 1838 wurde er zum Akademiker befördert und ihm 1842 die Leitung der Anstalt zur Ausführung der Mosaiken für die Isaakskirche in Petersburg übertragen. Ausser den genannten Arbeiten sind von ihm bekannt Reproduktionen nach Paulus Potter und nach Hondekoeter, sowie die Mosaiken im Schlosse Jelagin und in der Isaakskirche.
Wedekind (Wendekin), Johann Heinrich. Porträtmaler aus der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts, lebte vermutlich anfangs in Reval, später in Narva, wo Kaiser Peter I. bei ihm mehrere Porträts bestellte. Seit 1720 ist er in Petersburg ansässig und wird vielfach vom Hofe beschäftigt. Die Kaiserin Anna Iwanowna liess ihm 100 Rbl. für vier Porträts von Personen der Kaiserlichen Familie auszahlen. Die Akademie der Wissenschaften zahlte ihm 12 Rbl. für ein Porträt Peters I. und bestimmte ihm auf sein Versprechen auch die anderen Herrscher zu malen, für jedes Bild 12 Rbl. Im Hause der Schwarzhäupter in Riga befindet sich eines seiner frühesten Bilder, ein Reiterporträt Karls XII. von Schweden mit der Unterschrift: I. H. Wendekin, Rigae pinxit, habitans Revaliae.
A. D. Rowinsky. Подробн. словарь русск. гравир. портренвъ IV. S. 634.
Weizenberg, August. Bildhauer. Geb. 25. März 1837 auf dem Gute Erastfer in Estland, erlernte das Tischlerhandwerk und zog 1862 zu weiterer Ausbildung in seinem Fach nach Deutschland, arbeitete kurze Zeit in Frankfurt a. M. und ging dann nach Berlin, wo er neben der Tischlerei sich mit Holzschnitzerei beschäftigte und sich im Zeichnen übte. Sein entschiedenes Talent verschaffte ihm schliesslich Zutritt zur Akademie daselbst, doch war er gezwungen, sich seinen Unterhalt als Handwerker zu erwerben. Eine kleine Unterstützung aus dem Villeboisschen Legat gab ihm die Möglichkeit, seine Studien auf der Petersburger Akademie und von 1870–73 auf der Münchener Akademie fortzusetzen. Nach einem vorübergehenden Aufenthalt in Wien begab er sich nach Rom, wo er sich bis zum Jahre 1890 aufhielt. Seit jener Zeit lebt er wieder in Petersburg. Die Zahl seiner Arbeiten ist recht gross. Das städt. Mus. in Riga besitzt von ihm die Büste des Afrikareisenden Dr. Schweinfurth, eine Barrabasbüste und die Figur der Ämarik (estn.-Abendröte) in Marmor. Andere seiner Arbeiten in Reval, wie die Lindanisse, der gefesselte Christus u. a.
Rigasche Ztg. 1868 Nº 169; 1881 Nº 207 u. 213; 1887 Nº 161. — Ztg. f. Stadt u. Land 1876 Nº 234; 1880 Nº 223 — Düna-Ztg. 1896 Nº 285. — Rigaer Montagsblatt 1878 Nº 28. — Neue Ztg. f. Stadt u. Land 1878 Nº 166. — Mitausche Ztg. 1897, 12. April. — L. Goertz: Sitzgsber. der Gelehrt. estn. Gesellsch. 1897 S. 100 ff. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 88–90.
Wenig, Karl Gottlieb. Maler. Geb. 14. Februar 1830 in Reval; gest. 1902 in Petersburg. Sohn des Musikers und Organisten der Nikolaikirche Gottl. Friedr. W. Schüler der Petersburger Akademie von 1844–53 und des Prof. Bruni. Als Pensionär der Akademie ging er auf sechs Jahre nach Italien, wurde 1860 Akademiker, 1869 Adjunktprofessor und 1888 ord. Professor an der Petersburger Kunstakademie. Von ihm im Rumjänzew-Museum in Moskau: Die Engel verkünden Lot den Untergang der Stadt Sodom, 1862. — Kreuzigung, in der Nikolaikirche zu Reval. — Iwan der Grausame und seine Amme, in der Sammlung der Akademie zu Petersburg (Abb. in наши художники I S. 77). — Die Eroberung von Kasan — Lachendes russisches Mädchen, im Museum Alexanders III. in Petersburg.