W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 108–111.

Wenig, Johann Gottfried. Maler. Geb. 18. Juli 1835 in Reval, Bruder des [Vorigen]; gest. in Petersburg, besuchte wie sein Bruder die Petersburger Akademie und wurde 1863 zum Künstler II. Grades befördert, nachdem er bereits im September 1860 für sein Konkurrenzbild die kleine gold. Med. erhalten hatte und zur Konkurrenz auf den Rompreis zugelassen war. Offenbar in der Absicht den Zudrang zu den Konkurrenzen auf die gr. gold. Medaille abzuschwächen, waren seine Arbeit und die Arbeiten mehrerer seiner Studiengenossen nur mit einer Geldprämie ausgezeichnet worden. Ein von den jungen Künstlern erhobener energischer Protest hatte nur deren Relegierung zur Folge. Von ihm ausser mehreren Porträts: Olympische Spiele, 1860 gem. — Die Grossfürstin Sophie Witowna entreisst dem Fürsten Wasili den Gürtel auf der Hochzeit Wasili II. — Zar Peter und der Zarewitsch Joan werden von ihrer Mutter den Strelitzen gezeigt.

Наши художники I. S. 77. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 111.

Werner, Heinrich, der Jüngere. Maler, lebte in Reval gegen Ende des 17. Jahrh. Er kam aus England zurück, malte in Reval „Conterfeyten und Stücke,“ wofür er 1697 vom Maleramt als Bönhase verklagt wurde.

Revaler Stadtarchiv, Beschwerdeschriften, Archiv-Kat. B. f. VI. 33.

Wichmann, Daniel Ernst. Baumeister, wurde am 28. Oktober 1698 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt. 1714 machte er Aufnahmen sämtlicher am Wall zwischen der ehemaligen Sandpforte und dem Riesing belegenen Häuser.

Wieder, (Wider) Wilhelm. Maler. Geb. 16. Februar 1818 in Stepnitz (Pommern); gest. 15. Oktober 1884 in Berlin, war Schüler von I. S. Otto in Berlin. Er lebte in England, Frankreich und Belgien und hielt sich 24 Jahre in Rom auf. 1845 kam er nach Livland, wo er drei Jahre verbrachte. Seit 1873 lebte er in Berlin. Sein Porträt, von Alex. Kotzebue gezeichnet, befindet sich in Revalschem Privatbesitz. Hier lassen sich von ihm folgende Arbeiten nachweisen: Strand bei Reval. — Aussicht von der hölzernen Brücke in Dorpat bei Abendbeleuchtung. — Portr. des Hofrats Amadeus Buraschi; lith. v. [F. Schlater], 1845. — Portr. des Oberpastors Bienemann; lith. v. [F. Schlater], 1846, gr. fol. — Portr. des Landrats Reinh. Joh. Ludw. v. Samson-Himmelstjerna; lith. von [F. Deutsch]. — Portr. des Dr. med. G. Krümmer; lith. v. [F. Schlater], kl. fol. — Portr. des Pastors zu Wolmar Ferd. Walter; lith. von [F. Schlater], fol. — Portr. des Landrats Carl Axel Baron Bruiningk. (Kopie im Dommus. Riga).

Inland 1845 S. 460, 813; 1846 S. 104. — Deutsches Kunstblatt 1856 S. 185; 1857 S. 150.

Winberg, Adolf. Architekt. Geb. 1816 in Petersburg; gest. 26. Mai 1895 in Mitau, besuchte die Bauschule in Petersburg und wurde 1846 Gehilfe des Gouvernementsarchitekten in Mitau, 1851 Gouvernementsarchitekt und 1879 auch Gouvernementsingenieur. 1893 verabschiedet. Von ihm die Villa Todleben bei Doblen und das Schloss Fockenhof des Fürsten Lieven.

Inland 1846 Nº 39; 1851 S. 523; 1855 S. 218; 1851 S. 410. — Kurl. Gouvernements Ztg. 1875 Nº 50. — Ztg. f. Stadt und Land 1879 Nº 61. — Mitausche Ztg. 1895 Nº 42.