Winkler, Karl Alexander v. Landschaftsmaler. Geb. 6. Juli 1860 in Reval, studierte Philologie an der Universität Dorpat und hörte daneben die Vorlesungen über Kunst von Prof. Löschke. 1889 wurde er Schüler des Prof. Herm. Eschke in Berlin und arbeitete dann unter George Wach in Lausanne, unter dessen Leitung er sich der Aquarellmalerei zuwandte. Mehrfache Studienreisen nach Schweden, Norwegen, Deutschland und Italien boten W. den Stoff zu seinen stimmungsvollen Aquarellen. Im städtischen Mus. zu Riga von ihm eine Ansicht des Marcellustheaters in Rom nach dem Regen.

W. Neumann, Balt. Maler und Kupferstecher des 19. Jahrh. S. 168–169.

Wippermann, Johann Peter. Theatermaler. Geb. 1775; gest. im April 1817 in Riga, kam 1809 an das Rigasche Stadttheater als Dekorationsmaler, trat gelegentlich auch als Schauspieler auf. Gerühmt wurde seine Dekoration zur Oper Titus.

Kurl. Provinzialblatt 1810 Nº 1 S. 7. — Rigasche Stadtbl. 1817 S. 144. — Rigaer Theater- und Tonkünstler-Lexikon 1890 S. 267.

Wistinghausen, Alexandrine v. Landschaftsmalerin. Geb. 1850 in Reval, studierte unter Prof. [v. Klever] in Petersburg und war dann Schülerin von O. de Champeaure in Paris. Von ihr: Reval bei Abendstimmung. — Motiv aus der Umgegend von Paris. — Parkmotiv aus Paris. — Marine aus Venedig. — Motiv aus Nervi. — Waldmotiv aus Fontainebleau u. a.

Witte, Johann de. Architekt. Geb. 17/29. Oktober 1790 in Riga; gest. im August 1854 in Charkow, erhielt seine Ausbildung in der Ingenieurschule und in der Akademie in Petersburg, nahm am Kriege von 1812 teil, baute das Militärhospital in Riga, leitete den Umbau des (Ordens) Schlosses daselbst, baute die luth. Kirche zu Windau und erwarb sich grosses Verdienst durch die Errichtung des Badeorts Kemmern.

Allgem. Künstlerlexikon v. H. W. Singer unter De Witte I S. 340.

Wrangel, Baronesse Helene v. Malerin. Geb. 21. Juni 1837 in Nowgorod als Tochter des Generals der Kavallerie Baron Karl v. W. aus dem Hause Tolks, gest. 3. November 1906 in Petersburg, erhielt den ersten Kunstunterricht im elterlichen Hause und den ersten Malunterricht von dem Akademiker Sherwood in Moskau. In Petersburg arbeitete sie unter Premazzi und Schistjakow. 1870 verlieh ihr die Akademie den Rang eines freien Künstlers und ernannte sie 1874 zum freien Mitglied. Ihre Darstellungen bewegen sich grösstenteils in der Schilderung des bäuerlichen und des Tierlebens. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihr: Pferde auf einer Waldweide; Unterricht im Pflügen (kam 1884 in kaiserl. Besitz).

Wrangel, Baron Nils (Nikolaus) Wilhelm v. Maler. Geb. 28. Juli 1800; gest. 1870 in München, trat 1822 als Kornet in das Warschauer Gardehusarenregiment, nahm aber schon nach fünf Jahren seinen Abschied, um sich der Kunst zu widmen. Im Oktober 1828 trat er in die Dresdner Akademie, besuchte dann München, Rom und Neapel und liess sich 1836 in Petersburg nieder. 1857 waren auf einer Ausstellung in Reval von ihm ein Selbstbildnis, ein Zimmerinterieur und zwei Nachtbilder.