Bielenstein, Siegfried Alexander. Maler. Geb. 27. Februar 1869 zu Doblen in Kurland, Sohn des Pastors Dr. Aug. B., bezog 1891 die Kunstschule in Leipzig, siedelte aber 1893 nach Weimar über, wo er Schüler des Tiermalers Prof. Brendel wurde. Nach dessen Tode schloss er sich an Prof. Sartorio an und widmete sich gleichzeitig unter Prof. Thedi der Porträtmalerei. Seit 1897 in Riga tätig.

Bienemann, Eduard William. Porträt- und Historienmaler. Geb. 10. September 1795 in Libau; gest. 15. Februar 1842 in Petersburg. Erhielt die ersten Kunstunterweisungen von der kunstverständigen Gattin des Bürgermeisters Neumann in Libau, [Anna Benigna N.] geb. Vahrenhorst; bezog im Sommer 1815 die Dresdner Akademie, wo er Schüler Hartmanns wurde und ging im August 1817 mit mehreren Studiengenossen nach Italien. In Rom konnte er im März 1819 dem Kaiser Alexander I. mehrere seiner Gemälde vorstellen, von denen dieser zwei erwarb. 1822 kehrte er nach Libau zurück, veranstaltete im Mitauer Mus. eine Ausstellung seiner Arbeiten (17. Juni 1822) und nahm dann seinen Wohnsitz in Moskau, seit 1829 in Petersburg. 1819 Mitgl. der Akademie St. Lukas zu Rom und Florenz. Dezember 1836 Akademiker der Petersburger Akademie. Von ihm eine Heilige Familie, eine Madonna mit Kind (nach Raffael) vom Kaiser Alexander I. erworben. Die heilige Ursula (Bes. Mus. Mitau). Das Portr. seiner Eltern (des Kommerzienrats Friedr. Georg B. und dessen Gattin Susanna geb. Kunstmann), 1828 gem. (Familienbes. Stuttgart.) Portr. des Gelehrten G. Fischer v. Waldheim; gest. von Wright.

Nach Mitteilungen von Dr. Fr. Bienemann jun. aus einer Familienchronik. Rigasche Stadtbl. 1822, S. 467. — Sitzgsber. der Kurländ. Ges. für Lit. und K. 1819, 16. März und 5. November. — Baltische Monatsschrift, Bd. 27: Ein Bürgerhaus aus der Grossvaterzeit. — Gedichte v. Ludolf Schley. Libau 1834 III, S. 38 und 1859, S. 381. — Jul. Schnorr v. Carolsfeld: Briefe aus Italien. Gotha 1886 I, Brief 36.

Bilenberg, Joh. C. Stempelschneider und Medailleur. Wurde am 21. September 1705 vom Rigaschen Rat angestellt. Ein rigascher Dukaten von 1707, die letzte Münze dieser Art, die die Stadt hat prägen lassen, trägt seinen Namenszug J. C. B. in Ligatur.

Monetaria, Rigasches äusseres Ratsarchiv. V.

Bindenschu, Ruppert. Baumeister. Gest. in Riga 1698, stammte aus Strassburg i. E. und kam um 1670 nach Riga, wo er Gehilfe des „Bau- und Kunstmeisters“ [Josten] (s. d.) wurde. Nach Jostens Abgang (1675) übertrug der Rat ihm dessen Amt. Er setzte den von Josten begonnenen Neubau des Turmes der Petrikirche fort, der am 21. Mai 1677 durch den Andressen-Frankschen Mordbrand unterbrochen wurde. B. wurde mit der Bearbeitung eines neuen Turmbauprojekts betraut. Er stellte drei Entwürfe vor, von denen der zur Ausführung genehmigte erhalten ist. Am 10. Mai 1690 wurde der Bau des Turmes von ihm vollendet. Dieser brannte 1721 ab, wurde aber in denselben Formen wieder aufgeführt.

Rigasche Stadtbl. 1840, S. 141. — A. Buchholz in den Sitzgsber. der Gesellschaft f. Gesch. und Altertumskunde 1891, S. 48. ff. — W. Neumann: das mittelalterliche Riga. Berlin 1892, S. 37. — Nottbeck und Neumann: Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II, S. 65.

Blaschewitz, Johann Ferdinand. Landschaftsmaler. Geb. 3. April 1804 in Mitau; gest. 22. Aug. 1866 in Riga, wurde Schüler des Malers [Dominikus Oechs] und ging 1829 nach Dresden, wo er bis 1834 Schüler des Prof. Dahl war. Von Dresden begab er sich zu weiterer Ausbildung nach München, besuchte Tyrol und kam 1837 nach Mitau zurück, liess sich aber im folgenden Jahre in Riga nieder. Sein künstlerischer Nachlass ging durch Kauf in den Besitz des Mitauer Museums über.

Archiv des Mitauer Gymnasiums (2). — Sitzgsber. der kurländ. Gesellsch. für L. und K. 1866. (J. Döring).

Blome, Daniel. Maler. Lebte in Reval und führte 1624 die Szenen aus dem Leben Christi an der von Bugislav v. Rosen gestifteten Kanzel in der Nikolaikirche aus. Auf dem Bilde der Ausgiessung des heil. Geistes liest man: anno domini 1624. Daniel Blome.