Brotze, Johann Christoph. Gelehrter. Geb. 12. Sept. 1742 in Görlitz; gest. 4. Aug. 1823 in Riga. Studierte in Leipzig, dann in Wittenberg und promovierte daselbst zum Dr. phil. 1768 folgte er einem Rufe nach Livland, wurde 1769 Subrektor und 1783 Konrektor am Lyceum zu Riga. 1815 legte er sein Amt nieder. B. hat sich um die Erforschung der livländ. Geschichte unvergängliche Verdienste erworben. Zu seinen bedeutendsten Arbeiten gehört die aus 10 Foliobänden bestehende „Sammlung verschiedener Livländischer Monumente, Prospekte, Münzen, Wappen u. dergl.“ mit gegen 2000 zum grössten Teil von ihm selbst gezeichneten Abbildungen im Bes. d. Stadtbibliothek zu Riga.

Autobiographie in A. Albanus Einladung zur feierlichen Amtsniederlegung des Oberlehrers J. C. Brotze usw. Riga. 1815. — Allgem. Schriftsteller- u. Gelehrtenlexikon der Prov. Liv-, Est- u. Kurland. I. S. 277.

Brussen, Daniel. Maler. Geb. um 1598, begraben 31. März 1684 auf dem deutschen Kirchhofe zu Bauske. Von ihm eine Kreuzigung und ein Abendmahl in der Kirche zu Funkenhof (übermalt).

L. Arbusow in den Sitzungsber. d. Kurl. Ges. f. Lit. u. Kunst 1888 S. 23 ff.

Brusseen, C.... Maler. Auf einem Oelgemälde, das die Stadt Riga von der Mitauschen Vorstadt gesehen darstellt, findet sich die Bezeichnung: C. Brusseen pinxit a. 1776 (Bes. Frau Emma Bernstorff, Riga). Autotypie abgedruckt in einem Aufsatz von A. B(erkhol)z „zum 50. Jahrestage der Abtragung der Rigaschen Festungswerke“, Beilage zum Rigaer Tageblatt Nr. 265, 1907.

Rigasche Ztg. 1878 Nº 229; Kat. d. kultur-hist. Ausst. 1883 Nº 547.

Budberg, Woldemar Dietrich v. (gen. Böninghausen). Geschickter Dilettant. Geb. 8. Oktober 1740 auf dem Gute Klein-Roop (Livl.); gest. 3. Juli 1784 in Walk. Kam, nachdem er seine Erziehung in Riga vollendet hatte, 1757 nach Königsberg, wo der berühmte Kunstphilosoph Joh. Nikolaus Meinhard sein Mentor wurde, der ihn auf einer Reise durch Deutschland, Frankreich, Spanien und Italien begleitete. In der Malerei wurde Adam Friedr. Oeser in Leipzig sein Lehrer, der sein Talent mit begeisterten Worten pries. Nach seiner Rückkehr lebte er auf seinem Gute Strasdenhof bei Riga, seit 1783, nach seiner Erwählung zum Kreismarschall in Walk. Auf Veranlassung seiner Freunde L. Bergmann, Lindner und Meinhard wurde auf ihn eine Medaille geschlagen. Von ihm 24 in Sepia gezeichnete Studienköpfe v. 1780, je 6 auf 4 Quartblättern im 2. Bande der Sammlung J. J. Voss, städt. Museum, Riga. — Eine Ansicht von Gravenheyde am Jägelsee. 1780 (Bes. Dr. E. v. Rautenfels, Riga). — Ein Selbstporträt. — Küchenszene (Bes. Baronin A. Budberg, Magnushof). — Ein Porträt des Barons Balthasar Campenhausen, † 1758. — Ein Porträt des Oberpastors Dr. Liborius v. Bergmann, Rotstift (Stadtbibliothek, reproduziert in Bd. 42 der berühmten Kunststätten von A. Seemann, Leipzig). — Der Entwurf zu dem allegorischen Bilde, die sog. Bombe Peters des Grossen, 1786; ausgeführt im ehemaligen Bibliotheksaale, jetzt Konfirmandensaale des Domklosters zu Riga, von Alex. Heydtmann. — Das Titelblatt zum livl. Adresskalender v. 1784. Original in der Handzeichnungen-Sammlung des Jak. Joh. Voss im Bes. des städt. Museums zu Riga. Gest. von D. Berger. — Ruine am Wasser, Tuschzeichn. in derselben Sammlung.

Livona 1812 S. 155, 161. — Rigasche Stadtbl. 1821 Nº 27. — Lebensbeschreibung in der Monatsschr. für Geist und Herz. Bd. 3. v. Lib. Bergmann. — Allg. Schriftsteller- u. Gelehrtenlexikon I S. 294 ff. — W. Neumann: Führer durch die Domkirche. S. 23.

Budberg, Karl Woldemar v., gen. Böninghausen. Geb. 28. Juli 1777 zu Strasdenhof bei Riga; gest. 23. Februar 1842. Diente anfänglich in der Garde, nahm aber 1797 als Kornet seinen Abschied, studierte von 1798–1802 in Jena Jurisprudenz und wandte sich dann in Dresden der Malerei zu. 1810 zum Dr. phil. promoviert; Präses des livl. evang. Konsistoriums. Von seinen Arbeiten waren 1842 in Riga ausgestellt: Ansicht von Ermes. — Motiv aus der Umgebung von Adseln. — Zwei Winterlandschaften. — Zwei Studienköpfe.

Allg. Schriftsteller- und Gelehrtenlexikon, Nachtrag S. 99. — Rigasche Stadtbl. 1842 S. 114 ff.