Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).

Grun, (Gruhn), Sebastian. Maler. Geb. um 1690; gest. 26. Januar 1772 in Mitau. Wird als Porträtmaler (Contrafeyer) aufgeführt.

Kirchenbuch der St. Trinitatiskirche in Mitau (J. Döring).

Grune, Johann Samuel Benediktus. Maler. Geb. um 1782 in Eisleben; gest. 3. Dezember 1848 in Blieden in Kurland, empfing seine künstlerische Ausbildung in Berlin, bereiste dann Deutschland und Oberitalien und kam 1800 nach Kurland. 1808 lebte er in Zierau, später im Hause des Fürsten Lieven in Blieden, mit dessen Familie er sich für einige Jahre nach Petersburg begab. Von 1824 bis 1834 hielt er sich in Senten auf, später in Grenzhof und Blieden. Sein Nachlass kam zum grössten Teil in den Besitz seines Freundes, des Arztes Dr. K. Bursy und befindet sich jetzt nebst vielen Briefen von ihm im Museum zu Mitau. Es gibt viele Bildnisse von ihm, die in einer eignen flotten Art gemalt sind. Zu seinen grössten Arbeiten zählen: Lasset die Kindlein zu mir kommen. Altargemälde für die Kirche zu Talsen in Kurland, 1876 ersetzt durch eine Himmelfahrt Christi von Schönherr in Dresden. — Das Altargemälde für die Kirche zu Bersteln in Kurland, 1843 gem. 1861 ersetzt durch ein Gemälde von [J. Döring]. — Das Abendmahl; gem. im Auftrage des Fürsten Lieven; aus Blieden gestohlen. — Porträt des blinden lettischen Naturdichters Indrik aus Appriken; gest. in Punktiermanier v. Arndt.

U. v. Schlippenbach: Malerische Wanderungen durch Kurland, Riga und Leipzig 1809 S.383. — Inland 1844 S. 92; 1854 S. 756. — D. A. Rowinsky: Подробн. словарь IV S. 187.

Grusdin, Artemii Michailowitsch. Porträt- und Genremaler. Geb. 1825 in Riga als Sohn eines Arbeiters; gest. daselbst 8. Februar 1891, kam zu einem Stubenmaler in die Lehre, bildete sich aber als Autodidakt im Porträtmalen aus. Von 1850–1856 lebte er in Mitau, dann längere Zeit in Goldingen mit Porträtieren beschäftigt. Mit dem bei diesen Arbeiten gewonnenen Verdienste ging er im Herbst 1858 nach München, wo er bis 1864 die Akademie besuchte. Er kehrte nach Riga zurück, verfiel aber bald in Trübsinn. Die meisten seiner Arbeiten befinden sich in Privatbesitz. Von ihm: Die Ankläger der durch Daniel verteidigten Susanna werden in Ketten gelegt, 1862 in München gem. — Ein Porträt des Kaisers Alexander II. 1868 für das Zeughaus der Stadtgarde gem. — Christus in Gethsemane, Altargemälde für die Kirche zu Warklany in Poln.-Livland (1879 gem.). — Der Weihnachtsmarkt in Riga (Bes. Gesellschaft der Schwarzhäupter in Riga). — Porträt der Sängerin Caroselli. — Römisches Mädchen, Kopie nach [A. Rizzoni] (Bes. städt. Museum in Riga). — Ansicht der alten Gildenhäuser, des Rathausplatzes und der ehemaligen Sandpforte in Riga (1884 gem. für den Konferenzsaal des Rathauses in Riga). — In seinem Nachlasse befand sich ein Album mit vielen kleinen sauber gemalten Oelbildern, deren Inhalt jedoch den geistigen Zustand des Künstlers während der letzten Jahre seines Lebens widerspiegelt.

Rigasche Zeitung 1869 Nº 20. — Zeitung für Stadt und Land 1879 Nº 207. — Наши художники I S. 126.

Gussewitsch, Nikolai v. Architekt. Gest. 17. Mai 1873 in Mitau. Er kam 1862 nach Absolvierung der Petersburger Bauschule nach Mitau und wurde dort als jüngerer Architekt bei der Gouvernementsregierung angestellt. In Mitau führte er aus das Haus Gley 1865, die russische Kapelle auf dem Paradeplatze in Mitau 1868 und die Kirche zu Dalbingen bei Mitau 1869.

(J. Döring.)

Gyllenschmidt, Karl Otto. Zeichner, stammte aus einer schwedischen Familie, trat in russische Kriegsdienste und nahm nach seiner Verwundung bei Zorndorf seinen Abschied. Er wandte sich dem Kunststudium zu, zeichnete anfangs im Generalstabe unter Leitung des Generals v. Stoffel, bildete sich dann weiter und wurde namentlich durch baltische Gelehrte gefördert, besonders durch Gadebusch, Brasch, Hupel und Ewers. Er bereiste die baltischen Provinzen und fertigte 241 Blatt Zeichnungen, Ansichten von Landschaften, Städten, Merkwürdigkeiten usw. aus Liv-, Est- und Kurland, die er mit einem Text versehen herauszugeben gedachte. Der Text hat sich im Bes. der Gelehrt. estnischen Gesellschaft erhalten; die Zeichnungen scheinen verloren zu sein.