R. Hausmann, Sitzungsber. d. Gelehrten estn. Gesellsch. 1895 S. 113 ff.
H
Haag, Georg. Porträtmaler. Geb. 1808 zu Hatzenweiler in Württemberg; gest. 21. August 1882 in München. Er trat 1829 in die Münchener Akad. und arbeitete unter H. M. von Hess. 1840 bereiste er Russland und setzte 1845 seine Studien in München in der von Jos. Bernhardt begründeten Kunstschule fort. 1847 kam er zum zweiten Male nach Petersburg, war Anfang 1849 in Reval und 1851 in Riga, wo er sich neben dem Porträtmalen mit der Erteilung von Zeichenunterricht beschäftigte. Im Herbst 1852 ging er nach Deutschland zurück, kam aber in der Folge wieder nach Riga und hielt sich hier bis 1861 auf. Die Gal. des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm ein Porträt der Lola Montez und das eines Tiroler Bauern.
Inland 1857 S. 315. — Rigasche Ztg. 1882 Nº 226.
Haaren, Franz Baron v. Bildhauer. Geb. 11. November 1856 in Johannenhof bei Bauske; gest. 18. Februar (2. März) 1879 in Stuttgart, war Schüler von Donndorf. Bekannt sind von ihm: Das Porträt seines Vaters. — Porträt des Hn. K. v. Löwis of Menar. — Porträt des Leipziger Prof. d. Musik G. J. Becker (Basreliefs in Medaillenform. Riga Jub. A. 1901. Bes. K. von Löwis of Menar, Riga).
Haberland, Christoph. Baumeister. Getauft am 6. Januar 1750 in Riga; gest. daselbst 7. April 1803. Nachdem er praktisch das Maurerhandwerk erlernt hatte, ging er auf die Wanderschaft und scheint hauptsächlich in Berlin und Dresden künstlerischen Studien obgelegen zu haben. Am 30. Januar 1778 machte er sein Meisterexamen und wurde am 13. Mai desselben Jahres vom Rigaschen Rate zum Adjunkten des Stadtwerkmeisters ernannt. Seine spätere Ernennung zum Stadtbau- und Werkmeister lässt sich urkundlich nicht belegen. H. gehörte zu den bedeutendsten Architekten s. Z. im Lande. Zu seinen vornehmsten Bauten gehören: Der Ausbau der Stadtbibliothek über dem Ostflügel des Domkreuzganges in Riga, 1778–1783 erbaut, mit prächtigem Saal (jetzt Konfirmandensaal der Domgemeinde). — Das Wohnhaus des ehem. Grosskaufmanns Joh. Sam. Hollander (gr. Pferdestr. 28). — Umbau des Gefängnisses zum Polizeihause (jetzt Hotel London, Kalkstr. 11). — Wohnhaus des weil. Ratsherrn Seb. Heinr. Kruse, in der Altstadt. — Wohnhaus des Bürgers Arn. Senger (gr. Pferdestr. 14). — Das eigne Haus des Meisters (gr. Schmiedestr. 4; jetzt mit dem Hause der Gesellsch. Ulei verschmolzen, aber in der Fassade erhalten). — Das Wohnhaus des Grosskaufmanns Conrad Heinr. v. Sengbusch, ursprünglich für den Zinngiesser Joh. Hayen begonnen, der den angefangenen Bau 1793 an v. S. verkaufte, v. S. übertrug H. die Ausführung (gr. Jungfernstr. 3, jetzt A. G. Ruhtenberg). — Die luth. Rundkirche in Kattlekaln bei Riga, 1791 begonnen. — Zugeschrieben wird ihm der Entwurf für die Marmorkanzel der Petrikirche; sie wurde in Carrara ausgeführt und am 1. Advent 1794 geweiht; eine Stiftung der Frau Gertrud von der Horst.
Nach einem Manuskr. von Dr. Anton Buchholtz, Riga †.
Hagen, Alexander. Maler. Geb. 17. Februar 1827 auf dem Gute Klein-Wrangelshof in Livl. Sohn des Malers [Aug. Matth. H.], gest. in Peru, erhielt seine erste Ausbildung von seinem Vater und ging dann zu weiterer Ausbildung nach München. 1855 zog er nach Rom, lebte 1856/57 in Paris und begleitete dann den bayrischen Gesandten Dr. M. Wegner auf einer Forschungsreise durch Südamerika, von der er im Herbst 1859 nach Deutschland zurückkehrte. Nach kurzem Aufenthalt in Deutschland ging er wieder nach Peru, wo er durch Porträtmalen mehrere Jahre sich und seine Familie erhalten haben soll. Sein tüchtig gemaltes Selbstporträt befand sich 1901 auf der Rigaschen Jubiläumsausstellung.