Sitzungsber. der kurl. Ges. für Lit. und Kunst 1868 S. 228. — W. Neumann, Grundriss einer Gesch. der bild. Künste und des Kunstgewerbes in Liv-, Est- und Kurland 1887 S. 161.
Hellwig, Friedrich. Theatermaler. Geb. 1832 in Bremen; gest. 1898 in Wien, erhielt seine Ausbildung im Atelier des Hoftheaters zu Oldenburg, wurde dann Schüler von Joh. Mühldorfer in Mannheim und 1863 dessen Nachfolger. Im Herbst 1866 kam er nach Riga, wo seine erste grössere Arbeit die Herstellung der Dekorationen zur Oper Oberon war, der bald die Dekorationen zur Afrikanerin folgten. 1870 ging er nach Nürnberg, kehrte aber 1878 nach Riga zurück und blieb hier bis zu seiner Pensionierung (Mai 1890). Zu seinen bedeutendsten Arbeiten während dieses zweiten Aufenthalts in Riga gehören die Dekorationen zu Gounods Faust. In Privatbes. von ihm mehrere ansprechend gemalte Landschaften.
Neue Ztg. für Stadt und Land 1880 Nº 29. — Dünaztg. 1892 vom 20. Juni (2. Juli). — Rigaer Theater- und Tonkünstlerlexikon S. 91.
Hembsen, (Hemssen, Hemessen) Hans v. Maler. Geb. im letzten Viertel des 16. Jahrhunderts in Lübeck; gest. in Reval vor 1673, erlernte die Kunst bei dem Lübecker Maler Philipp Röseler, arbeitete dann in Königsberg und Danzig, und richtete am 15. März 1616 an den Lübecker Rat ein Gesuch um Zulassung als Freimeister, das aber auf Grund einer Supplik der Amtsmeister abgeschlagen wurde. Am 26. April 1625 wiederholte er sein Gesuch unter gleichzeitiger Vorzeigung eines Gemäldes, das eine Ansicht des Audienzsaales im Lübecker Rathause vor seiner Erneuerung im Jahre 1573 und als Staffage eine Sitzung des Obergerichts darstellt (jetzt in der Hörkammer des Lübecker Rathauses). Dieses zweite Gesuch wurde mit gewissen Einschränkungen genehmigt. 1635 malte er das Epitaph des 1634 verst. Lübecker Bürgermeisters Lorenz Müller mit dem Porträt des Verstorbenen und mit Darstellungen der Kreuzigung und der Auferstehung Christi (Marienkirche zu Lübeck). Seit 1637 ist er in Reval nachweisbar, wo er ebenfalls schwere Kämpfe mit den Amtsmeistern durchzumachen hat. Werke sind ihm hier mit Sicherheit nicht nachzuweisen.
P. Hasse in d. Zeitschr. d. Vereins f. Lübeckische Gesch. u. Altertumskunde. — Ders. Aus der Gesch. d. Lübecker Malerei von 1550–1700, Lübeck 1900 mit Abb. v. J. Nöhring. — W. Neumann in d. Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 52.
Hembsen, Albrecht v. Maler. Geb. in Lübeck um 1625; gest. in Reval an der Pest 1657. Er kam mit seinem Vater [Hans] um 1637 nach Reval und erlernte unter seiner Leitung die Kunst der Malerei. Es wird von ihm berichtet, dass er viele Porträts, namentlich adeliger Personen, gemalt habe. Er übernahm in der Folge die Geschäftsführung für die Witwe des Malers Peter Wicherts in Reval und malte ein Jahr und 20 Wochen an den Tafeln für die Kanzel (wahrscheinlich für die 1684 durch Brand zerstörte Kanzel der Domkirche); auch das Epitaph des Obersten Rechenberg, vermutlich auch 1684 durch den Brand der Domkirche zerstört, wurde von ihm gemalt.
W. Neumann in d. Sitzungsber. der Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde, Riga 1898 S. 54 ff.
Herrle, Karl, aus München, arbeitete von 1870–1872 als Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater, wo zu seinen bedeutendsten Arbeiten die Dekorationen zu den Meistersingern gehören. Er war auch ein geschickter Landschaftsmaler und stellte wiederholt in Riga aus. Man hat von ihm Ansichten aus dem alten Riga und aus Treyden.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 47; 1874 Nº 51. — Rigaer Theater- u. Tonkünstlerlexikon S. 94.
Hess, Friedrich Wilhelm. Architekt. Geb. 1822; gest. 23. Mai 1877 in Riga, war in Petersburg Schüler des Prof. [H. Bosse] und wurde 1851 von der Akad. zum freien Künstler ernannt. Seit 1852 war er in Riga beim Bau der Börse und neben dem Architekten [H. Scheel] auch beim Bau des Stadttheaters beschäftigt. Zu seinen selbständigen grösseren Bauausführungen gehören in Riga die Häuser de Chey und Minus. Von 1857–1860 erbaute er das Schloss Kolzen in Livland.