Jensen, Severin. Architekt, ein Däne von Geburt, trat 1772 in die Dienste des Herzogs Peter von Kurland. Sein Hauptwerk ist das schöne Gymnasium illustre in Mitau, das der Herzog in den Jahren 1773–1775 von ihm errichten liess. Zu vermuten ist, dass auch die Ausbauten der herzoglichen Schlösser zu Schwethof und Würzau von ihm herrühren. Nach der Abdankung des Herzogs trat er in russische Dienste als kurländischer Gouvernementsarchitekt, gab das Amt aber 1803 auf und ging nach Italien, wo er am Schlossbau zu Caserta beschäftigt gewesen sein soll.
Wöchentliche Unterhaltungen Bd. IV (1806) S. 399. Schlippenbach, Malerische Wanderungen durch Kurland, 1809 S. 416 ff. — Sitzungsber. der Kurl. Ges. für Lit. und Kunst, 1877 S. 43. — Brief des Herzogs Peter von Kurland im Mus. zu Mitau (J. Döring).
Johann, Maler, kommt in der zweiten Hälfte des 15. und im ersten Viertel des 16. Jahrhunderts in Rigaschen Quellen vor. Er scheint identisch mit dem Maler [Johann von der Lynen], der 1466 und 1467 im Rigaschen Rathause malt.
(Anton Buchholtz.)
Jonstein, Peter, als Jonsten von Kaiser Peter I. von Russland baronisiert, war Kaiserl. Baumeister in Riga, wo er vermutlich das Kaiserliche Palais erbaute. Er starb um 1725.
Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde 1898 S. 110 ff. — Rigasche Stadtbl. 1847 S. 302.
Jordan, Friedrich Ernst v. Ingenieur-Kapitän, war unter dem Ingenieur-Obersten E. v. Seidlitz vom 9. Mai 1831 ab als dessen Gehilfe bei den Wiederherstellungsarbeiten der 1820 abgebrannten Olaikirche in Reval beschäftigt.
G. v. Hansen, die Kirchen und ehem. Klöster Revals S. 22. — Nottbeck und Neumann, Gesch. und Kunstdenkmäler der Stadt Reval. II S. 102.
Jordan, Wilhelmine. Malerin. Geb. 3. Mai 1821 in Reval; gest. daselbst 7. April 1895, war Schülerin des Malers [S. Walther] und bildete sich weiter in Dresden unter [W. Juncker]. Noch in späteren Jahren unternahm sie Studienreisen und beschäftigte sich in Rom unter Broschi. Sie hat grösstenteils Porträts gemalt.
Nach Familiennachrichten.