Josten, Jakob. Baumeister, stammte aus Holland und war 1662 aus Danzig nach Riga gekommen, um als städtischer „Kunstmeister“ den Bau der Wasserleitung zu übernehmen. Nach dem Einsturze des Turmes der Petrikirche (1666) übertrug ihm der Rat die Wiederherstellungsarbeiten. 1671 wurde er neben dem Adjunkten des Stadtingenieurs Mag. Johannes Schwenburg und dem Baumeister Heinrich Henicke vom Rat zu einer Konkurrenz zur Erlangung geeigneter Entwürfe für die neue Turmfassade aufgefordert, aus der er als Sieger hervorging. Im Mai 1675 nahm er seinen Abschied, um nach Danzig zurückzukehren. An seine Stelle trat sein von ihm dem Rate empfohlener Gehilfe [Ruppert Bindenschu].

A. Buchholtz in Sitzungsber. der Gesellsch. für Gesch. und Altertumskunde 1891 S. 48 ff. — W. Neumann, das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S. 35.

Juncker, Wilhelm Karl. Porträt- und Genremaler. Geb. 8. Juli 1820 in Wenden; gest. 17./30. April 1901 in Dresden. Früh verwaist, wurde er zu einem Stubenmaler in die Lehre getan, doch stellte seine Begabung für das Porträtieren ihn bald auf eigne Füsse. 1843 trat er in die Dresdner Akad. ein und bildete sich, nach deren Absolvierung in Antwerpen, worauf er sich in Dresden niederliess. Er hat eine grosse Anzahl Porträts, auch mehrere anziehende, grösstenteils dem Frauen- und Kinderleben entnommene Genrebilder, sowie einige kirchliche Gemälde geschaffen. Wir nennen: Porträt der jugendlichen Elise von der Recke, Kopie nach Anton Graff, 1847 gem. (Bes. Mus. zu Mitau). — Porträt des Historienmalers Prof. [K. Baehr] (Familienbes., Dresden). — Christus am Kreuz mit Maria und Magdalena, Altargem. für die Kirche zu Ronneburg in Livland, 1858 gem. — Bettelnde Kinder. — Die kleine Kunstfreundin. — Die lauschende Mutter. — Heiligenbilder für die griech. orthod. Kirche in Dresden. — Bildnis eines jungen Mädchens in Renaissancekostüm (Vom Künstler 1884 der Rigaschen Stadtgal. geschenkt). — Eislauf auf dem Teich des grossen Gartens in Dresden (Nach Amerika verkauft). — Aufbruch zur und Rückkehr von der Jagd, Wandgemälde im Schlosse des Hn. v. Arnim, auf Kitzscher bei Borna in Sachsen (Originalskizzen im Bes. v. Dr. W. Neumann, Riga). — Christus am Kreuz, Altargem. für die Kirche zu Linden in Kurland. 1887. — Porträt der Königin Auguste Amalia v. Sachsen; lith. v. K. Fischer. — Mehrere Handzeichnungen im städt. Museum zu Riga.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 68–69.

Jung-Stilling, Elise v. Malerin. Geb. 9. August 1829 in Mitau als Tochter des Landpostmeisters v. J.; gest. 10. Juli 1904 in Peterskapelle bei Riga, wurde von [J. Döring] in die Kunst eingeführt, setzte seit 1852 ihre Studien im Atelier von Professor A. Ehrhardt in Dresden fort und arbeitete später unter Liezenmayer in München. 1863 übernahm sie das Amt einer Zeichenlehrerin an der Stadttöchterschule und gründete 1873 die heute in den Besitz der Stadt als städtische Kunstschule übergegangene Jung-Stillingsche Zeichen- und Malschule in Riga. Von ihr das schöne Porträt des Landrats Hamilkar von Fölkersahm, lith. von H. Hanfstängl 1856. Im Jahre 1908 liess der Rigasche Kunstverein eine Medaille auf sie prägen.


K

Kaff (Kaffen), Johann. Kupferstecher; wird am Ausgang des 17. Jahrhunderts als herzogl. kurländischer „Hofkupferstecher“ aufgeführt in einem Verzeichnis der Deputate der herzogl. Hofbeamten. 1684 wird er gelegentlich der Huldigung genannt.

Inland 1840 S. 614, 615. — Jahrbuch f. Gen. Herald. und Sphrag. 1894 S. 161 Anmerk. 16.

Kahl (Soukowsky), Karl. Landschaftsmaler. Geb. 1873 in Riga, trat 1892 in die Düsseldorfer Akad. und arbeitete unter Lauenstein, Kampf und P. Janssen. Er wandte sich später nach München und Karlsruhe, bereiste Holland und Belgien und ging dann nach Paris, kehrte von dort nach Düsseldorf zurück und lebt seit 1898 in Witebsk. Wir nennen von seinen Bildern: Herbstgold. — Regentag. — Lange Schatten.