Kleist, Emma v. Malerin. Geb. 29. Mai 1840 auf dem Gute Lemsern in Kurl.; gest. 17. Juli 1892 in Riga, empfing ihre erste Ausbildung von [Jul. Döring] in Mitau, dann unter [K. A. Poorten] und [O. Pölchau] in Riga. Zu weiterer Ausbildung ging sie 1880 nach Berlin, München und Dresden. Sie unterrichtete später an verschiedenen weiblichen Unterrichtsanstalten in Riga. Ausser mehreren Landschaften von ihr das Altargemälde der Kirche zu Kerklingen in Kurland.
Nach Familiennachrichten.
Klemm, K. W. Geschickter Dilettant. Er lebte zu Anfang des 19. Jahrhunderts als Gouvernementsrentmeister in Mitau und zeichnete viele Porträts, namentlich nach älteren Gemälden. Die meisten seiner Zeichnungen wurden von Joh. August Rosmäsler (1753–1783) in Leipzig in Kupfer gestochen. Es gibt von ihm folgende Arbeiten: Porträt des Herzogs Jakob von Kurland. — Porträt der Herzogin Louise Charlotte von Kurland. — Porträt des Staatsmannes Theod. Reinkingk. Bez. K. W. Klemm p. Rosmaesler sc. 8o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1806). — Porträt des Herzogs Gotthard von Kurland. — Porträt der Herzogin Anna von Kurland. — Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Joh. Christoph Schwarz. Bez. Klemm pinx. Rosmäsler fec. 8o. (In Albers Nord. Almanach für das Jahr 1807). — Porträt des Herzogs Friedrich von Kurland. — Porträt des Herzogs Wilhelm von Kurland. Bez. K. Klemm p. Rosmäsler sc. 8o. (Im Nord. Almanach für das Jahr 1809). — Ansicht von Doblen in Kurland. Bez. C. W. Klemm del. J. P. Veith sculps.
Klever, Julius v. Geb. 31. Januar 1850 in Dorpat, trat 1867 in die Petersburger Akademie um Architektur zu studieren, wandte sich aber schon im nächsten Jahre unter Prof. Worobjew der Landschaftsmalerei zu. Er erwarb sich in kurzer Zeit mehrere Med. und wurde 1876 für sein Bild „Frühling in Russland“ zum akadem. Künstler I. Gr. ernannt. 1878 wurde er zum Akademiker und 1881 zum Professor befördert. Zurzeit in Berlin tätig. K. gehört zu den fruchtbarsten Landschaftsmalern der russischen Schule. Von seinen Gemälden heben wir hervor: Herbstwald, 1874 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). — Dorflandschaft im Oreler Gouvern. im Winter (Bes. Fürstin Imeritinski). — Verlassener Park in Marienburg, Livl. (Bes. Terechtschenko, Kiew). — Motiv von der Insel Nargen bei Abendbeleuchtung (Bes. Semenow, Petersburg). — Im russischen Tannenwald, Winterlandschaft bei Sonnenuntergang (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). — Rotkäppchen im Walde (Abb. im Daheim 1886. In Kaiserl. Bes.). — Stilleben im Walde, 1883 (Bes. Grossfürst Nikolai Michailowitsch). — Welke Blätter; Motiv aus einem Park in Dorpat. Radiert von B. Mannsfeldt in Lützows Zeitschrift für bildende Kunst, 1884 (Bes. Baron E. Girard de Soucanton, Reval). — Verlassener Park, 1883 gem. (Bes. der Vorige). — Illumination des Kremls in Moskau zur Krönung des Kaisers Alexander III; in Gemeinschaft mit [O. Hoffmann] (In Kaiserl. Bes.). — Weg über einen Sumpf in Finnland (Bes. Dr. Botkin, Petersburg). — Fischerdorf am Peipussee im Winter, 1885 gem. (Abb. in Kunst für Alle, Oktob. 1886. Bes. Akad., Petersburg). — Winterabend in einem Fischerdorfe in der Umgebung von Petersburg (Bes. Baron Girard de Soucanton, Reval). — Schnepfenstrich, Farbenskizze und Original (Bes. Konsul N. Koch, Reval). — Strandlandschaft (Bes. Frau Baronin Girard Reval). — Die Haberssche Bucht (Bes. Baron Girard, Reval). — Motiv aus Rocca al mare bei Reval. — Blick auf Reval von Rocca al mare aus (Bes. Baron Girard, Reval). — Dorf im Schnee bei Sonnenuntergang (Bes. Frau H. v. Nottbeck, Reval). — Das Wasserfest auf der Düna zur Feier des 700 jähr. Bestehens der Stadt Riga im Jahre 1901. (Bes. Städt. Mus. Riga).
W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer. S. 161–163.
Klingstedt, Karl Gustav. Miniaturmaler. Geb. 1657 in Riga; gest. 1734 in Paris, trat mit 15 Jahren in schwedische Kriegsdienste und diente von 1677 ab im französischen Heere. 1689 nahm er seinen Abschied, um sich der Malerei zuzuwenden. Er malte hauptsächlich Miniaturen auf Elfenbein in chinesischer Tusche, mit Vorliebe aber freie Szenen auf Tabaksdosen. Der franz. Minister Kardinal Guill. Dubois, der dem alternden Künstler eine Pension gewährte, nannte ihn den „Raffael der Tabaksdosen“. Von ihm: Venus auf dem Meere wandelnd. — Triumph der Galathea. Radiert v. Bernhard Picart. — Mönch eine Nonne züchtigend. Oelgem. (Befand sich in der Sammlung des Schlosses Kolzen in Livland, soll angeblich zerstört worden sein). — Porträt Peters I. in Paris gem. für Lord Heresford; darnach ein Bild des Kaisers im Brit. Mus. zu London. — Susanna im Bade. 1891 auf der Auktion Spitzer versteigert.
Füessli, Allgem. Künstlerlex. Ausg. v. 1763 (nach l’Advocat: Dictionaire historique portatif, Basle 1758). — W. Becker und Görling, Kunst und Künstler des 18. Jahrh. — D. A. Rowinsky, Подробн. словарь русск. гравиров. портретовъ IV. S. 681.
Klint, Cyriakus. Zinngiesser und Graveur. Geb. 1502; gest. 1592, war ein Schüler des als Dichter bekannten Rigaschen Zinngiessers Burchard Waldis. Von ihm im Dom-Museum zu Riga ein aus Zinn gefertigtes Turmknopfkästchen der St. Petrikirche vom Jahre 1578. Neben hübsch empfundenen biblischen Darstellungen sind von ihm verschiedene Wappen und Inschriften auf die Flächen graviert. Bez. mit den Anfangsbuchstaben seines Namens C. K. und dem Datum: M. CCCCC. LXXVIII DEN II IVLIVS.
Klockow, Johann Heinrich. Kupferstecher und Lithograph. Geb. 18. Oktober 1774 in Riga; gest. daselbst 6. Dezember 1823. Wo er seine Studien gemacht hat, lässt sich nicht nachweisen. Nach dem Tode seines Vaters im Jahre 1801 übernahm er dessen Buchbindereigeschäft und übte daneben seine Kunst. Auch als geschickter Holzschneider hat er sich gezeigt. Von ihm gibt es eine Reihe von Kalenderumschlägen und Illustrationen zu Rigaschen Kalendern, die teils von ihm in Holz geschnitten, teils lithographisch hergestellt sind. Die in Holz geschnittenen Illustrationen stellen dar: Das Porträt Peters I., eine Ansicht der Beschiessung Rigas und Abbildungen der Medaillen, die 1710 auf die Eroberung der Stadt geprägt wurden (Kalender für 1817). Ferner: Ansicht der Jesuskirche in Riga, die Alexander-Newsky-Kirche, das Kaiserl. Gymnasium zu Riga, das Ritterhaus zu Riga, das Lusthaus im Kaiserl. Garten. Altona bei Riga. Birkenruh bei Wenden. Heinrichshof bei Riga. — Lithographien zu gleichem Zweck: Die Gertrudkirche vor dem Brande von 1812. Die Nikolaikirche in der Moskauer Vorstadt. Das Schloss zu Riga. Das Katharinäum. Eine Partie aus dem Wöhrmannschen Garten. Wöhrmanns Park. Der Sommergarten in Riga. Ausserdem: Die Ruinen des Sommergartens in Riga nach dem Brande von 1812. In Kupfer gest. nach [Joh. Joach. Baltzer]. — Die 1782 zum Empfang des Grossfürsten Paul Petrowitsch errichtete Ehrenpforte. (Lithogr.). Porträt des Bischofs Dr. C. Chr. Ulmann (Lithogr.).
Rigasche Biographien v. J. G. F. Riga 1881 S. 103. — Rigasche Stadtbl. 1816 S. 369.