Klose, Edmund. Porzellanmaler in Riga. Geb. 1847; gest. daselbst im Dezember 1885.
Klot, Alma Willy v. Landschaftsmalerin. Geb. 27. Dezember 1858 in Livland, vermählt seit 1889 mit Hugo Boltho v. Hohenbach, bildete sich in Dresden und Karlsruhe. Von ihr sind mehrere stimmungsvolle Landschaften bekannt.
Klünder, Alexander Julius. Porträtmaler. Geb. 8. Febr. 1802 in Estland; gest. 27. Dezember 1874 in Reval, studierte von 1823–1826 Nationalökonomie an der Universität Dorpat und wurde Schüler des Kupferstechers [C. A. Senff]. 1834 ernannte ihn die Petersburger Akad. zum freien Künstler und am 8. VII. 1841 zum Akademiker für das Miniaturbild eines die Balalaika spielenden Bauern. Vom Kaiser Alexander II. und vom König von Sachsen wurde er durch die Verleihung je eines Brillantringes ausgezeichnet. Von ihm: die Porträts der Professoren der Universität Dorpat. 30 Bl. in kl. fol. Lith. von Helbach in Reval, 1827–1828. Das Werk wurde seit 1827 lieferungsweise herausgegeben und erschien in Dorpat und Riga in der Hartmannschen, in Mitau in der Steffenhagenschen, in Reval in der Bornwasserschen Buchhandlung. — Portr. des Superintendenten Chr. Gottl. Mayer in Reval, 1828 lith. — Portr. des Arztes Dr. Alex. Theod. v. Winkler, Reval, 1828 lith. — Portr. des Dorpater Polizeimeisters Gessinsky, lith.
Knebusch, Karl v. Maler. Geb. 1775 zu Holmhof in Kurland; gest. 1821 in Mitau, stand anfänglich im Militärdienst und widmete sich dann in Petersburg der Malerei. Er wurde 1805 Zeichenlehrer an der Kreisschule in Mitau. Von ihm ein Tierbild, Kampf eines krimischen Hundes mit einer Dogge, 1814 gem.; es kam 1821 in das Mus. zu Mitau.
J. Döring.
Knoth, Martin. Baumeister. Lebte in der zweiten Hälfte des 17. Jahrh. als „Kirchenbaumeister“ in Mitau; gest. daselbst 1687. Erwähnt im Kirchenbuch der Trinitatiskirche zu Mitau 25. III. 1685 u. 2. V. 1687.
J. Döring.
Knüpfer, Rudolf Otto. Architekt. Geb. 20. Febr. 1831 zu Klein-Marien in Estland; gest. 10. Juli 1900 in Reval, trat 1845 in die Bauschule zu Petersburg und absolvierte sie 1852. Von 1860–1878 bekleidete er das Amt des estländischen Gouvernementsarchitekten und zeitweilig auch das des Revaler Stadtarchitekten. Er nahm später das Amt des Gouvernementsingenieurs ein und wurde 1893 zum wirkl. Staatsrat mit dem Prädikat Exzellenz befördert. Zu seinen bedeutenderen Bauausführungen gehören: Der Wiederaufbau des abgebrannten Theaters in Reval, 1859–1860. — Die Karlskirche in Reval, 1862–1870, ausgef. nach den Entwürfen von [O. P. Hippius]. — Die Gasanstalt und die Markthalle vor der Lehmpforte in Reval, 1873. — Die Zentralstation der Freiw. Feuerwehr in Reval 1871–1873. — Die luther. Kirchen in Narva und Hungerburg. — Die Petrikirche in Dorpat, 1884 geweiht.
Rigasche Stadtbl. 1860 S. 355. — Rigasche Ztg. 1870 v. 29. Dzbr.; 1873 Nº 63; 1884 Nº 219. — Rigaer Tagebl. 1900 v. 13. Juli.
Koch, Johann (Hans). Architekt. Geb. 23. Aug. (4. Septbr.) 1850 in Emeth, Kreis Eger (Böhmen) trat 1867 in die technische Hochschule in Prag, wo er anfangs Ingenieurwissenschaften studierte, dann aber zum Studium der Architektur übertrat, das er am Polytechnikum und der Kunstakademie in München bis 1872 fortsetzte. 1872 siedelte er nach Wien über, wo er, während er seiner Militärpflicht genügte, die Vorlesungen der Professoren Fr. v. Schmidt und Th. v. Hansen besuchte. 1873 trat er in die Praxis, kam 1874 nach Prag, wo er an der Universität Vorträge von O. v. Benndorf über klassische Archäologie hörte und 1875 das Amt eines Assistenten für Baukunst an der technischen Hochschule übernahm. Neben einer umfangreichen praktischen Beschäftigung und neben der Beteiligung an grösseren Konkurrenzen (Kurort Slanik in Rumänien, I. Preis; Museum in Riga, III. Preis; Museum für Prag, I. Preis) hielt er Vorlesungen und Vorträge, und wurde 1881 zum Dozenten, 1883 zum Professor der Baukunst an der technischen Hochschule in Prag ernannt. 1884 folgte er einem Rufe als Professor an das Polytechnikum in Riga, wo er seit jener Zeit mit dem grössten Erfolge, sowohl als Lehrer, wie als ausübender Architekt gewirkt und sich überhaupt um das Aufblühen der Baukunst grosse Verdienste erworben hat. Von ihm wurden erbaut: Das Gebäude der adeligen Kredit-Sozietät in Riga, 1886–1889. — Die Lutherkirche zu Thorensberg bei Riga, 1888–1891. — Das Haus des Bankiers Schwartz an der Esplanade in Riga. — Das Landhaus des Hn. v. Transehe in Neu-Schwaneburg. Zum Teil nach seinen Entwürfen wurden von seinen ehemaligen Schülern ausgeführt: Die Kaiserl. Reichsbank in Riga (ausgef. v. [A. Reinberg]); die kathol. S. Albertuskirche (ausgef. von [W. Bockslaff]); das chemische Institut des Polytechnikums (ausgef. von [O. Hoffmann]).