Kügelgen, Wilhelm Georg Alexander. Historienmaler. Geb. 20. November 1802 in Petersburg, Sohn des Malers [Gerhard v. K.]; gest. in Bernburg 25. Mai 1867, erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem Vater und trat 1818 in die Dresdner Akad., wo er 1820 Schüler von [Hartmann] wurde. 1827 kam er nach Estland und lebte vorübergehend in Petersburg. 1830 zog er nach Dresden zurück und siedelte 1834 nach Bernburg über, wo er zum Professor und herzogl. Hofmaler ernannt wurde. 1846 weilte er neun Monate in Petersburg, um den Maler [Neff] bei der Herstellung der Kartons für die Ausschmückung der Isaakskirche zu unterstützen. 1853 ernannte ihn der Herzog von Anhalt-Bernburg zum Kammerherrn. Die Olaikirche zu Reval besitzt von ihm ein Altargemälde, Christus am Kreuz, 1830 gem. Er gab heraus: Drei Vorlesungen über Kunst, Bremen 1842, und schrieb: „Jugenderinnerungen eines alten Mannes“, herausg. v. P. Nathusius, 1870. In 17. Auflage erschienen 1896.

Kügelgen, Sally v. Porträt- und Historienmalerin. Geb. 19. Februar 1860 in Dorpat als jüngste Tochter des Malers [Konstantin v. K.] aus seiner dritten Ehe mit Baronesse Antonie v. Maydell (aus dem Hause [Maydell]), lebt in Rom. Ihre erste Lehrerin war Frau [Julie Hagen-Schwarz], dann absolvierte sie die Schule der Gesellschaft zur Förderung der Künste in Petersburg und besuchte von 1880–85 die Petersburger Akademie als freie Zuhörerin. Von ihr mehrere Porträts und kirchliche Malereien.

W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 146–147.

Küntler, David, Baumeister, lebte am Ende des 17. Jahrh. in Narva. Von ihm wurde der Bau der ersten festen Brücke auf Steinpfeilern über die Narowa ausgeführt. Gleichzeitig oder wenig später erbaute er auf Kosten narvascher und ausländischer Kaufleute die Börse in Narva (Das Gebäude dient jetzt anderen Zwecken).

H. J. Hansen, Geschichte der Stadt Narva. Dorpat 1858 S. 129.

Kütner, Samuel Gottlieb. Kupferstecher. Geb. 13. Januar 1747 zu Wendisch-Ossig in der Ober-Lausitz; gest. 29. August 1828 in Mitau, machte seine Studien unter Joh. Friedr. Bause in Leipzig und wurde 1775 als Zeichenlehrer an das akademische Gymnasium in Mitau berufen. 1782 folgte er einer Aufforderung des Königs Stanislaus August von Polen, um dessen von Bacciarelli gemaltes Bildnis in Kupfer zu stechen, wofür er von diesem 1784 mit einem Brillantring und der gold. Medaille „Merentibus“ ausgezeichnet wurde. Auch Kaiser Alexander I. zeichnete den Künstler auf Fürsprache des damaligen Akademiepräsidenten Grafen Strogonow mehrfach aus. Die Akademie zu Bologna ernannte ihn 1785 zum Ehrenmitgliede. Wegen Altersschwäche wurde er am 20. Juni 1824 pensioniert. Von ihm: Mutter und Kind nach Cipriani. — Der kleine Naturforscher nach Wille. — Holländisches Mädchen in einer Pelzjacke nach G. Dou, 1773 (Das Orig. befand sich früher in den Wincklerschen Kabinetten in Leipzig). — Porträt des Joh. Sebast. Bach nach Hausmann, Leipzig 1774 (Die Kupferplatte im Museum zu Mitau). — Die Apfelschälerin nach G. Dou (Das Orig. ehemals in der Herzogl. Kurländ. Sammlung, 1778). — Porträt des Professors der Philos. Joh. Aug. Starck, 1779. — Porträt des Professors Bernh. Euler nach Darbes, 1780. — Porträt des Herzogs Peter von Kurland, 1781. — Porträt des Königs Stanislaus August von Polen nach Bacciarelli, 1784. — Porträt der Gebrüder Franziskus und Kasimir Rzewusky nach Maroni (1772 in Rom gem.). — Porträt des Kaisers Paul I. (unvollendet geblieben). — Ein Teil der 54 Kupfertafeln zum Wappenbuch des Kurländischen Adels, herausg. v. Joh. Eberhard Neimbts, Mitau 1794, 4o (Den anderen Teil der Platten stach K’s Schüler Joh. Gottfr. Scheffner).

Mitausche Polit. Zeitung 1781 St. 12 u. 13. — Intelligenzblatt des Journals des Luxus und der Mode 1787 Nº 3. — Provinzialblatt für Kur-, Liv- und Estland 1828 S. 155–156. — Joh. Bernoullis Reisen etc. III S. 245. — Rigasche Stadtbl. 1892 S. 78. — Sitzgsber. d. Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1889 S. 101. — K. Dannenberg, Zur Gesch. u. Statistik des Gymnasiums in Mitau 1875 S. 8.

Kyber, Wilhelmine. Blumenmalerin. Geb. 1. Februar 1801 in Riga, Schwägerin des Historienmalers [K. Bähr]; gest. in Dresden. Bildete sich in Dresden unter der Blumenmalerin Friederike Friedrich. Das städtische Museum zu Riga besitzt von ihr ein Stilleben, 1842 gem.

Rigasche Stadtbl. 1845 S. 354; 1859 S. 142.