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Laengning, Jakob. Porträtmaler, lebte im letzten Viertel des 18. Jahrh. in Kurland, wo er auf verschiedenen Gütern mit Porträtmalen und Bilderrestaurieren beschäftigt war. Auf dem Gute Kalleten in Kurland befindet sich ein Bild des Gerhard Nolde, dessen Rückseite (nach [J. Döring]) die Inschrift trägt: Auf Sorgfältiges Anordnen Sr. Hochwohlgeborn H. Haubt-man Von Nold Seind Gegenwärtige 3 Portraits, die Hochdesselben Hause Intressant aus der fast gänzlichen Ruine wieder Hehrgestellt. Beendigt Anno 1778 d. 12. Febr. Jacob Laengning. Von ihm ausserdem bekannt: Ein Porträt des siebenjährigen Ludwig Kühtz, gem. Juni 1775 (war 1805–1833 Pastor in Ugahlen in Kurland. Das Bild kam 1883 in den Besitz des Mus. zu Mitau). — Die Porträts des Hn. U. G. v. Behr auf Schleck und dessen Gemahlin, geb. Nolde; bez. 3. Dezember 1775. — Porträt eines Herrn in reichem roten Kostüm mit dem Bande des Andreasordens (Bes. Maler E. Tode, Riga). — Porträt des Kaisers Paul, 1771 (Bes. Prov. Museum, Reval).

Laksmann, Johann. Zeichner. Geb. 1851 in Ruhenthal (Kurl.); gest. 17. April 1885 in Riga, bildete sich zu einem geschickten Zeichner aus und wurde 1883 diplomierter Zeichenlehrer an der Gewerbeschule in Riga. Von ihm die Adresse der livländischen Letten zum Regierungsjubiläum des Kaisers Alexander II. (19. Februar 1880) und ein Gedenkblatt zum lettischen Sängerfest in Riga 1880; in Buntdruck (17 Platten) ausgeführt von der Sieslackschen lithogr. Anstalt in Mitau.

Rigasche Ztg. 1880 Nº 37 Beilage; 1880 Nº 201 Beilage; 1883 Nº 253; 1885 Nº 87.

Landesen, Bertha v. Malerin. Geb. 27. Juli 1868; besuchte 1893/4 die Kunstschule in Berlin, trat 1895 in die Akademie der Künste zu St. Petersburg, die sie im Jahre 1900 absolvierte, und arbeitete dann zwei Jahre im Atelier des Professors Repin. Sie hat sich vorherrschend mit Porträtmalerei beschäftigt.

Launitz, Eduard Nikolaus Karl, Schmidt von der. Bildhauer. Geb. 23. November 1797 als Sohn des Pastors, späteren Propstes Joh. Magn. L. zu Grobin in Kurl.; gest. in Frankfurt a. M. 30. November (12. Dezember) 1869, kam 12 Jahre alt in die Erziehungsanstalt des Prof. Hundeiker zu Vechelde bei Braunschweig, nach deren Absolvierung er die Universität Göttingen zum Studium der Jurisprudenz bezog. Im Hause des Professors J. D. Fiorillo hatte er Gelegenheit sich mit kunstwissenschaftlichen Studien zu beschäftigen und ein Besuch der Dresdner Galerie brachte seinen Entschluss sich der Kunst zu widmen zur Reife. 1816 ging er nach Rom, wo Thorwaldsen ihn in seine Schülerzahl aufnahm. Um die Statue, des sich die Sandalen anlegenden Merkur an die Fürstin Golitzin abzuliefern, begab er sich nach Petersburg und empfing hier den Auftrag zu den Denkmälern für die Generale Kutusow und Barclay de Tolly, die 1826/27 vor der Kasanschen Kirche aufgestellt wurden. 1829 verliess er Rom, um sich in die Heimat zu begeben, liess sich aber auf Zureden seiner Freunde in Frankfurt a. M. nieder, das nun der Schauplatz seiner reichsten künstlerischen Tätigkeit werden sollte. Er hielt dort Vorlesungen im Städelschen Institut, auf Wunsch Schadows seit 1837 auch an der Düsseldorfer Akad. 1838 begleitete er den Grossfürsten Thronfolger Alexander nach Italien. L. hat sich auch um das Kunstgewerbe Verdienste erworben und sich auch literärisch nicht ohne Erfolg beschäftigt. 1869 wurde er ord. Mitgl. der Berliner Akad. Sein Bruder Alexander bildete sich in Rom ebenfalls zum Bildhauer aus. Er ging 1829 nach Nordamerika. Bekannt ist von diesem nur das Brustbild eines Sohnes seines Bruders, wovon ein Gipsabguss 1829 in das Mus. zu Mitau kam. Zu den Hauptwerken L’s. gehören: Die Büste von Justus Möser, 1820 auf Bestellung des Königs Ludwig von Baiern für die Walhalla bei Regensburg gefertigt. — Der Tod seines Bruders, des Adjutanten Georg v. der Launitz in der Schlacht bei Leipzig. Bronze in der Kirche zu Grobin in Kurl. (Gipsabguss im Mus. zu Mitau). — Grabmonument Lisakowitz. Hautrelief. — Nymphe (für den Fürsten Baratinsky gearb.). — Erato. (Erworben v. J. v. Krause auf Weisstropp bei Dresden). — Merkur. (Für die Fürstin Golitzin in Petersburg. Gipsabguss im Mus. zu Mitau). — Die Kolossalstatuen der Generale Barclay de Tolly u. Kutusow. Bronze. Vor der Kasanschen Kirche in Petersburg. 1826/27 vollendet. — Zwei Porträtbüsten, im Auftrage des Kaisers Nikolai I. — Porträtstatue der Herzogin Dorothea von Kurland, geb. Gräfin Medem. Um 1834 in der Villa Medem bei Mitau aufgestellt; seit 1863 auf dem Familiengute Elley bei Mitau. — Marmorbüste des Grossfürsten-Thronfolgers Alexander, 1838 in Rom ausgeführt. — Bronze-Denkmal Guiollet auf der Promenade in Frankfurt a/M. — Reliefs und allegorische Darstellungen für das Theater daselbst. — Grabmonumente: Für die Familie Regay in Genua; Martens u. Gontard in Frankfurt a/M. — Statuen des Land- und des Seehandels und der Australia für die Börse in Frankfurt a/M. (Die übrigen Personifikationen der Weltteile sind von Zwerger u. Wendelstadt). — Zwei lebensgrosse Pagengestalten als Fackelträger für das Treppenhaus des Bankiers Mumm in Frankfurt a/M. — Statue des Feldmarschalls Grafen Leiningen-Westerburg. (Galvanoplastisch in Kupfer ausgeführt). — Festdekoration zur 400 jährigen Feier der Erfindung der Buchdruckerkunst in Frankfurt a/M. — Das Gutenberg-Fust-Schöffer-Denkmal auf dem Rossmarkte in Frankfurt a/M. 1857 vollendet. — Racestudien. (15 Büsten). — Denkmal des Anatomen S. Th. v. Sömmering in Frankfurt a/M. 1866 vollendet.

L. gab heraus: Die Anatomie der Gewandung. — Wandtafeln zur Veranschaulichung antiken Lebens und antiker Kunst (Nach seinem Tode 1870 in Kassel erschienen).

Allgem. deutsche Biographie Bd. 18 S. 54. — Balt. Monatsschr. VIII. S. 483. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 34–38. — Ein Bild des Launitzschen Ateliers in Frankfurt von M. Oppenheim im Städelschen Mus. Kat. Nº 426.