Sitzgsbr. der Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1869 II. Aufl. S. 377.
Lindblohm, Louis Theodor. Maler. Geb. 27. November 1860 in Tula in Russland, (sein Vater stammte aus Windau) erhielt seine Erziehung in Riga, dem Geburtsorte seiner Mutter, und hier auch den ersten Kunstunterricht von dem Maler [G. v. Lischewitz], der ihm auch riet sich, bei seiner besonderen Begabung für die Darstellung der Tiere, der Jagdmalerei zuzuwenden. Er bezog 1878 die Kunstschule in Weimar und war hier fünf Jahre Schüler des Tiermalers A. Brendel, dann auch von M. Thedy. Nach einem kurzen Aufenthalt in Düsseldorf liess er sich in Weimar nieder, wo seine Jagdbilder, in denen er namentlich die Darstellung der Elche und Rehe bevorzugt, gesucht sind. Einige seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.
Linde, Andreas. s. [Benson].
Linde, Johann Heinrich. Porträtmaler und Lithograph, war ein Schüler und Nachahmer des Anton Graff in Dresden. Er arbeitete im ersten Viertel des 19. Jahrh. in Riga, wo er ein Atelier in der Schlosstrasse besass. Von ihm: Ein Porträt des Rigaschen Ratsherren Joh Heinr. Niemann. Lithgr. 1822. — Ein Porträt des Rigaschen Bürgermeisters Aug. Wilh. Barclay de Tolly. Lith. 1824 fol. — Ein Porträt des Oberpastors der St. Jakobikirche zu Riga K. L. Grave. Lith. 1825. — Von ihm wahrscheinlich auch die Portraits des Schauspielers Konrad Heinrich Loofe (1749–1828) und dessen Gattin Eleonore Sophie, geb. Schmalfeldt (1763–1812), denen die Porträts des Apothekers J. J. Voss und dessen Gattin von Graff (Museum Nº 63, 64) sichtlich zum Vorbild gedient haben.
Lindenberg, Max. Bildhauer. Geb. 13. November 1873 in Riga, wurde Schüler des Bildhauers [Aug. Voltz] in Riga und genoss zugleich den Unterricht des Malers [v. Rosen]. Zu weiterer Ausbildung ging er nach Berlin, wo er u. a. im Atelier von Bieber tätig war. Er hat sich durch einige Salonfiguren gut eingeführt; (Gladiator, Mädchenkopf); neuerdings auf kunstgewerblichem Gebiet tätig.
Liphart, Ernst Friedrich v. Maler und Radierer. Geb. 24. August 1847 in Ratshof bei Dorpat als Sohn des bekannten Kunstforschers Karl Eduard v. L. Lebt z. Z. in Petersburg. Sein erster Lehrer war der Jugendfreund seines Vaters, der Universitätszeichenlehrer [Woldemar Krüger]. 1863 siedelte der Knabe mit seinen Eltern nach Florenz über, wo er unter der Anleitung seines Vaters seine Studien selbständig fortsetzte. Durch den Maler Stöckler, einen Schüler Passinis, wurde er auf die Aquarellmalerei gewiesen und erhielt mannigfache Anregung durch Franz Lenbach, der 1865 im Auftrage des Grafen Schack nach Florenz gekommen war. Mit Lenbach ging L. 1866 nach Spanien und arbeitete mit diesem gemeinschaftlich für die Schacksche Galerie. 1868 kehrte er nach Florenz zurück, wo ihm bald grössere Aufträge zuflossen, namentlich von dem Fürsten Alexander Lieven aus Fockenhof in Kurland, mit dem er 1873 Paris besuchte. Die Schätze des Louvre und der angenehme Verkehr, den er hier fand, veranlassten ihn hier seinen bleibenden Wohnsitz zu nehmen. Vorübergehend weilte er 1874 und 1875 in der Heimat. 1886 kam er nach Petersburg, um eine Kaiserliche Bestellung selbst zu überbringen und nahm seit jener Zeit, da das nordische feuchte Klima seiner Gesundheit zuträglicher erschien, hier seinen Wohnsitz. Für die Galerie des Grafen Schack in München (jetzt Eigentum des deutschen Kaisers) malte L. 9 Kopien nach Velasquez, Murillo, Raffael, Giorgione und Tizian. — Im Marmorpalais zu Petersburg mehrere Deckenmalereien; im Palais des Grossfürsten Alexei Alexandrowitsch (†) von ihm dekorative Wandbilder, Deckengemälde auch in der Villa der Grossfürstin Maria Nikolajewna in Quarto bei Florenz, und in der Villa Siegle in Stuttgart. Zahlreich sind die von Liphart gemalten und radierten Bildnisse.
K. Krüger in der balt. Monatsschr. Jahrg. 41 S. 47–49. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 126–131.
Lischewitz, Georg v. Porträt- und Historienmaler. Geb. 1809 in Riga; gest. daselbst 23. November 1887, Schüler der Dresdner Akademie von 1829–1833, dann von Cornelius in München. Nach längerem Aufenthalt daselbst ging er auf zwei Jahre nach Italien und kehrte dann in die Heimat zurück. Die Petersburger Akad. ernannte ihn zum akad. Künstler. Von ihm sind mehrere Porträts und ein Altargemälde in der Kirche zu Windau (1835) bekannt.
Rigasche Stadtbl. 1836 S. 211; 1853 S. 204; 1859 S. 144. — Anzeiger für Libau und Umgegend 1887 Nr. 275. W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 175.
Lithen, Johann. Zeichner. Er stammte wahrscheinlich aus Schweden und hielt sich um die Wende des 17. Jahrh. in Livland auf, wo er eine Reihe von Szenen der Kämpfe Karls XII. zeichnete, die in der Lebensbeschreibung des Königs von S(amuel) F(aber) erschienen. Seine Unterschrift tragen nur vier dieser Kupfern, doch sind auch die übrigen augenscheinlich von seiner Hand. In Band 1 des gen. Werks: Prospekt der Neumündischen Attaque .... 1700 .. den 12. Marty ..... Die Königl. Schwedische Bombardirung der Festung Dünamünde ... 1701 ... d. 21/11 December bez. Joh. Lithen del. (Zwei Bilder auf einer Platte). In Band 2: Prospekt der Stadt Riga von jenseit der Düna, da der General Lieut. Flemming mit den Saxischen troupen zu berennen kam. Ao 1699 d. 12. Febr. .......... Prospekt der Stadt Riga von Lifländischer seiten unter bloquirung des Königs von Polen. Ao 1701. Joh. Lithen del ad vivum. (Zwei Bilder auf einer Platte). — Prospekt von der Glorieuse Descente und Action, welche Ihro Königl. May. von Schweden König Carl XII Anno 1701 den 9. July bei Riga über die Düna gegen die Sächsischen vorgenommen .... Johann Lithen ad vivum del. — Plan wie auch Prospekt von dem Schloss Kokenhusen, welches von dem König von Polen, mit dessen Sächsischer Armée im Monat Septemb: 1700 berennet und bombardiret, beschossen wie auch Miniret worden, da es endlich durch Accord übergegangen. Johann Lithén Delineavit.