Löwis of Menar, Andreas. Kupferstecher und Radierer (Dilettant). Geb. 27. Dezember 1777 zu Wannamois in der Wiek; gest. 16. September 1839 zu Kaipen in Livl., diente von 1794–1797 im russischen Militär, ging 1801 ins Ausland, studierte in Jena und Heidelberg und widmete sich in Schwetzingen zwei Jahre dem Studium der Forstwissenschaft. 1808 kehrte er nach Livland zurück, wurde 1811 Sekretär der livl. gemeinnützigen und ökonomischen Sozietät und beschäftigte sich neben seiner Berufstätigkeit mit Zeichnen und Kupferstechen, worin angeblich der Kupferstecher [C. A. Senff] sein Lehrer gewesen sein soll. Seine ersten Versuche datieren aus dem Jahre 1819. Auch schriftstellerisch hat L. sich betätigt. Von ihm: Bauernhütte. — Bauernhütte mit zwei Figuren. — Bergsee. — Desgl. — Haus mit Baum. — Brücke über einen Wasserfall (Erstlingsarbeiten, die nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt waren). — Schloss Neuhausen (das farbige Original in der livl. Ritterschaftsbibliothek). — Schloss Ronneburg. — Schloss Kokenhusen. Veröffentlicht in Band 1 und 2 des Inländischen Museums, herausgeg. v. C. E. Raupach, Dorpat 1820/21. 8o.
Hafen von Latakieh (Laodicea ad mare). — Das St. Chrysostomuskloster auf Cypern. — Bufavento auf Cypern. — Mamum Kalessi bei Cyzicus. — Ruinen der Wasserleitung bei Parium. — Castro auf Samothrake. — Kloster Lawra auf dem Berge Athos. — Lemnos. — Hierapolis (Pambuck-Kalessi). — Assem Kalessi (Jassus). — Nach Aufnahmen von Otto Friedrich v. Richter zu dem Werke: Wallfahrten im Morgenlande. Nach Richters Tagebüchern und Briefen dargestellt von J. P. G. Ewers. Berlin 1822. 8o.
Schloss Wenden. — Dasselbe in grösserem Masstabe. — Schloss Ronneburg (in zwei Grössen). — Schloss Kokenhusen. — Dasselbe in anderer Darstellung. — Schloss Ringen. — Der innere Hof der Burg Treiden. — Marienburg in Livl. — Helmet. — Neuhausen (Stiche zu dem von ihm herausg. Werke: Denkmäler aus der Vorzeit Liv- und Estlands. Heft 1 Riga und Dorpat 1821. Heft 2 ibid. 1827. 4o. Zum zweiten Heft schrieb den Text J. G. D. Schweder).
Unveröffentlichte Stiche, z. T. für die Fortsetzung der „Denkmäler“ bestimmt: Neuhausen — Ronneburg — Das Aatal mit Burg Treyden — Das Brigittenkloster bei Reval. — Kloster Padis in Estland. — Die Domruine zu Dorpat.
Landschaften: Quistental bei Dorpat. — Wohnhaus in Panten. — Herberge in Panten (oder Lehlen). — Die Eiche des Thutergesindes beim Gute Lehlen. — Bauernbadestube in Üllenorm bei Dorpat. — Altlivländischer Burgberg. — Parklandschaft. — Haus hinter einer Anhöhe. — Dasselbe in grösserem Format. — Haus mit zerstörtem Dach an einem Teich (vielleicht Motiv aus Panten). — Kreuz am Meeresstrande, nach dem Müllerschen Roman „Kraft der Weihe“. — Haus mit Ausbau. — Wassermühle. — Haus im Mondschein. — Ein Weib zu Pferde, neben ihr ein Mann mit einem Hunde; im Hintergrunde ein Schloss. — Drei Linden in Panten. — Wassermühle. (Ein Teil der Platten, im Bes. des Hn. Ritterschaftsbibliothekars C. v. Löwis in Riga).
Allgem. Schriftsteller- und Gelehrtenlex. der Prov. Liv-, Est- und Kurland. — K. L. Blum, Ein Bild aus den Ostseeprovinzen oder Andreas v. Löwis of Menar. Berlin 1846.
Londicer, Ernst Wilhelm. Maler. Geb. um 1655 in Reval als Sohn des aus Schottland stammenden Kommandanten von Reval Georg L.; gest. vor dem 9. November 1697, wahrscheinlich an der Pest. Er sollte sich wissenschaftlichem Studium widmen, wie er gelegentlich in einem Schreiben an den Revaler Rat mitteilte, wandte sich aber der Kunst zu, die er, allem Anschein nach, in Deutschland und Holland gelernt hat. Zu Beginn der achtziger Jahre ist er wieder in Reval nachweisbar, erhält hier viele Aufträge und wird zum Maler der estländischen Ritterschaft ernannt. Sein Porträt von P. Schenck in Schwarzkunst ausgeführt, trägt die Unterschrift: Ernest. Guilel. Londicer. Nob. Ord. pr. Eston. Equestr. Pictor. Von ihm: Das Portr. des livl. Generalsuperintendenten Mag. Joh. Fischer, gem. 1686. (Bes. Dommus. Riga. Auch in Kupfer gest. 1693). — Das Portr. des grossen Kurfürsten (Bes. Schwarzhäuptergesellsch. Reval). — Nach ihm gestochen ist das Titelblatt der 1695 in Rudolstadt gedruckten livl. Chronik des Pastors Christ. Kelch; gest. v. Jacob v. Sandrart. — Desgl. das Portr. des Revalschen Superintendenten Mag. Joach. Salemann. — Die Domkirche zu Reval besass von ihm ein Abendmahl und eine Kreuzigung, 1695/96 gem. Sie wurden 1881 durch eine Kreuzigung von [E. v. Gebhardt] ersetzt. — Die Portrs. der schwedischen Gouverneure Bengt Horn und Andreas Torstensohn werden, als von ihm gemalt, in einem seiner Schreiben an den Revaler Rat genannt.
W. Neumann, Ernst Wilhelm Londicer. Ein Revaler Maler des 17. Jahrh. Revaler Beobachter 1895 Nº 198 und 199. In beschränkter Zahl mit Portr. des Malers auch als Separatabdruck erschienen. — Derselbe: Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1908 Nº 3 S. 10 ff., mit Abbildungen.
Loudon, Elise Baronesse v. Malerin. Geb. 11. Januar 1852 in der Nähe von Mitau, von 1867–1870 Schülerin des Malers [Jul. Döring] in Mitau, trat nach einem Besuche Deutschlands, Italiens und Frankreichs 1883 als freie Zuhörerin in die Petersburger Akad. und ging 1887 nach Paris, wo sie Schülerin von J. Lefèvre und Boulanger wurde, gleichzeitig auch unter Bogoljubow arbeitete. Im Herbst 1888 liess sie sich in Petersburg nieder, zog aber bald nach Florenz, das sie seit jener Zeit zu ihrem ständigen Wohnsitz erkoren hat und wo sie neben künstlerischen auch kunstwissenschaftlichen Arbeiten obliegt. Sie hat sich eingehend mit dem Studium und der Rekonstruktion der Fresken des Andrea del Sarto beschäftigt u. mehrere tüchtige Porträts gemalt.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 144–146.