Maibach, Karl Ludwig. Landschaftsmaler. Geb. 20. September 1833 in Altenhof, Kirchspiel Haljal in Estland; gest. 1886 in Petersburg war 1853–59 Schüler der Petersburger Akad., ging dann ins Ausland und bereiste längere Zeit Deutschland, die Schweiz und Italien. In Genf förderte ihn A. Calame, später François Diday. Durch Vermittlung der Grossfürstin Helene Pawlowna wurde ihm seit 1866 eine jährliche Unterstützung zuteil. Er siedelte nach München über, arbeitete hier unter K. Millner und kehrte 1874 nach Petersburg zurück. 1876 akad. Künstler. Mehrere seiner Arbeiten in baltischem Privatbesitz.

Marquard, Michael. Bildhauer. Lebte zu Anfang des 18. Jahrh. in Windau, wo er Gehilfe des herzogl. Bildhauers [Nicolaus Söffrentz d. Ä.] gewesen zu sein scheint, dessen Tochter Anna Catrin er am 14. 2. 1701 heiratet.

W. Neumann, Der herzogl. kurl. Bildhauer Niclas Söffrentz. Rigasche Stadtbl. 1895 Nº 8 und Sitzgsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Altertumskunde 1896 S. 149 ff.

Martin, Henry. Dekorationsmaler, gebürtig aus Hannover. War, nachdem er in Hannover, Koburg und München seine Studien gemacht hatte und darauf in Hannover, Bayreuth und Berlin (Hofoper) tätig gewesen war, von 1892–96 Dekorationsmaler am Rigaschen Stadttheater.

Dünaztg. 1892 Nº 143; 1894 Nº 15 und 267.

Maydell, Friedrich Ludwig v. Maler und Kupferstecher. Geb. 29. November 1795 auf dem Gute Stenhusen in Estl.; gest. 6. September 1846 in Reval, wurde von 1804–1810 in Neuwied a. Rh. erzogen und trat 1812 als Fähnrich in die russisch-deutsche Legion. Er machte die Befreiungskriege mit und nahm 1820 seinen Abschied, um auf Wunsch seines Vaters die Universität Dorpat zum Studium der Jurisprudenz zu beziehen. Neben seinen Studien begann er unter [C. A. Senff] sich auch mit der Kunst zu beschäftigen. Schon nach zwei Jahren gab er das Rechtsstudium auf, um sich im Auslande zum Künstler auszubilden. Nach einjährigem Aufenthalte in Stuttgart zog er nach Rom, wo er zu Overbeck, Cornelius, Schnorr, dem Architekten W. Stier und besonders zu Ludw. Richter in freundschaftliche Beziehungen trat. 1827 kehrte er nach Livland zurück und liess sich 1829 in Dorpat nieder. Durch die Umstände gezwungen sah er sich genötigt auf allen möglichen Kunstgebieten seine Kräfte zu versuchen: er illustrierte, malte, schuf Bildhauerwerke und trieb in Metall. Ein besonderes Verdienst erwarb er sich durch die Begründung eines Ateliers für den Holzschnitt: — Von ihm: David als Hirtenknabe die Laute spielend. Federzeichn. — Wanderer Rom erblickend. Orig. Rad. qu. fol. (Aus dem Nachlasse Ludw. Richters auf der Kunst-Aukt. v. Zahn und Jaensch, Dresden 17. V. 1886). — Die Kirche Christi. — Gleichnis vom verlorenen Sohn. Kupferst. — Illustrationen zum Hohen Liede Salamonis. In Holz geschnitten von [A. Gern], kl. fol. Die Orig. wurden auf Empfehlung des Dichters W. Joukoffsky von der Kaiserin Alexandra erworben. — Illustrationen zum Märchen Zar Berendei von Joukoffsky — Entwürfe zu Fresken für das Palais der Grossfürstin Alexandra Nikolajewna nach der Erzählung Joukoffskys von den zwölf schlafenden Jungfrauen, 1840. — Illustration zur „Zigeunerin“ von Puschkin. — Zehn Illustrationen und 30 Initialen zur Erzählung „Nal und Damajanti“ von Joukoffsky, 1843 vollendet. — Illustrationen zur Jungfrau von Orleans, 15 Blatt in Sepia für die Uebersetzung von Joukoffsky. — 19 Zeichnungen und 1 Titelbild zu Joukoffskys Uebersetzung der Undine von Fouqué. Umrisstiche in 8o. Petersburg 1837. — Fünf Holzschnitte zu den Nordischen Sagen von C. Russwurm, 1842. — Umrisstiche zur livländischen Geschichte; auf 50 Blätter angelegt, wovon jedoch nur 22 erschienen. 13 Kupferdruckplatten erhalten im Bes. der Gelehrt. estn. Gesellsch. — Zwei Illustrationen zu Krylows Fabeln. Lithogr. — Die nächtliche Heerschau. Radierung zur Uebersetzung des Gedichts des Freiherrn v. Zedlitz durch W. Joukoffsky. — Christuskopf mit der Umschrift: Ich bin der Weg usw. 4o, Holzschnitt (Bes. Gelehrte estn. Gesellsch.). — Das Universitätsgebäude und die Marienkirche in Dorpat. Holzschnitte. Kalenderbeilagen für 1840 und 1841 (Nº 16–18 geschn. v. [A. Gern]). — Umrisszeichnungen zur Sage von Wannemuine; desgl. zu Koit und Ämmerik (Bes. Gel. estn. Gesellsch.). — Entwürfe zum Altar der Olaikirche in Reval. In Marmor und Bronze ausgeführt von Demut und Malinowsky in Petersburg. — Entwurf zu Kelch und Patene für die Laurentiuskirche in Arensburg; ausgeführt von Goldschmied Nowack in Dorpat 1836. — Entwurf zum Grabmal des Pastors Hörschelmann auf dem Kirchhofe zu Moik, ausgeführt von [J. G. Exner]. — Christus am Kreuz. Altargem. für die Kirche zu Rujen in Livl. 1837. — Christus die Schlange zertretend. Altargem. für die Kirche zu Pölwe bei Werro, 1842. — Christus am Oelberge. Altargem. für die Kirche zu Saara bei Pernau, 1842. — Der auferstandene Christus. Altargem. für die Kirche zu Neuhausen bei Werro (Nach M’s Tode vollendet von [W. Krüger]). — Sieben Porträtbüsten, davon die des Prof. Ewers in Marmor (Bes. Universitätsbibliothek, Dorpat). — Büste des Kupferstechers [C. A. Senff]. Terracotta in Familienbesitz. — In Silber getriebener Bibeleinband (Bes. Domkirche in Reval). — Maydell gab heraus: „Anweisung für die ersten Anfänger im Schraffieren“. Verl. v. C. A. Kluge, Dorpat 1837 mit 80 Vorlagen lithogr. von [F. Schlater]. — Zeichenlehre nach dem natürlichen Gange der Auffassung entwickelt für Anfänger und Kinder. 24 Vorlageblätter, lithogr. von [F. Schlater], 1841. 8o.

W. Neumann in Rigasche Stadtbl. 1897 S. 32–35. — Ders. Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 39–41.

Mehlbart, Harry Edmund Reinhold. Architekt. Geb. 1. Juli 1864 in Riga, absolvierte das Polytechnikum in Riga und liess sich darauf als freipraktizierender Architekt daselbst nieder. Seit 1900 Rigascher Baurevident. Seit 1906 Präses des Rigaschen Architektenvereins. Von ihm sind ausgeführt: das Haus Bärenfeldt, gr. Bischofsstr. 8; Haus Lee, Romanowstr. 29; Wohn- und Geschäftshaus Kause, kl. Jakobsstr. 3; Villa Minuth in Oger bei Riga; Haus Baron Mirbach, Ecke Romanow- und Suworowstr.; Villa Koch, Glockenstr. auf Hagensberg; Villa Minuth in Bilderlingshof am Rigaschen Strande; die luth. Kirche zu Smela im Gouvern. Kiew; das Baptistenbethaus an der Matthäistr. in Riga; das eigne Wohnhaus, Säulenstr. 18. Ferner von ihm die innere Ausstattung des Konventsquartiers der Korporation Rubonia und der Rigaschen Börsenbank.

Nach Autobiographie.

Meinerts, Christoph. Baumeister, wird am 14. Februar 1735 als Rigascher Stadtbau-, Kunst- und Strommeister vereidigt.