Mester, Alexander Christoph Samuel. Landschaftsmaler. Geb. 1816 oder 1818 in Dorpat; gest. daselbst 1845, genoss den Unterricht des Landschaftsmalers [Aug. M. Hagen] und bildete sich angeblich im Auslande weiter. Er wurde von seinen Zeitgenossen als geschickter Aquarellist gerühmt.
Inland 1839 S. 75; 1840 S. 427. — Aus Dorpats vergangenen Tagen. Biograph. Skizzen v. K. Krüger in der Petersburger Ztg. 1898 Nº 211–214. — W. Neumann: Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 74.
Mewes, Karl Friedrich. Zeichner. Geb. 1797 in Reval, gest. daselbst 1872, besuchte die Petersburger Akademie als freier Zuhörer und wurde Schüler des Hofmalers [O. Ignatius] bis 1824. Er gründete 1825 in Reval einen Kunsthandel und übernahm 1845 das Amt eines Zeichenlehrers an der Kreisschule, seit 1855–1866 in gleicher Eigenschaft am Gouvernementsgymnasium. Er gab heraus Vorlegeblätter zum Zeichnen für den ersten Unterricht, 1849.
Inland 1847 S. 354; 1855 S. 368; 1860 S. 800. — Revaler wöchentliche Nachrichten 1825 S. 842; 1826 S. 217, 250, 380, 407 u. 483. — Ztg. für Stadt und Land 1872 Nº 192 u. 204. — G. v. Hansen, Geschichtsblätter usw. Reval 1881.
Meyer, Cordt. Maler des 17. Jahrh. in Riga, gest. nach 1702. Ihm wurde im Jahre 1679 die Ausmalung der St. Petrikirche übertragen, wo er u. a. die „Passions-Historien“ malen sollte. Am 17. Juli 1689 vereinbarte die Administration der Domkirche mit ihm eine grössere Arbeit, die darin bestand, die 20 Gewölbe der Kirche, den Chor, den Singechor usw. „nach dem vorgezeigten Abriss“ zu malen. Diese Gewölbmalereien wurden 1815 übertüncht, bei den Restaurierungsarbeiten im Jahre 1895 zum Teil wieder aufgedeckt und die Reste zeichnerisch aufgenommen (Im Archiv des Dombaubureaus). Der von ihm in der Domkirche erworbene Grabstein mit einer älteren gotischen Inschrift und einer zweiten: Cordt Meier | und seinen erben | erptlich | anno 1698, liegt seit 1893 im Westflügel des Domkreuzganges. M. war Ältermann des Rigaschen Maleramts.
N. Busch im Rechenschaftsber. d. Dombauabteilung 1894/95 S. 29 ff. u. S. 66 ff. — Kirchengerichts-Protokolle d. St. Petrikirche vom 14. Mai 1723. W. Neumann: Das mittelalterliche Riga. Berlin 1892 S. 35.
Meyer, Kunz. Maler. Geb. 3. Juli 1859 in Mitau als Sohn des Redakteurs der St. Petersburger Zeitung erhielt seine künstlerische Ausbildung in München unter Strähuber, Raab und W. Lindenschmit, hielt sich 1885 und 1886 in Italien auf und unterstützte nach seiner Rückkehr Lindenschmit bei der Ausmalung des Rathauses in Kaufbeuren. 1891/92 war er Mitarbeiter A. Fitgers in Bremen und Oldenburg. Er lebte bis September 1908 in München; zurzeit in Amerika tätig. Von ihm ausser einer Anzahl tüchtiger Genrebilder mehrere religiöse Malereien wie: Judas Ischarioth (Abb. in „Kunst unserer Zeit“ und in W. Neumann: Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh.; Illustr. Ztg. 1895). — Madonna mit Christus an der Schlosskirche zu Oberbronn. — Altargemälde für die Kirchen zu Dietfurth und Walddorf. M. lieferte Illustrationen zu Paul Heyse’s: Villa Falconieri; Rich. Voss: La Madonna del divino amore; Emil Erll’s: Liebesmärchen; M. Haushofer’s: Geschichten zwischen Diesseits und Jenseits; Rud. Baumbach’s: Zlatarog; M. G. Zimmermann’s: Tante Eulalias Romfahrt; Busse’s: Traum; G. Hoffmann’s: Bozener Märchen und Ostseemärchen.
Das geistige Deutschland I S. 462/63. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 136–137.
Michelson, Michael Alexander. Landschaftsmaler. Geb. 2. Juni 1815 in Riga; gest. daselbst 16. November 1899, erhielt den ersten Unterricht von [J. K. Baehr], der nach seinem ersten Besuche Italiens 1829 nach Riga zurückgekehrt war, besuchte bis Oktober 1837 die Dresdner Akademie und liess sich darauf in Riga nieder. 1847 ernannte ihn die Petersburger Akademie zum akademischen Künstler. In demselben Jahre übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Rigaschen Gouvernementsgymnasium, das er bis zum Jahre 1891 bekleidete. Die Mehrzahl seiner Arbeiten befindet sich in Privatbesitz. Ein Aquarell von ihm, das Aatal, erschien in Farbendruck im Verlage von N. Kymmel, Riga.
Rigasche Ztg. 1885 Nº 13; 1887 Nº 96. — Dünaztg. 1891 Nº 189. — Inland 1854 S. 27; 1861 S. 785. — Rigasche Stadtbl. 1845 S. 312; 1855 S. 19; 1859 S. 143. — Zur Gesch. d. Gouvernementsgymnasiums in Riga S. 13.