Inland 1857 S. 315. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 298. — Revaler Beobachter v. 23. Jan. 1908.
Pezold, August Georg Wilhelm. Maler. Geb. 25. Juli 1794 in Wesenberg; gest. 28. Februar 1859 in Petersburg, erhielt nach dem frühen Tode seines Vaters seine Erziehung im gräflich Rehbinderschen Hause in Uddrich, studierte von 1812–14 an der Universität Dorpat Medizin, dann Humanoria und Historie und wandte sich schliesslich der Kunst zu. 1814 zog er mit [Otto Ignatius] nach Deutschland, besuchte die Akademien zu Berlin und Wien und ging 1817 nach Rom. Nach einem Aufenthalte in Paris und London kehrte er 1821 in die Heimat zurück, siedelte aber 1825 nach Petersburg über. Da er auch hier wenig ihm zusagende Beschäftigung fand, kehrte er in die Heimat zurück, lebte abwechselnd in Riga, Wenden, Fellin und Dorpat, zog dann aber aufs neue nach Petersburg, wo er als Zeichenlehrer an höheren Bildungsanstalten, wie am pädagogischen Hauptinstitut, der Universität und am Marineinstitut mit Erfolg gewirkt hat. Von ihm eine grosse Anzahl Bildnisse und viele, grösstenteils in Aquarell ausgeführte Studien aus dem estnischen Volksleben. Solche namentlich im Dommuseum zu Riga. Mehrere seiner Handzeichnungen im städt. Museum zu Riga.
Baltische Monatsschr. Bd. 36 und 37: Aus den Wandertagen dreier estländischer Maler. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 26–27.
Pezold, Leopold v. Geb. 6. Juli 1832 in Fellin als Sohn des [Vorigen]; gest. 9/22. April 1907 in Karlsruhe. Er studierte von 1851–56 Theologie u. Geschichte an der Universität Dorpat, lebte bis 1858 als Hauslehrer in Reval und ging dann, um sich der Kunst zu widmen, nach Karlsruhe, von dort nach Düsseldorf und 1860 nach Italien. Nach Reval zurückgekehrt beschäftigte er sich neben der Malerei mit Schriftstellerei, übernahm vorübergehend die Redaktion der Revalschen Zeitung, folgte 1871 einem Rufe nach Riga zur Übernahme der Redaktion der Rigaschen Zeitung, legte aber 1879 das Amt nieder, um sich nach Karlsruhe zurückzuziehen, wo er als Lehrer der Kunstgeschichte und Kostümkunde an mehreren Kunstanstalten wirkte und auch literärisch tätig war. Von seinen Arbeiten heben wir hervor: Hausgottesdienst in Estland, gem. 1863. (Bes. Museum Reval). - Der Maigraf. Szene aus einem mittelalterlichen Revaler Volksfest, gem. 1869. (Bes. grosse Gilde, Reval). — Wie des Winters Leid vertrieben wird. Fries in leicht kolorier. Bleistiftzeichnung im Weinkeller „das süsse Loch“ im Hause der gross. Gilde in Reval. — Schlacht der Schwertritter unter Konrad v. Meyendorpe gegen die Littauer, 1205. (Bes. Baron Meyendorff-Ocht).
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. d. 19. Jahrh. S. 122–124.
Pfandzelt, Lukas Konrad. Maler. Geb. 1716 in Ulm; gest. 1786 in Petersburg, erlernte bei verschiedenen deutschen Meistern die Malerei. Kam 1739 nach Reval, ging dann nach Petersburg, wo er in Kaiserliche Dienste trat und vielfach als Bilderrestaurator tätig war. Von ihm: Das Portr. des Admirals Peter v. Sivers (1674–1740), 1755 nach dem Tode des Admirals gem. (Bes. F. v. Sivers, Euseküll). — Porträt eines Feldherrn (in der Gal. des Hn. v. Stackelberg zu Fähna in Estland).
Füessli, Künstlerlex. S. 497. — Joh. Bernouilli’s Reisen IV. S. 123, 130; V. S. 29 ff.
Pflug, Robert August. Architekt. Geb. 1. Mai 1832 in Petersburg; gest. 30. November 1885 in Riga, machte seine Studien von 1846–50 im technologischen Institut, dann auf der Petersburger Kunstakad. und begab sich 1860 zu Studienzwecken nach Deutschland und Italien. 1862 beteiligte er sich an der Konkurrenz um den Neubau des Ritterhauses in Riga, erhielt den ersten Preis und siedelte zur Ausführung des Baues nach Riga über, wo er sich für die Dauer seines Lebens ansässig machte und eine reiche künstlerische Tätigkeit entfaltete. Von ihm sind ausgeführt: Das Ritterhaus in Riga (in Gemeinschaft mit den Architekten A. Baumann u. [O. v. Sivers]; erweitert u. umgebaut 1902/3 durch W. Neumann). — Das Schützenhaus in Riga (in Gemeinschaft mit A. Baumann). — Die orthodoxen Kirchen zu Jungfernhof, Alt-Salis und Kalzenau in Livland. — Die orthodoxe Kirche des heil. Pokrow in Riga. — Die russische Kathedrale in Riga, 1882 vollendet; mehrere Wohnhäuser und Villen in und bei Riga.
Rigascher Almanach 1866. — Rigasche Ztg. 1873 v. 8. Dezember; 1884 Nº 252, 262; 1885 Nº 279. — Rigasche Stadtbl. 1872 S. 25.
Pistohlkors, Otto Friedrich v. Dilettant. Geb. 1781 in Reval; gest. daselbst 1846, war Militär, verlor das rechte Bein und wurde pensioniert, worauf er sich mit der Malerei zu beschäftigen begann. Die Galerie des Schlosses Koltzen in Livland besitzt von ihm 27 Stücke, grösstenteils Genre und Landschaft. Zwei Kriegsszenen von ihm waren 1871 in Riga ausgestellt. — Auch Alexander v. P. geb. 13. IV. 1820 in Oranienbaum bei Petersburg; gest. 10. August 1850 in Reval, ebenfalls anfangs in Militärdiensten, beschäftigte sich mit Porträtmalerei.