Nach dem Kat. der Gal. zu Koltzen.
Plawneek, Selma, geb. 21. Dezember 1882 in Riga, besuchte die städtische Kunstschule und absolvierte sie 1893 mit dem Diplom einer Zeichenlehrerin. Sie hat sich durch charakteristische Darstellungen aus dem Volksleben und durch anmutig gegebene Märchenillustrationen, die sie gern in einer dem alten Holzschnitt nahekommenden Weise vervielfältigt, bekannt gemacht.
Poelchau, Harald Oskar Georg. Bildhauer und Maler. Geb. 28. Februar 1835 in Riga; gest. daselbst 9. Mai 1882, studierte von 1856–1858 in Dorpat Mathematik und Chemie, ging dann nach Berlin, wo er sich anfangs mit dem Studium der Architektur, dann mit dem der Bildhauerkunst beschäftigte. Er setzte seine Studien in Karlsruhe unter Cauer fort, musste aber wegen Lähmung eines Armes der Skulptur entsagen, ging darauf nach Weimar, um sich in der Malerei auszubilden und wurde Schüler von Friedr. Preller. 1868 kam er nach Riga zurück, wo er als Direktor der Gewerbeschule eine einflussreiche Tätigkeit entwickelte. Das städt. Mus. zu Riga besitzt mehrere seiner Aquarelle und Landschaftsstudien.
Rigasche Ztg. 1871 Nº 26 (Feuilleton); 1873 Nº 34; 1874 Nº 8; 1877 Nº 28; 1880 Nº 34 (Beilage); 1882 Nº 105. — Dioskuren 1868 S. 65. — Rigasche Stadtbl. 1869 S. 300; 1873 S. 23; 1874 S. 66. — Balt. Monatschr. 1882 S. 645.
Poorten, Julius Alexander. Geb. 27. August 1843 in Riga, besuchte von 1861–64 die Dresdner Akademie.
Poorten, Karl August. Maler. Geb. 14. März 1817 in Riga; gest. daselbst 7. Mai 1880, war für den Kaufmannsstand bestimmt, beschäftigte sich aber in seinen Mussestunden mit Zeichnen und Malen. Er besuchte die Akademie in Düsseldorf, wurde Schüler von Heinr. Mücke und Karl Sohn, ging zu weiterem Studium nach München, dann nach Dresden und kehrte 1853 nach Riga zurück. Ausser mehreren Porträts und Landschaften von ihm die Illustrationen zu den „40 Fabeln“, herausg. vom Bruder des Künstlers, [Julius P.] 1850.
Rigasche Ztg. 1865 Nº 64; 1866 Nº 53; 1871 Nº 25; 1880 Nº 105, Nº 242. — Rigasche Stadtbl. 1855, 3. Nov. 1860 S. 441; 1865 S. 98. — Inland 1851 S. 88.
Purvit, Wilhelm Karl. Landschaftsmaler. Geb. 20. Februar 1872 zu Jürgensburg in Livl., Schüler der Petersburger Akademie und des Professors A. Kuindschi. Für sein Bild „die letzten Sonnenstrahlen“ wurde er zum Künstler I. Gr. befördert und ihm gleichzeitig ein Reisestipendium für das Ausland gewährt. Er besuchte Deutschland, Frankreich, Italien und Oesterreich und nahm nach seiner Rückkehr seinen Wohnsitz in Riga. Seit 1906 Lehrer an der Domschule zu Reval. Die Mehrzahl seiner Werke in Privatbesitz. Das städt. Museum in Riga besitzt von ihm: Motiv aus dem Kaiserlichen Garten; Abenddämmerung und Feldeinsamkeit. Ausserdem von ihm daselbst drei Lünettengemälde im Vestibule: Ansicht aus Mitau, die Ruine von Kokenhusen und Kurländische Landschaft.
W. Neumann, Balt. Maler und Bildh. des 19. Jahrh. S. 169–170.