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Rabin, Nikolaus. Maler aus Lübeck, ist 1665 in Bauske in Kurl. nachweisbar, wo er mit [Diedrich v. Zeitz] aus Hamburg (s. d.) ein Gemälde für die Kirche ausführt.
Rahden, Karl Friedrich Ludwig Freiherr v. Porträtmaler. Getauft 3. September 1789 zu Neu-Pommusch in Litauen; gest. 1858 zu Landeck in Schlesien, erhielt die erste Unterweisung im Malen von seinem Vater Christoph Reinhold v. R., der in preussischen Militärdiensten gestanden, sich später in Littauen angekauft hatte und ein bedeutendes Talent besessen haben soll. Wo er seine weitere Ausbildung empfangen hat ist nicht nachzuweisen. Er verbrachte die grösste Zeit seines Lebens in Strehlen bei Breslau. Bekannt sind von ihm einige Miniaturen und Porträts in Familienbesitz. Ein reichhaltiges Skizzenbuch im Bes. des Freiherrn A. v. Rahden-Maihof.
Nach Familiennachrichten.
Rastrelli, Conte Bartolomeo Francesco. Architekt. Geb. 1700; gest. 1771 in Petersburg, war ein Sohn des aus Italien stammenden Bildhauers und Erzgiessers Carlo Bartolomeo R. Dieser wurde im Jahre 1715 in Paris mit seinem Sohne von dem Agenten des Kaisers Peter, Jean Lefort, für den Kaiserl. Dienst gewonnen. Der junge R. erhielt zunächst den Unterricht seines Vaters und setzte seine Studien von 1725–1730 in Frankreich und Italien fort. Nach seiner Rückkehr wurde er durch die Kaiserin Anna für den Hof beschäftigt und in der Folge mit den Entwürfen zum Bau des Winterpalastes betraut. 1735 oder 1736 übertrug ihm Graf Ernst Johann Biron, der spätere Herzog von Kurland den Bau des Schlosses Ruhenthal und 1738 auch den Bau des herzoglichen Residenzschlosses in Mitau. Von 1736–1740, dann von 1764–1768 lebte R. in Mitau mit der Ausführung der herzogl. Bauten beschäftigt, die durch die Verbannung des Herzogs nach Sibirien lange unterbrochen waren. In Petersburg erbaute R. ausser dem älteren Kaiserl. Winterpalais, das in den Jahren 1735–39 ausgeführt wurde, das Anitschkowpalais, die Paläste Strogonow, Menschikow, Woronzow, (jetzt Pagenkorps), Bobrinsky (jetzt Erziehungsanstalt), Scheremetjew u. a. Von 1753–1762 führte er den Bau des jetzigen Winterpalais aus. Ferner erbaute er das Kaiserl. Lustschloss zu Peterhof, sowie das kleine Palais zu Zarskoje-Sselo. Zu seinen bedeutendsten kirchlichen Bauten gehört das Smolnakloster in Petersburg, dessen Vollendung er nicht mehr erlebte. Es wurde erst unter Kaiser Nikolaus I. von dem Architekten W. P. Stassow vollendet. Ausser diesem wurden nach seinen Entwürfen ausgeführt die Andreaskirche zu Kiew, die Kirche der Wladimirschen Mutter Gottes in Petersburg, die Kirche des Troizo-Sergijewschen Klosters zu Strelna u. a.
Sitzungsber. der Kurl. Gesellsch. f. Lit. u. Kunst 1877 S. 37 ff. — W. Neumann: Die beiden Rastrelli, in der Kunstbeilage des Rigaer Tageblatts 1907 Nº 18–20. — Les Tresors d’art en Russie 1908. — W. Weselowsky im энциклопедическ. словарь. — И. Божеряновъ, Невскій проспект 1703–1903. — Зодчій 1876. Старые годы I S. 410 ff.
Rasumichin, Peter Iwanowitsch. Zeichner und Lithograph. Geb. 1812 in Reval; gest. 1848 in Petersburg (?), diente im russischen Heere und war 1838 Adjutant des Generals Kleinmichel. Er soll sich an der Petersburger Akad. gebildet haben. Von ihm lithographiert: Die Porträts des Generals Grafen Benckendorf und des Grafen Talioni, 1839. — Die letzten Tage von Pompeji, nach dem Bilde von Brülow (Sehr selten).
Inland 1838 S. 218 ff. — D. A. Rowinsky, словарь гравир. портр. IV. S. 724.
Rathaus, Karl. Architekt. Geb. 1804 in Breslau (?), besuchte die Berliner Bauakad. und wurde 1839 von dem Fürsten Dolgoruki zur Uebernahme von Arbeiten am Schlossbau in Bialostok berufen. 1851 wurde ihm in Dorpat das Amt des Universitätsarchitekten und das eines Lehrers der Baukunst an der Universität übertragen. Er erbaute von 1856–1859 die Universitätskirche und wurde 1869 auf sein Gesuch aus dem Dienste entlassen.
Inland 1856 S. 581; 1859 S. 378; 1860 S. 100, 101; 1861 S. 110; 1863 S. 496. — Buchholtziana, Rigaer Stadtbibliothek.