Gerhard v. Reutern, Ein Lebensbild, dargestellt von seinen Kindern und als Manuskript gedruckt zur 100 jährigen Gedächtnisfeier seines Geburtstages. Petersburg 1894. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 42–47.
Reutern, Christoph v. Maler. Geb. 29. Juni (n. St.) 1839 in Düsseldorf, als Sohn des [Vorigen], gest. daselbst 6. Jan. 1859; begraben in Frankfurt a. M., war anfangs Schüler seines Vaters, dann des Professors Steinle in Frankfurt und besuchte schliesslich die Akademie zu Düsseldorf. Ein Portr. seines Vaters von ihm befand sich 1901 auf der Jubiläums-Ausstellung in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 46.
Reuther, Gertrud Elisabeth, geb. Germann. Malerin. Geb. 1788 in Libau; gest. 17/29. Oktober 1845 in Rom, erlernte die Malerei in Dresden, wo sie drei Jahre unter dem Graffschüler Prof. T. L. Pochmann arbeitete und nach alten Meistern kopierte. Sie lebte einige Jahre in Moskau und zog von dort nach Rom.
Inland 1846 S. 127. — Allgem. deutsche Ztg. f. Russland 1823 Nº 148 u. Nº 295. — Für Haus und Familie 1897 22. III.
Rickmann, Theodor Heinrich. Maler. Geb. 21. Mai 1810 in Riga; gest. 18/30. Mai 1848 in Dresden, besuchte vorübergehend die Münchener Akademie und arbeitete unter Schnorr v. Carolsfeld und A. Zimmermann, ohne jedoch seine Ausbildung vollenden zu können. Nach seiner Rückkehr erteilte er in Riga Zeichenunterricht und schuf eine Reihe interessanter Darstellungen aus dem Rigaschen Volksleben, die von Hanfstängl in Dresden lithographiert wurden. Die Petersburger Akademie verlieh ihm 1846 das Diplom eines Zeichenlehrers für Kreisschulen. Um seine Ausbildung zu vollenden ging er 1847 nach Dresden, wurde hier aber irrsinnig und endete durch Selbstmord. Von ihm: Ein Gedenkblatt an den Friedensschluss zwischen Russland und der Türkei, 1829. — Ein Türke legt vor einem gepanzerten Ritter die Waffen nieder. Lith. qu. fol. mit franz. Unterschrift. — Portr. des türkischen Gesandten in Petersburg Halel Pascha. Lith. fol. 1830. — Portr. des Aeltermannes G. K. Wiggert. Lith. nach [D. Oechs], 1832. — Szenen aus dem Rigaschen Volksleben, 1842 Aquar. Lith. von Fr. Hanfstängl in Dresden, qu. fol. (die Originale z. T. im Besitz des Dommuseums in Riga). — Das Schweizerhaus in Treyden. Lith. von Hanfstängl, kl. fol.
Rizzoni, Alexander. Maler. Geb. 23. Januar 1836 in Riga; gest. 16/29. April 1902 in Rom, war der zweite Sohn des aus Bologna gebürtigen Antonio R., der als Soldat in französischen Diensten, während des Napoleonischen Feldzuges in Russland, nach Riga verschlagen worden war und sich hier ansässig gemacht hatte. R. erhielt den ersten Kunstunterricht von seinem älteren Bruder [Paul], trat 1852 in die Petersburger Akademie und wurde Schüler des Prof. Willewald. 1857 erhielt er die silb. Med. II für mehrere Bleistiftporträts, darunter das des Tiermalers [Schwabe], und für sein Bild „Die Schenke“. 1858 unternahm er eine Studienreise nach Frankreich und Italien und besuchte 1860 Spanien und Belgien. Sein Bild „Zwangsversteigerung in einem livländischen Dorfe“ brachte ihm 1862 die gr. gold. Med. der Akademie und ein sechsjähriges Reisestipendium ein, womit er nach Paris und Rom ging. In Rom wandte er sich hauptsächlich Darstellungen aus dem Leben der Prälaten und Mönche und aus dem Leben des Volkes zu, die er meistens in kleinem Format in der Art der holländischen Feinmaler ausführte. 1866 kehrte er aus Italien zurück, wurde zum Akademiker befördert und ihm seine Staatspension auf drei Jahre verlängert. Seit seiner Ernennung zum Professor, im Jahre 1868, lebte er in Rom. Von seinen Bildern erwähnen wir: Zwangsversteigerung in einem livl. Dorfe, 1862 (Gal. Soldatenko, Moskau). — Versöhnungsfest in einer Rigaschen Synagoge (Bes. Graf Uwarow; Abb. in наши художники II S. 124). — Taberne in Rom; ein Priester speist an einem Tische und unterhält sich mit einem Bauern. Abb. in наши художники II S. 123. (Bes. Kunstakad. Petersburg). — Inneres der Sakristei des Klosters Chatreux in Rom (Eigentum d. Kaiserl. Hauses). — Inneres des Laboratoriums einer Dorfapotheke (Bes. Gal. Botkin). — Ankunft eines Kardinals im Kloster St. Anufrio in Rom (Bes. Graf Stenbock, Petersburg). — Im Refektorium des Kapuzinerklosters in Rom (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). — Osteria in Rom. Abb. in наши художники II S. 123. — Dilettanten-Quartett (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau. Abb. in наши художники II S. 125). — Talmud lesende Juden. Abb. in наши художники II S. 129 (Bes. Gal. Tretjakoff, Moskau). — Römische Osteria. Abb. in наши художники II S. 124 (Bes. Kunst-Verein Riga). — Kardinalskollegium, Abb. in наши художники II S. 126 (Bes. Gal. Botkin). — Der Altertumsfreund (Bes. Gal. Soldatenko, Moskau). — Kardinal die Kirche verlassend (Bes. Gal. Soldatenko). — Der Kunstliebhaber; ein alter Herr in Rokokotracht ein Bild betrachtend. Abb. in наши художники II S. 127 (Privatbesitz, Petersburg). — Kardinal und Abbé im Gespräch (Bes. Stadtgal. Riga. Abb. in наши художники II S. 126).
Baltische Ztg. 1873 S. 103. — Rigasche Ztg. 1873 Nº 188; 1877 Nº 263 1878 Nº 113; 1880 Nº 242; 1882 Nº 204; 1883 Nº 211. — W. Neumann, Baltische Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 114–115.
Rizzoni, Eduard. Maler. Geb. 24. Juni 1833; gest. Mai 1903, Bruder des [Vorigen], besuchte die Kunstakademie in Petersburg und erhielt 1855 den Rang eines freien Künstlers. Seit 1882 Restaurator der städt. Gemäldegal. in Riga.
W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 116.