Rötscher, Maximilian Wolfgang Amadeus. Architekt. Geb. 23. Juni 1837 n. St. zu Bromberg in Preussen, Sohn des als Shakespeareforschers bekannt gewordenen Prof. Dr. Heinr. Theod. R.; gest. 27. Dezember 1885 in Dorpat, absolvierte in Berlin die Bauakademie, und kam 1861 nach Livland. Er lebte anfangs in Neuhausen bei Werro, übernahm 1865 das Amt des Stadtarchitekten in Dorpat und bekleidete von 1873–77 das des Universitätsarchitekten und des Dozenten für Baukunde an der Universität. Von ihm die Tonhalle des Handwerkervereins in Dorpat u. a.
Rigasche Ztg. 1874 Nº 125; 1875 Nº 148.
Romandini, Luigi. Maler. Wurde von dem Herzoge Peter v. Kurland nach Mitau berufen, um die Deckenmalereien im Schlosse Friedrichslust auszuführen. Eine aquarellierte Fassade des Schlosses von ihm befindet sich in dem Sammelbande des J. J. Voss im städt. Museum zu Riga.
Rosée, (eigentlich Rohsit), Johann Stanislaus. Porträtmaler. Geb. in der Nähe von Wolmar; gest. 1898 in Riga, bildete sich mit Unterstützung der Besitzerin von Palzmar, Frl. v. Kahlen, in der Petersburger Akad. und ging 1856 zu weiteren Studien nach München, wo er zwei Jahre Schüler des Bildnismalers Kurt Herrmann war. Seine vielen Porträts tragen meistens einen etwas handwerklichen Charakter.
Rigasche Ztg. 1858 Nº 127; 1859 Nº 16; 1868 Nº 248.
Rosen, Paul Gerhard Baron v. Landschaftsmaler. Geb. 27. September 1856 in Wesenberg, besuchte von 1874–78 die Petersburger Akad., wo er anfangs Architektur studierte, sich dann aber der Malerei zuwandte. 1883 begab er sich nach Düsseldorf und war bis 1886 Schüler des Prof. [E. Dücker]. Nach verschiedenen Studienreisen liess er sich 1891 in Riga nieder, wo er seit 1905 als Direktor der städtischen Kunstschule und als Dozent am Polytechnikum tätig ist. R. ist vor Allem als Aquarellist geschätzt. Das Museum zu Riga besitzt von ihm sein Gemälde „Frühlingswasser“ und Aquarelle; auch führte er in drei Lünetten des Obervestibüls im Museum gemeinschaftlich mit W. Purvit dekorative Malereien aus: Ansicht von Riga, Ansicht von Reval und Partie vom estländischen Strande.
Rosenberg, Gustav Wilhelm. Porträtmaler. Geb. 9. März 1809 in Libau; gest. im Juli 1873 in Riga, erhielt seine künstlerische Vorbildung zunächst durch den Maler [Gustav Clodt v. Jürgensburg], besuchte von 1828–35 die Akad. zu Kopenhagen und dann die Petersburger Akad., die ihm 23. III. 1837 den Rang eines freien Künstlers verlieh. 1839 wurde er Zeichenlehrer am Katharinäum in Riga, 1840 auch an der Domschule und an der 2. Kreisschule. Inhaber der silb. Med. am Danebrogbande von der Kopenhagener Akad. Eine Anzahl seiner Porträts ist durch Lithographie vervielfältigt. Er veröffentlichte: „Beitrag zu einer Theorie des Zeichenunterrichts als Zweiges öffentlicher Schulbildung,“ Einladungsschrift zum Examen in der Domschule zu Riga, 20. Dezember 1846.
Rigasche Stadtbl. 1840 v. 3. April. — Inland, 1842 S. 50; 1845 S. 51.
Rosenthal, Jan. Maler. Geb. 6. März 1866 in Frauenburg in Kurland, trat als Hospitant in die Petersburger Akad. und erhielt nach sechsjährigem Studium für sein Bild „lettische Bauern aus der Kirche kommend“ den Rang eines Künstlers I. Gr. Seine weitere Ausbildung hat R. in München gefunden. Tätig in Riga. Ausser einer grossen Anzahl Porträts von ihm: Wäscherinnen; Frühlingslied; Versuchung u. a. Das städt. Mus. besitzt von ihm: Heimkehr vom Felde. Im Dommuseum ein Porträt des Dr. Anton Buchholtz, im Stadthause ein Porträt des Stadthaupts Ludwig Kerkovius.
Rotari, Pietro Conte dei. Maler und Radierer. Geb. 1707 in Verona; gest. 1764 in Petersburg, war Schüler von A. Ballestra, dann von Trevisani in Rom und von Solimena in Neapel, kam 1756 an den Petersburger Hof und wurde viel vom Herzog Ernst Biron v. Kurland beschäftigt, in dessen Schloss zu Mitau er mehrere Deckengemälde und Surporten ausführte.