Rudolf, Elsbeth. Malerin. Geb. 26. April 1861 in Walk, machte ihre Studien 1891–93 in Dresden unter Leitung des Porträtmalers Franz Kops, dann unter P. Nauen in München, lebte darauf längere Zeit in England und arbeitete 1888 und 1889 wieder in München unter A. Azbe. Sie lebt in Dorpat. Von ihr mehrere Porträts.
Ruckteschel, Eugen v. Maler. Geb. 28. November 1850 in Simferopol, widmete sich dem Marinedienst und verliess ihn wieder im Jahre 1885, infolge eines Kniebruchs, als Kapitän 2. Kl. Seine natürliche Begabung für die Malerei veranlasste ihn sich jetzt ernstlich mit ihr zu beschäftigen. Er zog nach München, wo er die Weinholdtsche Zeichenschule und dann die Malschulen von Jakobides, Bock und Gracholsky besuchte. Nach einem Aufenthalte in Paris ging er nach Italien und lebt jetzt in Florenz. Er malt Stilleben, Porträts u. a.
Ruetz, Hedwig, Malerin, geb. 29. Mai 1879 in Riga, machte ihre ersten Studien unter [G. v. Rosen] in Riga, besuchte dann die Malerinnenschule in Karlsruhe unter K. Ritter, und arbeitete nach einem vorübergehenden Aufenthalt in der Heimat unter H. v. Habermann in München. Tätig in Berlin. Von ihr mehrere Porträts und Landschaften.
Rumeschottel, Johann. Mittelalterlicher Baumeister aus Rostock, wurde zu Beginn des 15. Jahrh. vom Rigaschen Rat nach Riga berufen, um den Neubau der St. Petrikirche auszuführen. Er erbaute in den Jahren 1408 und 1409 den Chor der Kirche bis zu den Transeptpfeilern. Erst 1466 wurde der Bau fortgesetzt, doch nicht nach seinem Entwurf.
W. Neumann, Das mittelalterliche Riga, Berlin 1892 S. 33 ff.
S
Saenger, Lucie v., verehel. Miram. Malerin. Geb. 1. Dezember 1862 auf dem Gute Kürbis bei Lemsal, erhielt ihre künstlerische Ausbildung zunächst in der [Jung-Stillingschen] Zeichenschule in Riga, dann von 1882–87 in München unter Lossow. Von ihr mehrere Porträts im Dommuseum und in Rigaschem Privatbesitz. Einige ihrer Stilleben waren mehrfach auf Rigaschen Ausstellungen zu sehen.
Salemann, Robert Johann. Bildhauer. Geb. 16. Juni 1813 als Sohn des Justizbürgermeisters S. in Reval; gest. 12. September 1874 in Petersburg, war von 1833 bis zum Frühjahr 1836 Schüler der Dresdner Akademie unter Rietschel, trat dann in die Petersburger Akademie, ging aber schon 1838 nach Deutschland zurück, wo er in München zweiundeinhalb Jahr unter Schwanthaler arbeitete. Nach einem längeren Aufenthalte in Rom kehrte er 1842 nach Petersburg zurück und wurde hier für eine Porträtbüste des stellv. Rektors Melnikow 1843 zum freien Künstler ernannt. Salemann gehört neben [Clodt v. Jürgensburg] zu den bedeutendsten Meistern der damaligen Petersburger Bildhauerschule. Für seine im Verein mit Clodt am Denkmal des Kaisers Nikolaus ausgeführten Arbeiten wurde er zum Akademiker und 1868 zum Professor ernannt. Von seinen Arbeiten nennen wir: Statue des Kaisers Peter I., 1841 in München gearb. (Museum Alexander III., Petersburg). — Die Stadtgöttin von Kiew, 1843 in Rom ausgef. (Akad. Petersburg). — Büste des Rektors A. Melnikow, 1843. — Kreuztragung; Erscheinung der Engel bei den Hirten; Der bethlehemitische Kindermord (Basreliefs in den Nischen unter dem Südportal der Isaakskirche in Petersburg). — Die Kraft; Die Weisheit; Die Gerechtigkeit; Der Glaube (allegor. Figuren am Denkmal des Kaisers Nikolaus I. in Petersburg). — Kaiser Nikolaus I. verleiht dem Grafen Speransky den Andreasorden für die Uebergabe der Gesetzsammlung (Basrelief am Nikolaidenkmal in Petersburg). — Die Ornamentation des Denkmalunterbaues führte S. von 1856–1858 aus. — Zar Michael Feodorowitsch; Minin und Fürst Posharsky; Der heil. Wladimir und die Götzendiener; Dimetrius Donskoi mit den besiegten Mongolen (Einzelgruppen am Denkmal des 1000jährigen Bestehens Russlands in Nishni-Nowgorod, 1862 vollendet). — Marmorfigur des Kaisers Nikolaus I., nach einem Modell des Prof. Pimenow für den Kaiserl. Sommersitz in Alexandria, 1867 ausgef. — Büste des General-Gouverneurs Fürsten Suworow. — Studie nach einem Tiger in nat. Gr. — Schlafendes Kind für ein Grabdenkmal in Dorpat. — Büste des Generals Wiskowatow-Schnering. — Büste des Grafen Armfeldt. — Büste des Dr. Arndt. — Statuen der Apostel Petrus und Paulus für die katholische Kirche zu Reval. — Engelpaar als Leuchterträger für dieselbe Kirche. — Zwei heraldische Figuren für den grossen Saal des Hauses der gr. Gilde in Riga. Nach seinem Modell in Holz geschnitzt.