Sitzgsber. der Kurl. Gesellschaft f. Lit. u. Kunst. 1888 S. 19 ff.; 1890 S. 38.
Sidaw (Sydow), Ferdinand Wilhelm. Maler. Geb. 1721, Sohn des [Vorigen]; gest. 19. April 1770 in Mitau, erlernte die Malerei wahrscheinlich unter seinem Vater. Von ihm ausser mehreren Bildnissen eine Darstellung der Gruft im alten herzogl. Schlosse zu Mitau 1738, und ein Kurländisches Wappenbuch, bez. F. W. Sydow Pictor. (Bes. Mus. Mitau).
Kirchenbuch der reform. Gemeinde in Mitau. (Jul. Döring).
NB. Ein Silhouetteur Sydow oder Sideau empfiehlt sich 1786 in der Mitauschen Ztg. (St. 6) dem Publikum zur Anfertigung der „beliebten Familienstücke und Landschaften im Schatten, auch Silhouetten in einem neuen Geschmack“. Er lebte 1782 und 1783 in Petersburg, wo er eine grosse Anzahl Silhouetten von Personen des Kaiserl. Hofes ausführte. Eine grosse Sammlung solcher Silhouetten erwarb in Petersburg Baron Dr. Asch († 1807); sie kam nach seinem Tode in den Besitz der Göttinger Universität. Mehrere Silhouetten Sydows finden sich abgebildet in dem Werk: La Cour de l’impératrice Catherine II ses collaborateurs et son entourage (französ. u. russ. Text.) s. D. A. Rowinsky: словарь грав. порт. IV. S. 734.
Siebenbrodt... wird als fürstlicher Bildhauer am 18. April 1766 in Mitau beerdigt. Kirchenbuchnachrichten.
(Jul. Döring).
Siegmund, Julius Gottfried. Porträt- und Genremaler. Geb. 1. Juli 1828 in Riga, Schüler des Malers [Otto Berthing], der Dresdner Akademie und von 1847–1850 der Kunstschule zu Leipzig. Von 1850–56 lebte er in Riga, ging dann nochmals zu Studienzwecken nach Antwerpen, wo er unter J. van Lerius und unter de Keyser arbeitete, besuchte dann Paris und im Frühling 1858 München. Im Herbst desselben Jahres ging er nach Rom. 1859 liess er sich in Petersburg nieder, doch kehrte er nach dreijährigem Aufenthalt daselbst nach Riga zurück, wo er lange zu den beliebtesten Porträtmalern gehörte und auch heute noch tätig ist. Das städt. Museum zu Riga besitzt von ihm ein Genrebildchen: Knaben auf der Vogeljagd in einem Dachbodenfenster. Im Dommuseum zu Riga sind viele seiner Bildnisse.
Inland 1856 S. 564. — Rigasche Stadtbl. 1859 S. 147; 1871 S. 344. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 110, 232; 1870 Nº 105; 1871 Nº 26; 1872 Nº 98; 1873 Nº 12; 1875 Nº 213; 1877 Nº 27; 1878 Nº 80, 132; 1883 Nº 202. — W. Neumann, Balt. Maler u. Bildh. d. 19. Jahrh. S. 70–71.
Sivers, Otto Reinhold August. Architekt. Geb. 13. Juni 1836 in Bischofshof bei Dorpat als ältester Sohn des Malers [P. F. v. Sivers]; gest. 9. Oktober 1905. Absolvent des Instituts der Zivilingenieure. Er wurde bei der Rigaschen Gouvernementsbauverwaltung beschäftigt und 1862 nach Reval versetzt. 1866 schied er aus dem Staatsdienst und übernahm das Amt eines Architekten der livländischen Ritterschaft, von dem er im Jahre 1900 zurücktrat. Er erbaute das ehem. Landesgymnasium zu Birkenruh bei Wenden, die Kapelle auf dem St. Jakobikirchhofe in Riga und mehrere herrschaftliche Wohnhäuser auf dem Lande.