Sprengel, Theodor Albert. Maler. Geb. 30/18. September 1832 zu Wallershausen bei Duderstädt am Harz; gest. zu Reval 21. Juni 1900, war 1850 Schüler der Dresdner Akad., 1852 in Düsseldorf Schüler von Th. Hildebrand. 1856 folgte er einer Aufforderung nach Finland als Zeichenlehrer der Behmschen Erziehungsanstalt in Wiborg und übernahm, nachdem er das Examen zur Erlangung des Grades eines freien Künstlers bei der Petersburger Kunstakad. abgelegt hatte am 1. August 1866 das Amt eines Zeichenlehrers am Revalschen Gouvernementsgymnasium. Neben seiner Berufstätigkeit — er unterrichtete auch an anderen Instituten — war er literärisch tätig. Er veröffentlichte kleine Novellen, meist Übersetzungen aus dem Schwedischen, und verschiedene Gedichte. Die Dichtung „Wilde Blüten“ gibt Schilderungen aus seinem Leben. Ausser mehreren Bildnissen von ihm: Der Empfang des ersten lutherischen Predigers in Reval durch den Rat der Stadt; 1869 gem. Im kleinen Saal der Börsenhalle in Reval.

G. v. Hansen, Geschichtsblätter des Revaler Gouvernements-Gymnasiums. Reval 1881 S. 241. — Rigasche Ztg. 1868 Nº 9; 1869 Nº 73. — Revaler Beobachter 1900 Nº 139.

Spring, Alphons. Maler. Geb. 18/30. Mai 1843 in Libau, besuchte von 1860–61 die Stieglitz’sche Zeichenschule und bis 1870 die Akademie in Petersburg, erwarb sich hier 4 silb. Med. und 1870 den Künstlergrad. Er zog dann nach München, wo er längere Zeit Schüler von W. Diez war und gründete 1874 sein eignes Atelier. Von ihm eine Reihe, oft mit leisem Humor gefärbter Genrebilder wie „der alte Geschirrdoktor,“ die neue Hymne, in der Rumpelkammer, das neue Modell u. a. Im städt. Mus. zu Riga von ihm „der alte Bootsmann“.

W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer des 19. Jahrh. S. 124–126.

Staal, Bruno Gideon v. Architekt. Geb. 14. März 1850 auf dem Gute Müntenhof in Estland; gest. 23. März 1898 in Dünaburg (Dwinsk) Gouvern. Witebsk, Absolvent des Polytechnikums in Riga. Von ihm mehrere Privatgebäude in Dünaburg, und die katholische Kirche in Uschwalden, Gouvern. Witebsk.

Stackelberg, Otto Magnus Freiherr v. Maler und Archäolog. Geb. 25. Juli 1787 in Reval; gest. 27. März 1837 in Petersburg, wurde nach dem frühen Tode des Vaters von seiner Mutter erzogen und von dieser für die diplomatische Laufbahn bestimmt. Den durch die reichen Kupferstichsammlungen und Bilderschätze des Hauses geweckten Kunstsinn des Knaben suchte die Mutter zu fördern durch den Maler Neuss, den sie aus Deutschland berief. 1801 wurde der Knabe dem Pädagogium in Halle übergeben und bereits 1803 bezog er die Universität Göttingen, blieb hier jedoch nicht lange, sondern unternahm mit zweien seiner Brüder eine Reise durch die Schweiz und Oberitalien, worauf er in Dresden sich mit dem Studium der Malerei zu beschäftigen begann. Auf Wunsch seiner Mutter kehrte er in die Heimat zurück, um die Universität in Moskau zu beziehen, ging aber 1806 wieder nach Göttingen, wo er zwei Jahre lang juristische, staatswissenschaftliche und philosophische Vorlesungen hörte und bei Fiorillo Archäologie und Kunstgeschichte studierte. Um sich mit der Malerei zu beschäftigen ging er 1808 nach Dresden, und nach kurzem Aufenthalt von hier mit dem Archäologen Heinrich Tölke nach Rom, wo er während seines zweijährigen Aufenthalts zu Thorwaldsen, Anton Koch, den Dr. Dr. Brönstedt und Koës aus Dänemark, dem Architekten Haller v. Hallerstein und dem Landschaftsmaler Linkh aus Canstadt in intime Beziehungen trat. Mit den vier letzteren unternahm er 1810 seine Reise nach Griechenland zum Studium der klassischen Kunst. Er weilte dort sieben Jahre und nahm dort an den Ausgrabungen des Apollotempels zu Phigaleia und der berühmten Aeginetengruppe den regsten Anteil. Nach einem kürzeren Aufenthalt in der Heimat ging er wieder nach Rom, lebte dann in Paris und London und liess sich endlich in Dresden nieder. Eine ihm von der Göttinger Universität angebotene Professur lehnte er ab. 1835 folgte er dem Kaiserlichen Befehl, der allen russischen Untertanen vorschrieb in die Heimat zurückzukehren, doch den des nordischen Klimas Ungewohnten ereilte nach kurzer Zeit der Tod. Die Sammlungen Stackelbergs, so weit sie nicht in Dresden veräussert wurden, befinden sich als Fideikommiss der Familie Stackelberg auf dem Gute Fähna in Estland, darunter ein Teil seiner vortrefflichen Zeichnungen zu seinen Werken. Von diesen erschienen: Trachten und Gebräuche der Neugriechen. Rom 1825. I. Abteilg. 30 Taf., die II. Abteilg, sollte 20 Tafeln enthalten, jedoch wurden nur 10 vollendet und 1835 bei Reimer in Berlin herausgegeben. — Der Apollotempel zu Bassae in Arkadien, 1826. Mit 31 Kupfertafeln und 147 Seiten Text. — Die ältesten Denkmäler der Malerei, oder Wandgemälde aus den Hypogäen von Corneto. Mit 35 Steindrucken, Tübingen. — Die Gräber der Hellenen, Berlin 1837. 80 Kupfertafeln mit Text.

Otto Magnus v. Stackelberg, Schilderung seines Lebens und seiner Reisen in Italien und Griechenland. Nach den Tagebüchern und Briefen zusammengestellt von N. v. Stackelberg. Mit einer Vorrede von Kuno Fischer, Heidelberg 1862, 8o. — Prof. L. Stieda in den Sitzgsber. der Gel. estn. Ges. zu Dorpat, 1882. — Otto M. v. Stackelberg als Mensch, Künstler und Gelehrter. Eine biographische Skizze von C. Hoheisel, in d. Balt. Monatsschr. VIII. S. 385 ff. (Auch als Sonderabdr.). — Revalsche Zeitg. 1869.

Starck, Karl Konstantin. Bildhauer. Geb. 18. Februar (2. März) 1866 in Riga; jüngster Sohn des weil. Pastors der St. Martinskirche, widmete sich dem Studium der Bildhauerkunst an der Kunstschule zu Stuttgart unter den Prof. Grünewaldt und Donndorf. 1887 setzte er seine Studien in Berlin fort und wurde schliesslich Meisterschüler von Prof. E. Begas. Tätig in Berlin. Von ihm: Flötenbläser. — Christusfigur, 1893; Standbild an der Lutherkirche in Berlin. — Unsere Hoffnung. Grabmal für Stuttgart, 1895. — Die Statuen der Weisheit, der Gerechtigkeit, der Königstreue und der Beredsamkeit für die Treppenhalle des neuen Abgeordnetenhauses in Berlin. — Träumerei. Angekauft vom Staat für die Pariser Weltausst. 1900. Die Ausführung in Bronze erwarb die Nationalgal. in Berlin. — Medaille zur Jahrhundertwende. — Medaille zur Rigaer Jubiläums-Ausstellung. — Statuen und Reliefs für das preussische Herrenhaus in Berlin. — Gartenbaumedaille, Industrie, Viktoria, Minerva (Medaillen, Bes. O. Oertel, Berlin). — Flora. Porträt der Gemahlin des Künstlers. Bacchus und Hebe. Merkur und Ruhm. Malerei und Kunstgewerbe. Architektur und Plastik. (Plaquettes).

Der ältere Bruder des Künstlers Johannes Adolf Robert St. geb. 1862, besass ebenfalls grosse Kunstbegabung. Seiner Kränklichkeit wegen konnte er nur den Zeichenkursus an der Kunstschule in Stuttgart absolvieren. Er starb 21. Juni (3. Juli) 1885. Bekannt sind von ihm ein Christuskopf, Weihnachtsengel, Christus und Ahasverus (in zwei Bildern) Medea, Psyche.