Kunst f. Alle XIV, S. 317. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 96–97.
Stavenhagen, Wilhelm Siegfried. Bildhauer und Zeichner. Geb. 27. September 1814 in Goldingen; gest. 8. Januar 1881 in Mitau, konnte nach Überwindung mancher Schwierigkeiten 1834 in die Petersburger Akad. treten, hatte aber das Unglück zu erkranken. Nach seiner Wiederherstellung ergriff er den Beruf eines Geometers, wurde aber wieder von einem Augenleiden befallen, das ihn zwang in Deutschland Heilung zu suchen. In Frankfurt a. M. riet ihm der Bildhauer Eduard Schmidt v. d. Launitz sich der Skulptur zu widmen und nahm ihn als Schüler bei sich auf. Von 1847–1849 war er Schüler der Münchener Akad. Er kehrte dann in die Heimat zurück, nahm 1850 seinen Wohnsitz in Mitau und begann hier während der Sommermonate die Vorarbeiten zu seinem grossen Werk, das seinen Namen in allen Provinzen populär gemacht hat, dem „Album baltischer Ansichten“. (3 Bände mit je 30 Stahlstichen v. G. G. Lange in Darmstadt und Text v. versch. Verfassern, vollständig 1866 ersch.). Die Bildhauerei gab er früh auf. Von seinen Skulpturen seien genannt: Die Büste seines achtzigjährigen Vaters. 1850. — Die Büste des Grafen Heinr. Dietr. Wilh. Kayserling auf Kabillen, † 1850. — Die Büste des kurländischen Landesbevollmächtigten Theod. v. Hahn (1850) und die des kurländ. Gouverneurs Ch. v. Brevern (1852).
Inland 1851 S. 655; 1857 S. 428. — Rigasche Ztg. 1881 Nº 8. — Goldinger Anzeiger 1881 Nº 2. — Mitausche Ztg. 1881 Nº 5. — W. Neumann, Balt. Maler und Bildhauer d. 19. Jahrh. S. 80–82.
Stegemann, Magnus Friedrich. Maler. Geb. 1. März 1785 in Dorpat; gest. 27. Januar 1861 zu Wenden, studierte von 1804–8 an der Universität Dorpat und widmete sich unter [K. A. Senff] der Kunst. 1812 übernahm er das Amt eines Zeichenlehrers am Gouvernementsgymnasium in Riga, das er bis 1847 inne hatte. Er liess sich später in Werro nieder. Von ihm u. a. das Portr. des Dichters K. Petersen, 1811. Lith. von C. Walther, 1823. Das Dommuseum zu Riga besitzt von ihm ein Porträt des Kunstgärtners I. H. Zigra.
Rigasche Stadtbl. 1837 18. August; 1840 S. 115; 1842 S. 17; 1847 S. 202; 1853 S. 300; 1855 S. 309. — Inland 1842 Nº 2; 1861 Nº 96. — Zur Geschichte des Gouvernements-Gymnasiums in Riga S. 13.
Stegmann, Ulrich Ewald. Maler. Lebte im letzten Viertel des 18. Jahrh. in Mitau. Er wird genannt in der „Beschreibung der grossen Illumination in Mitau am 19. November 1779“ (Mitauer Mus. Manuskriptsamlg. Nr. 1317 S. 4). Eine Mondscheinlandschaft von ihm soll sich im Besitz des Malers [M. A. Michelsohn] in Riga befunden haben.
Mitauer Ztg. 1787 v. 27. April. 24 Stück. (J. Döring).
Stempel, Sophie Angelika v. Malerin. Geb. 13. Mai 1827, Tochter des kurländ. Oberburggrafen Gideon v. St. war von 1845–54 Schülerin des Malers [Jul. Döring] in Mitau, trat 1856 in das Damenatelier des Prof. Ehrhardt in Dresden und arbeitete gleichzeitig unter dem Landschafter Rob. Kummer. Sie lebt abwechselnd in der Heimat und in Dresden. Von ihr: Betendes Kind. — Die Marien am Grabe. Altargem. f. d. Kirche zu Jakobstadt. 1883 in Dresden gem. usw.
J. Döring.
Stenbock, Graf Magnus v. Maler. Geb. 1806 in Reval; gest. 1836 in Düsseldorf, ging 1826 zum Studium der Kunst nach Dresden, später nach Düsseldorf, wo er sich an Lessing anschloss, und dann nach Italien. Die meisten seiner Bilder, Studien und Skizzen befinden sich in Familienbesitz, einige kamen in den Besitz des Königs Friedrich Wilhelm IV., der als Kronprinz dem Künstler nahegetreten war. Auch der Konsul Bethmann besass eine Anzahl Arbeiten seiner Hand. Eine Räuberfamilie (kam in den Besitz des Prinzen August v. Preussen). — Betendes Mädchen. 1835 (wurde angekauft v. Kunstverein für Rheinland und Westfalen). — Landsknechte in ihrem Lager bedroht. 1836, im Mus. zu Danzig. — Wegelagerer aus dem 30 jähr. Kriege. Letztes Bild des Künstlers; war 1838 in Reval ausgestellt.