Sturm, (Stürmer) Michael. Maler, malte im Jahre 1679 das Bildnis Karls XI. von Schweden für den Rigaschen Rat, der mit ihm einen Kontrakt schloss, worin dem Rat das Recht zugestanden wird das Bild zurückzuweisen, wenn es ihm nicht gefallen sollte. Sturm wird übrigens als ein braver Künstler bezeichnet, der auch bei den besten Künstlern Stockholms gearbeitet habe.

Swalberch, (Swalbart) Heinrich. Baumeister, wird als Erbauer des Klosters der heil. Birgitta bei Reval genannt, begonnen 1407, geweiht 1436. S. trat als frater in den Klosterverband.

Nottbeck u. Neumann, Gesch. u. Kunstdenkmäler der Stadt Reval II S. 130.


T

Teuffel, Jürgen. Baumeister und Steinmetz. Geb. im ersten Viertel des 17. Jahrh. in Lübeck, stand in Diensten des Lübecker Rats und wurde auf Ansuchen des Rigaschen Rats am 28. Aug. 1666 nach Riga beurlaubt, um beim Neubau des eingestürzten Turmes der Petrikirche behilflich zu sein. Er wird bereits im folgenden Jahre seinen Verpflichtungen entbunden und wendet sich nach Narva, wo Nachkommen von ihm 1736 und 1769 genannt werden.

Sitzungsber. d. Gesellsch. f. Gesch. u. Alt. 1891 S. 50 ff. — W. Neumann. Das mittelalterliche Riga S. 34 ff.

Thum, Heinrich. Kupferstecher, lebte im ersten Viertel des 17. Jahrh. in Riga, wo er von 1602 bis 1622 nachweisbar ist. Er war vielfach für die Offizin des ersten Rigaschen Buchdruckers Niclas Mollyn beschäftigt. Von ihm: Vor- und Rückseite eines Titelblatts zu einem Mollynschen Druck v. J. 1602 4o bez. Heinricus Thum. sculp. Auf der Rückseite das grosse Wappen des Königs v. Polen Sigismund III. — Exlibris mit dem Wappen der Familie zur Horst, v. J. 1604 fol. bez. Heinr. Thum scul. Ein Abdruck vom J. 1805 nach der jetzt verlorenen Originalplatte im Dommus. zu Riga. — Exlibris mit den Wappen der Familien vom Hoff, Schoninck, Warnecken und Greuter. Enthalten in einem Manusk. des Rigaschen Rechts v. J. 1567. Bez. links unten: Heinr. Thum inven: et fc., rechts: Riga 1605 (?) — Ihm zuzuschreiben ist der grosse Stich einer Ansicht der Stadt Riga v. J. 1612, der bisher nur in einem nicht völlig erhaltenen Exemplar bekannt ist, im Dommus. zu Riga. Photogr. Reprod. dess. im Katal. d. kult. hist. A. in Riga 1883 u. in W. Neumann, das mittelalt. Riga. Berlin 1892. — Desgl. ein in Kupfer gestochener Plan von Riga mit der Überschrift: Adumbratio obsidionis Civitatis Rigen: etc. erschienen als Beilage zu einem Mollynschen Druck, betitelt: De expugnatione Civitatis Rigensis Livoniae Metropolis, etc. 1622. 4o.

Arend Buchholtz, Geschichte der Buchdruckerkunst in Riga.