»Mein Herr, jetzt sind Sie die Mäuse und Ratten alle los. Geben Sie mir meinen Lohn (Gold).«

»Ach nein,« antwortete der Bürgermeister. »Sie werden keinen so großen Lohn haben. Sie haben ja nur Musik gespielt. Ihre Musik ist schön, das ist wahr (das ist so), aber ich kann nicht so viel Gold für Musik geben.« Und der Bürgermeister wollte dem Pfeifer nichts geben.

Dann war der Pfeifer böse und sagte: »Mein Herr, Sie haben versprochen (gesagt), daß Sie das Gold geben würden, wenn Sie nur die Ratten und Mäuse los sein könnten. Ich habe sie alle in der Weser ertränkt. Sie kommen nie wieder, denn sie sind alle tot. Jetzt geben Sie mir meinen Lohn.«

»Nein,« sagte der Bürgermeister, »die Ratten und Mäuse sind tot, und das ist gut. Sie können nicht wiederkommen, so werde ich Ihnen das Gold nicht geben. Gehen Sie fort, Pfeifer, gehen Sie fort, ich gebe Ihnen keinen Lohn.«

»Nun,« sagte der Pfeifer, »wenn ich kein Gold haben kann und kein Silber, so muß ich die Kinder haben!«

Und der Pfeifer ging in die Straße, in die schönste und längste Straße von Hameln, und da spielte er wieder seine schöne Musik.

Die Musik, zuerst leise, wurde immer lauter, und da kamen, nicht Ratten und Mäuse, denn sie waren ja alle tot, aber da kamen Kinder, groß und klein. Sie kamen alle aus den Häusern, so schnell.

»Ach!« sagten die Mütter. »Sehen Sie doch die Kinder! Sie folgen dem Pfeifer, er spielt ja so schön!«

Die Mütter sahen die Kinder, groß und klein, die alle dem Pfeifer folgten. Sie folgten ihm die lange Straße entlang. Die Mütter riefen laut: »Kinder, kommt nach Hause!« aber die Kinder hörten nichts als die Musik, die wunderschöne Musik, und sahen nichts, als den Pfeifer.

Dann sagten die armen Mütter: »Ach, sehen Sie doch, die Kinder folgen dem Pfeifer. Er wird sie auch zu dem Wasser bringen. Er wird sie, wie die Ratten und Mäuse, in der Weser ertränken!«