»Jetzt haben Sie für einmal genug gelacht, liebe Tochter, und jetzt sollen Sie den Jüngling sogleich heiraten, der Sie lachen machte.«

Die Prinzessin sagte nicht »nein,« und bald kam die Trauung. Das war ein schönes und ein großes Fest. Die Leute tanzten alle und sangen viel. Die Prinzessin sang, tanzte und lachte auch, und der Jüngling war sehr froh, denn er hatte eine schöne Frau, ein reiches Land, und zuletzt ward er auch König.

[9.] Das gestohlene Kind.[(9)]

1. Die Räuber.

Der Ritter von Eichenfels hatte ein schönes Schloß. Das Schloß von Eichenfels war nahe an einem großen Walde. Der Ritter wohnte in diesem schönen Schlosse mit seiner wunderschönen Frau, der Gräfin Adelheid von Eichenfels, und mit seinem Sohne, dem kleinen Grafen Heinrich von Eichenfels.

Die Eltern waren sehr glücklich, denn sie liebten einander sehr, und sie liebten auch den kleinen Sohn, der noch nicht groß genug war, um viel zu sprechen.

Aber da kam ein trauriger Tag. Die Gräfin lachte nicht mehr, nein, sie weinte. Die schöne Gräfin war so traurig, weil der Ritter fortgehen mußte. Es war Krieg im Lande, und der König hatte gesagt: »Ich muß alle meine Soldaten haben.«

Der Ritter mußte auch in den Krieg gehen, und seine Frau blieb allein im Schlosse, mit dem kleinen Kinde und mit den Dienern.

Eines Abends, als sie bei der Wiege des schlafenden Kindes saß, kam ein Bote. Er sagte, daß der Ritter von Eichenfels verwundet sei, und daß seine Frau sogleich fortreisen solle, da er sie noch einmal sehen möchte, bevor er sterbe.

Die arme Gräfin war sehr traurig, und sie sagte weinend: »Ich muß schnell zu meinem armen, verwundeten Manne gehen, aber ich kann das kleine Kind doch nicht mitnehmen. Es muß hier im Schlosse Eichenfels bleiben, bis ich nach Hause kommen kann.«