Nach kurzer Zeit kam der Ritter mit dem kleinen Heinrich, und die Freude war groß im Schlosse von Eichenfels.

Am Abend, als die Eltern alles gehört hatten, sagte der Einsiedler:

»Und jetzt, Ritter von Eichenfels, sollten Sie die Räuber gefangen nehmen lassen!«

»Das habe ich schon gethan!« sagte der Ritter. »Diesen Morgen früh sind meine Soldaten fortgegangen. Sie werden den Berg umringen, dann werden einige Soldaten in die Höhle gehen, und sie werden Räuber und Beute hierher bringen. Ach, da kommen sie ja schon!«

Sie gingen alle hinaus und sahen die Soldaten, welche die Räuber führten. Die Räuber waren alle festgebunden, und vier Wagen voll Beute folgten ihnen. Sie waren sehr erstaunt, den kleinen Heinrich da zu sehen.

Der Ritter sagte: »Die Räuber haben gestohlen und gemordet, sie müssen des Todes sterben! Nur der Jüngling da soll nicht sterben, denn ich weiß von meinem Sohne, daß er nie stehlen wollte, und daß er ehrlich werden wollte. Er soll dem kleinen Heinrich dienen, und hier in meinem Schlosse soll er lernen, ein ehrlicher Mann zu werden.«

Der Graf und die Gräfin von Eichenfels belohnten den Schäfer, der Heinrich gefunden hatte, und, da der Einsiedler weder Gold noch Silber nehmen wollte, ließen sie ihm eine Einsiedelei bauen.

Heinrich wurde groß, aber er vergaß nie die Höhle und die Jahre, die er im Berge verlebt hatte. Er vergaß auch nicht, was der gute Einsiedler ihm gelehrt hatte, und oft sagte er zu seinen Kindern:

»Ach, die Welt ist wunderschön, und dem Schöpfer von allem, dem guten Gott, sollten wir jeden Tag danken, daß wir nicht in Finsternis leben müssen, sondern die Sonne und die schöne Natur immer genießen können.«

[10.] Das Reiterbild in Düsseldorf.[(10)]