»Ja wohl! Über alles liebe ich ihn! Aber er kommt glücklich nach Hause, er denkt seinen Sohn zu finden, und hier ist kein Sohn mehr!«
»Ist der Knabe tot?« fragte der Einsiedler.
»Nein, er wurde vor sechs Jahren entführt!« sagte die arme Mutter. »Vielleicht ist er Räuber geworden, denn ich habe kein Wort von ihm gehört, und ich hätte doch viel Geld gegeben, um ihn wieder zu haben.«
»Ach, vielleicht finden Sie das Kind noch!« sagte der Einsiedler. »Hören Sie, schöne Frau, ich kenne ein Kind, das wie Ihr Knabe sehr jung gestohlen wurde. Es wohnte sechs Jahre lang in einer Höhle, es war bei bösen Männern, aber Gott war auch da. Gott hat das Kind aus dem Berge geführt. Ich habe den Knaben seinem glücklichen Vater wiedergegeben.«
»Ach,« schluchzte die schöne Frau, »wie froh die armen Eltern sein mußten. Was sagte die Mutter, als sie ihr Kind wieder sah?«
»Das kann ich noch nicht sagen,« antwortete der Einsiedler. »Die Mutter weiß noch nicht, daß ihr Kind gefunden ist.«
»Ach, guter Einsiedler, gehen Sie schnell, sagen Sie es der armen Mutter!«
Der Einsiedler blieb still stehen und sagte:
»Danken Sie Gott, gute Frau, Er hat Ihnen viel Gutes gethan!«
Da verstand die Gräfin, daß sie die glückliche Mutter und daß ihr Kind gefunden sei.