»Wo ist es? Ich muß es sehen!« sagte der glückliche Vater.

Er folgte dem Einsiedler in das Schlafzimmer, sah das schlafende Kind und weinte vor Freude. Nach einer Minute aber dachte er an seine arme Frau, und sagte traurig.

»Ach, meine arme Frau! Sie hat nur nichts gesagt, weil sie wußte, daß ich bei dem König bleiben mußte, bis der Krieg zu Ende war. Sie muß viel geweint haben, und jetzt weiß sie noch nicht, daß das liebe Kind gefunden ist. Ich muß sogleich zu ihr gehen!«

»Nein,« sagte der Einsiedler, »bleiben Sie hier bei Ihrem Sohne. Geben Sie mir ein Pferd. Ich will allein gehen, und der Gräfin schonend sagen, daß das Kind gefunden ist, und daß Sie beide nach Hause kommen. Es muß ihr schonend gesagt werden, sonst wird sie vor Freude sterben.«

»Ja, Sie haben recht!« sagte der Ritter. Er gab dem Einsiedler ein Pferd, und der alte Mann ritt so schnell, daß er um elf Uhr Morgens in den Schloßgarten trat.

5. Das Wiedersehen.

Die Gräfin saß allein in ihrem Garten auf einer Bank und weinte. Der Einsiedler ging zu ihr hin und sagte:

»Gute Frau, warum weinen Sie?«

»Ich weine, weil mein Mann heute nach Hause kommt!« schluchzte die arme Frau.

»Lieben Sie Ihren Mann denn nicht?« fragte der Einsiedler erstaunt.