Der Wirt, der sehr froh war zu hören, daß der Krieg zu Ende war, machte alles schnell bereit, und nach kurzer Zeit trat ein schöner Ritter auch herein. Er setzte sich an den Tisch zu dem Einsiedler und sagte:

»Nun, ich bin doch froh, wieder einen guten Mann Gottes zu sehen. Seit sechs Jahren habe ich nichts als Soldaten gesehen. Aber jetzt bin ich auf dem Wege nach Hause. Nicht sehr weit von hier ist mein Schloß!«

»Ach, wie heißen Sie [denn]?« fragte der Einsiedler.

»Ich bin der Ritter von Eichenfels!« antwortete der Ritter.

»Haben Sie Frau und Kind?«

»Ja, ich habe eine schöne Frau. Ich habe auch einen kleinen Sohn daheim gelassen. Er war so schön und zuerst konnte meine Frau nicht genug von ihm schreiben. Aber seit sechs Jahren schreibt sie nichts mehr von ihm. Ihre Briefe sind sehr traurig, und ich fürchte, daß mein Kind krank oder tot ist. Ich habe Angst, viel Angst. Aber wir wollen nicht mehr davon sprechen. Morgen bin ich zu Hause, und dann weiß ich alles. Sagen Sie mir, lieber, guter Einsiedler, warum Sie hier in dem wilden Walde reisen?«

Der Einsiedler erzählte dem Ritter, daß er ein gestohlenes Kind seinen Eltern zuführen wolle, und endlich sagte er:

»Hier ist das Bild der Mutter des Kindes!« und gab dem Ritter das Bild.

»Ach, das ist [ja] meine Frau!« rief der Ritter erstaunt.

»Ja,« sagte der Einsiedler, »und das Kind ist Ihr Kind!«