Endlich erschien der Bote mit einem Briefe, den der Schultheiß (Präsident) sogleich laut vorlas wie folgt:
»Geehrte Herren von Zürich.
Wir bedauern, ihren Vorschlag, mit der Stadt Zürich in ein Bündnis zu treten, nicht annehmen zu können, da unsere Städte zu weit voneinander entfernt liegen, um sich im Falle der Not schnell genug Hülfe leisten zu können.«
Als die Züricher Ratsherren diese kalte Antwort auf ihr Anerbieten vernahmen, waren sie sehr ungehalten (böse) darüber, und berieten sich, um zu wissen, was nun zu thun sei.
Auf einmal rief der Jüngste unter ihnen aus: »Meine Herren, überlassen Sie mir die Sorge, den Straßburgern eine warme Antwort auf diese kalte Abweisung zu überbringen. Ich kann versprechen, daß es nicht lange dauern wird, ehe Sie eine ganz verschiedene (andere) Antwort erhalten werden.«
Die Ratsherren überließen die Sorge dieser Antwort ihrem jungen Mitgliede, der sogleich nach Hause eilte, und seiner Frau laut zurief:
»Liebe Frau, koche so schnell als möglich deinen größten Topf voll Brei!«
Die Frau ließ sogleich ein großes Feuer anmachen, und kochte einen ungeheuer großen Topf voll Brei.
Unterdessen eilte der junge Ratsherr zu der Limmat (ein kleiner Fluß) hinunter, ließ sein bestes Schiff zurichten, rief zehn starke junge Männer zu sich und befahl ihnen, bereit zu sein, um das Schiff die Limmat und Aare entlang und Rhein abwärts zu rudern.
Als das Schiff bereit war und die Jünglinge alle an ihren Plätzen waren, sagte der Ratsherr: »Jetzt sind Sie zum Aufbrechen ganz bereit, nicht wahr? Doch muß ich schnell nach Hause gehen, um etwas zu holen, aber sobald ich wieder zurück bin, müssen wir sogleich fort.«