Kind von Gold.
Am Mittag wollte ein Bursch, der einsam auf dem Limberg Geißen hütete, sich auf einen Steinhaufen zum Essen setzen, da sah er auf demselben ein kleines Kind liegen, welches ganz von Gold war. Voll Freude hob er es auf, wickelte es in seine Jacke und trieb dann sein Vieh heimwärts. Nicht lange, so blieben einige Geißen zurück, er legte seinen Fund ab und holte sie schleunig herbei. Nun wollte er das Kind wieder nehmen, aber obgleich Niemand auf den Platz gekommen, war es verschwunden.
Nach der Aussage einer Münsterthaler Frau, die sich des Erdspiegels bedient, liegt das goldene Kind jetzt im Limberg; es wird aber noch von einem gefunden, welcher eine weiße Wolljacke anhat.
Kreuz zu St. Trutbert.
In St. Trutbert ist ein silbernes Kreuz, beiläufig zwei Schuh hoch, das auf der einen Seite den gekreuzigten, auf der andern den weltrichtenden Heiland zeigt, und einen Kreuzpartikel einschließt. Dasselbe nahmen einmal die Gläubiger des Klosters weg, um sich bezahlt zu machen; allein sie konnten es nur bis Kropbach, durchaus nicht weiter, bringen. Auf Dieses gaben sie es dem Kloster zurück und erließen demselben seine ganze Schuld.
Geld in Asche verwandelt.
Im Münsterthal stieß einst ein Mädchen beim Graben auf einen Hafen voll Silbermünzen. Ungesäumt trug sie ihn heim, fand aber dort, statt des Geldes, lauter Asche darin. Hätte sie, gleich bei Findung der Münzen, etwas Geweihtes darauf gelegt, so würden sich dieselben nicht mehr haben verwandeln können.