Geist nieset.
Drei Männer aus Krotzingen gingen einst Nachts von Staufen nach Hause. Im Hohlweg hörten sie zweimal stark niesen; »Helf' Gott!« sagte jedesmal der eine, aber als es zum dritten Male nieste, sprach er: »Wenn Dir Gott nicht hilft, so helfe Dir der Teufel!« Da rief eine klägliche Stimme: »Hättest Du noch einmal ›helf' Gott‹ gesagt, so wäre ich jetzt erlöst, nun aber bin ich ewig verdammt!« und verhallte dann in Jammertönen[3].
[3] Der Schluß dieser Sage ist eben so ungewöhnlich, als unkatholisch.
Der Hunnenfürst mit dem goldenen Kalb.
Bei einem Einfall in Deutschland kamen die Hunnen nach Schlatt, zerstörten das Frauenkloster bei dem Heilbrunnen und den größten Theil des Dorfes. Zwischen diesem und dem Rheine trafen sie das Heer der Deutschen und erlitten eine völlige Niederlage. Ihr Fürst fiel in der Schlacht; er wurde von ihnen in einen goldenen Sarg gelegt, den ein silberner und letzteren ein hölzerner umschloß, und mit seinen Schätzen und einem lebensgroßen goldenen Götzenkalb drei Stunden von der Hochstraße beerdigt. Über dem Grabe errichteten sie einen mächtigen Hügel und rechts und links, in geringen Entfernungen, je einen kleinern, damit die Feinde nicht wissen sollten, wo der Fürst begraben sey. Noch immer ist dieser mit allen den Kostbarkeiten unaufgefunden. Auf dem Schlachtfelde läßt in manchen Nächten Kampfgeschrei und Waffengetös unsichtbarer Streiter sich hören[4].
[4] Diese Erzählung ist genauer, als die unter Nr. 41 des Hauptwerkes mitgetheilte.