¶ 3, 4. onbiten, mhd. enbîʒen, essen, Hor. belg. 5, 106.
Willems sagt zwar bl. 137. ‘Ich habe die zerstreuten Strophen dieses schönen alten Liedes, wobei man an Gabrielle de Vergy erinnert wird, zusammen gebracht und den Text kritisch hergestellt, theils mittelst der mir mitgetheilten Abschriften (denn das Stück wird noch heute in Flandern gesungen), theils nach den davon bestehenden Abdrücken.’ Wenn man jedoch den Willemsschen Text Nr. 53 (24 vierzeilige Strophen) mit den vorhandenen drei Texten vergleicht, so gelangt man zu der Überzeugung, dass wenn wirklich das Lied jetzt noch gesungen wird, es nur in dürftigen Bruchstücken besteht oder so ganz verschieden von den alten Texten ist, dass Willems nichts davon aufnehmen konnte, denn sein Text stellt sich als ein Zusammenflicken aller drei Texte heraus, wozu der niederdeutsche gerade das Meiste liefern musste.
1Ik hebbe gewaket eine winterlange nacht,
dârto heft my ein schoͤn junkfröulyn gebracht
mit eren snewitten brüsten,
dat möchte dem helden gelüsten.
2Êr brüste weren wit unde suͤverlyk,
daran so lȩde de helt synen vlyt
unde alle syne sinne:
mit der schoͤnsten wolde he van hinne.—